Immobilien als Geldanlage

Einsteiger

So funktioniert die Geldanlage in das "Betongold"

Von Jana Biesterfeldt
7 Minuten Lesezeit

Wenn man als Anleger sein Geld in Immobilien anlegen möchte, bietet der Markt dazu viele Möglichkeiten. Vier Optionen der Geldanlage in das sogenannte "Betongold" stellen wir hier vor. Was sind deren jeweilige Vor- und Nachteile bei einem Investment in Immobilien? Und für wen sind diese geeignet?

Im Allgemeinen unterscheiden Experten zwischen direkten und indirekten Immobilienanlagen.

Kauf eines Eigenheims als Geldanlage

Der Kauf eines Eigenheims ist eine direkte Kapitalanlage und ist der Klassiker unter den Immobilieninvestments. Im Allgemeinen gilt eine eigene gekaufte Immobilie als sichere, im Wert steigende Kapitalanlage, die zusätzlich steuerlich begünstigt wird. In Deutschland wird das Eigenheim als eine zuverlässige Form der privaten Altersvorsorge angesehen, welche eine hohe Rendite verspricht.

Der Erwerb einer Immobilie zur Vermietung oder zum späteren Verkauf zur Erzielung einer Rendite ist dabei die zweite direkte Möglichkeit zur Investition in Immobilien. Eine aufwendige Auswahl des Renditeobjekts und Verwaltungsaufwand bei einer Vermietung sind hierbei nötig. Mancher Standort ist weniger gewinnbringend als andere, es ist häufig von der Region abhängig. Laut Studien lohnt sich der Immobilienkauf nicht in den großen deutschen Metropolen. Osnabrück, Wolfsburg und Worms sind die Top-Städte mit den höchsten Renditen bei Immobilien. Eine intensive Recherche ist nötig, um den geeigneten Standort für seine Immobilie zu finden.

Durch ein optimales Wirtschaften sind mit einer Immobilie Renditen bis zu acht Prozent möglich. Hier handelt es sich um eine auf Langfristigkeit ausgelegte Anlage. Nach ungefähr zehn Jahren kann durch diese Geldanlage mit Gewinn gerechnet werden. Diese direkte Kapitalanlage ist somit für Anleger mit viel Eigenkapital geeignet, die Zeit und Geduld mitbringen.

Bei indirekten Kapitalanlagen erwirbt der Anleger nur Beteiligungen an einem Immobilienobjekt. 

Geldanlage in Immobilienfonds

Zum einen kann man als indirekte Kapitalanlage Anteile an Immobilienfonds kaufen. Die Immobilienfonds werden von Fondsgesellschaften, also von professionellen Investoren wie Fonds-Managern aufgelegt. Diese investieren das gesammelte Kapital der Anleger in Immobilienobjekte. Die Gesellschaft übernimmt auch die Verwaltung dieser Immobilien. Die Erträge aus den Mieten gehen dann an die beteiligten Investoren. Die professionellen Investoren erwirtschaften durch ihre Erfahrung meist eine hohe Rendite. Gekaufte Immobilien sind oftmals Einkaufszentren, Wohn- und Bürogebäude oder Lagerhäuser. Durch die Beteiligung an einem Immobilienfonds hat der Anleger weniger Verwaltungsaufwand im Gegensatz zu einer direkten Kapitalanlage.

Bei Immobilienfonds muss zwischen offenen und geschlossenen Fonds unterschieden werden. Offene Immobilienfonds haben in ihrem Portfolio mehrere Objekte, in die sie investieren. Die Laufzeiten sind im Gegensatz zu den geschlossenen Fonds offen. Damit ist den Investoren mehr Flexibilität garantiert, da die Anteile daran jederzeit gekauft und verkauft werden können.

Geschlossene Fonds werden nicht an der Börse gehandelt. Hier investieren wenige Anleger in nur ein konkretes Immobilienprojekt. Sind alle Anteile verkauft, werden sie geschlossen. Investoren müssen ihre Anteile dann bis zum Ende der Laufzeit halten. Diese kann durchschnittlich 15 bis 25 Jahre dauern. Der Plan eines geschlossenen Fonds ist es das Objekt nach bestimmter Zeit wieder mit Gewinn zu verkaufen und diesen an die Beteiligten auszuzahlen.

Beim offenen Fonds findet eine Diversifizierung auf mehrere Investitionsobjekte statt, sodass eine Risikostreuung besteht. Die Wertentwicklung ist dennoch abhängig von der Entwicklung der jeweiligen Immobilienmärkte. Bei einem offenen Fonds sind geringe Einstiegsbeiträge ab 50 Euro möglich. Für einen geschlossenen Fonds muss eine hohe Mindesteinlage ab durchschnittlich 10.000 Euro erbracht werden.

Das Risiko einer Geldanlage ist bei beiden Fondsmöglichkeiten hoch. Bei einem offenen Fonds sind Kursschwankungen häufiger der Fall, aber im Gegensatz zu Immobilienaktien gelten sie als sicherer. Bei einem geschlossenen Fonds ist das Totalverlustrisiko groß, dafür sind die Renditechancen aber höher. Breitgestreute Investitionen sind daher von Vorteil und können das Risiko mindern. Geschlossene Fonds sind folgend für erfahrene und vermögende Anleger geeignet, offene Fonds für Menschen, die flexibel und mit wenig Kapital in Immobilien investieren möchten. Grundsätzlich sollten Anleger bei beiden Fondstypen vor einer Investition die Performance des Fonds der vergangenen Jahre beachten und sich genau informieren, ob der jeweilige Fonds für sie und ihre Bedürfnisse der richtige ist.

Kauf von Immobilienaktien

Eine weitere Investmentmöglichkeit ist der Kauf von Immobilienaktien, die an der Börse erworben werden können. Dabei kauft man Anteile an Firmen aus der Immobilienbranche, die Gewinne aus der Vermietung sowie dem Verkauf von verschiedenen, mehreren Immobilien erzielen. Als Beispiele zu nennen sind hier der größte deutsche Wohnungsvermieter Vonovia oder Deutsche Wohnen.

Aktien in Immobilien bieten Investoren die Möglichkeit, die Anlageformen Aktien und Immobilien zu verbinden, ohne selbst zum Eigentümer einer Immobilie zu werden. Ein großer Vorteil von diesen Aktien ist, dass sie jederzeit gehandelt werden können. Weiterhin ist ein Zugang für jedes Anlegerbudget hier möglich. Dennoch ist bei diesen Aktien Eigeninitiative sowie gewisse Börsenerfahrung gefragt. Der Kauf und Verkauf der Aktien, sowie die Suche nach einem geeigneten Unternehmen muss der Anleger selbst übernehmen. Hier folgt man keinem Fondsmanager. Dabei sollte man sich das Immobilienportfolio des Unternehmens genau anschauen. Hier ist wieder die Standortfrage der Immobilen ein wichtiger Faktor.

Aktien unterliegen den üblichen Kursschwankungen. So schwanken auch Immobilienaktien zwischen Chance und Risiko. Zwar sind sie oft hoch bewertet, aber eine Wertsteigerung ist nicht garantiert. Hohe Rendite führt oft zu höherem Risiko. Zur Altersvorsorge sind sie daher eher nicht geeignet. Für Risikomenschen, die Dividende wollen ist diese Anlagemöglichkeit am attraktivsten.

Crowdinvesting in Immobilien

Eine weitere alternative Anlagemöglichkeit in Immobilien ist das Crowdinvesting. Obwohl weniger in der Öffentlichkeit bekannt, boomt das Crowdinvesting in Immobilien zurzeit. Als Crowd investiert man zusammen auf einer Online-Plattform in Bauprojekte, die entweder saniert oder neugebaut werden. Companisto zum Beispiel stellte mit dem Fünf-Sterne-Resort Weissenhaus Grand Village Resort & Spa seinerzeit mit 7,5 Millionen Euro einen Rekord im Crowdinvesting auf.

Crowd-Projekte können dabei Renditen von fünf bis sieben Prozent bringen. Vorteile hierbei sind vor allen Dingen die geringen Einstiegskosten. Schon ab 100 Euro ist eine Investition in eine Immobilie möglich. Durch das Crowdinvesting kann sich der Investor ein breites Portfolio aufbauen. Investoren können hier kleinere Beträge auf mehrere Projekte verteilen, wodurch eine Risikostreuung besteht. Transparenz ist eine weitere Besonderheit beim Crowdinvesting. Als Anleger weiß man hier genau in welches Projekt sein Geld investiert wird und wie der aktuelle Stand der Immobilie ist. Die Laufzeit ist mit bis zu drei Jahren sehr kurz.

Das Crowdinvesting in Immobilien ist für Kleinanleger geeignet, die sich mit flexiblen Teilbeträgen beteiligen möchten und sich eine Rendite erhoffen. So können sie wie die Profis in Immobilien investieren, aber mit geringeren Beträgen. Aber auch hier ist ein Verlust möglich.

Was Anleger bei der Geldanlage in das "Betongold" immer investieren sollten ist Vertrauen, Selbstständigkeit bei der Auswahl und vorherige Recherche. Weiterhin wird, wie bei jedem Anlageprodukt, eine breite Streuung von Experten empfohlen, um Totalverluste möglichst zu vermeiden.

 

Investieren Sie auch in Immobilien? Wenn ja, was ist Ihre bevorzugte Option? Lassen Sie uns an Ihren Erfahrungen teilhaben!

 

 


 


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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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