7 goldene Regeln der Geldanlage

Fortgeschrittene

Tipps für erfolgreiches Investieren

Von André Jasch
7 Minuten Lesezeit

Als Anleger sollte man nur in Dinge investieren, die man auch versteht. Das bedeutet nicht, dass man einzig und allein in Bereiche investiert, in denen man ein Experte ist. Aber man muss als Investor schnell verstehen, wie eine Geldanlage funktioniert. Bei Investitionen in Unternehmen sollte man schnell begreifen, wie das Geschäftsmodell des Unternehmens funktioniert und wie es in Zukunft seine Umsätze generieren will. Dazu muss man das Geschäftsmodell auf die grundlegende Kennzahl runterbrechen können.

Während es beispielsweise bei Logistik-Unternehmen auf Lager- und Transportkosten ankommt, sind bei E-Commerce-Unternehmen die Größe des Warenkorbs und die Conversionrate entscheidend. Ähnlich verhält es sich mit Finanzprodukten: Auch dort sollte man schnell erfassen können, wie das Produkt funktioniert. Es gibt am Finanzmarkt keine Pluspunkte für möglichst komplizierte Geldanlagen. Dafür erhöht sich aber das Risiko, aus mangelndem Wissen heraus falsche Entscheidungen zu treffen. Wenn man also nicht versteht, wie ein Finanzprodukt funktioniert oder ein Unternehmen Umsätze generiert, sollte man die Finger davon lassen.

 

Wer investiert, sollte dies auf lange Sicht tun. Wer als Anleger nur auf kurzfristige Gewinne aus ist, läuft größere Gefahr, bei Kursschwankungen die Geduld zu verlieren und hohe Verluste einzufahren. Außerdem verringert er die Performance seines Portfolios, denn diese sinkt jedes Mal, wenn ein Investor eine Position abstößt und eine neue hinzufügt. Stattdessen sollten Investoren in Anlageobjekte investieren, die sie auch langfristig halten wollen.

Investoren-Legende Warren Buffett etwa bezifferte die optimale Haltedauer für Aktien einmal mit „für immer“. Hinzu kommt der langfristige Nutzen des Zinseszinseffektes. Je länger der Anlagehorizont ist, desto größer ist auch der potentielle Zinseszinseffekt auf den Ausgangswert der Investition. Dieser Effekt sorgt dafür, dass Zinserträge aus Investitionen zum ursprünglichen Anlagewert addiert und dann ihrerseits verzinst werden. Auf kurze Sicht macht der Zinseszinseffekt kaum einen Unterschied für das Ergebnis, doch langfristig gesehen kann er beträchtliche Auswirkungen haben. Wenn ein Investor seine Investmentbeträge regelmäßig re-investiert, kann er sich diesen Effekt zu Nutze machen.  

 

Für Investoren ist eine Kennzahl von besonderer Bedeutung: Die Bewertung. Speziell bei Unternehmensbeteiligungen spielt die Unternehmensbewertung eine Schlüsselrolle in der Frage, ob ein Investment lukrativ ist oder nicht. Als Investor will man für die Erträge eines Unternehmens und dessen zukünftige Wachstumsaussichten nicht zu viel bezahlen. Dabei gibt es viele verschiedenen Methoden, den Wert eines Unternehmens zu berechnen. Bei börsennotierten Unternehmen kann man den Unternehmenswert mithilfe detaillierter Finanzzahlen berechnen, in dem man sich die Unternehmensentwicklung der letzten Jahre anschaut. Darauf aufbauend lässt sich dann eine realistische Prognose ableiten, wie sich das Unternehmen in naher Zukunft entwickeln könnte. Im Bereich Venture Capital, also bei Investitionen in Startups, unterliegen Unternehmensbewertungen einer größeren Schwankungsbreite, da häufig keine belastbaren Finanzzahlen vorliegen. Doch auch hier gibt es Methoden, um den Unternehmenswert zu bestimmen. Von diesem Wert leitet sich dann meistens direkt ab, ob und wieviel ein Investor in ein Unternehmen investieren sollte.

 

Die Rendite ist letztendlich die entscheidende Kennzahl, an Hand derer ein Investor entscheidet, ob ein Investment für ihn lukrativ ist oder nicht. Dabei sollte der Fokus jedoch immer auf der realen Rendite liegen, also der um Inflationseffekte, Transaktionskosten und Steuern bereinigten Rendite. Die nominale Rendite kann dagegen irreführend sein, denn nur die reale Rendite bringt einen Kaufkraftzuwachs unverfälscht zum Ausdruck.

Privatanleger unterschätzen häufig, wie stark eine Währung binnen weniger Jahre an Kaufkraft verliert. Profi-Investoren dagegen sind sich der Inflation bewusst und bereinigen die Rendite ihrer Geldanlage daher um inflationäre Effekte. Sonst würde ihnen beispielsweise entgehen, dass ein Investment zwar auf den ersten Blick lukrativ aussieht, die Inflation jedoch die Erträge über mehrere Jahre auffrisst und die Rendite dadurch vielleicht sogar negativ macht. Außerdem werden bei der realen Rendite auch steuerliche Effekte und Transaktionsgebühren herausgerechnet, denn auch sie schmälern die Erträge eines Investments, müssen aber als direkte Kosten mit in die Kalkulation einbezogen werden.

  

Investoren brauchen Geduld. Wenn sie ein lohnendes Investment identifiziert haben, gilt es, den richtigen Zeitpunkt für einen Einstieg abzuwarten. Manchmal kann dieser Zeitpunkt sofort sein, manchmal kann er Monate oder sogar Jahre auf sich warten lassen. Aber wenn er dann gekommen ist, muss man bereit sein, zuzuschlagen. Dabei sollte man sich nicht blindlinks auf die erste sich bietende Gelegenheit stürzen, denn Chancen bietet der Markt genügend. Wenn die Gelegenheit da ist, stellt sich noch die Frage nach der Höhe des Einsatzes.

Viele Investoren machen den Fehler, den größtmöglichen Betrag in ein lohnendes Investment zu stecken. Stattdessen sollte die Größe einer Position immer im Verhältnis von potenzieller Rendite und dem damit verbundenen Risiko gesehen werden. In der Finanzbranche gibt es eine Reihe von Methoden, um die korrekte Größe einer Position zu errechnen.

 

Mit der Masse zu laufen ist kein guter Rat für einen Investor. Denn wenn sich bis zum letzten Anleger herumgesprochen hat, welches Anlageobjekt lohnenswert ist, ist die zu erwartende Gewinnspanne gering. Investoren-Legende Warren Buffet formulierte es einmal so: „Ich werde Ihnen erklären, wie Sie reich werden. Seien Sie ängstlich, wenn andere gierig sind. Und seien Sie gierig, wenn andere ängstlich sind.” Denn psychologische Effekte spielen eine wichtige Rolle an Finanzmärkten.

In Zeiten, in denen der Aktienmarkt boomt, ist also Vorsicht angesagt. Demgegenüber sollte man als Investor in Krisenzeiten nicht in Panik verfallen, sondern über günstige Kaufgelegenheiten nachdenken. Viele Unternehmen sind dann unterbewertet, obwohl sie ein solides Geschäftsmodell aufweisen und Gewinne erwirtschaften. Ein erfolgreicher Investor versucht zu jeder Zeit rationale Entscheidungen zu treffen und sollte herrschenden Trends weder blind hinterherlaufen, noch Investitionen nur deshalb tätigen, weil sie die Masse ablehnt.

 

Als Investor sollte man sein Kapital nie in eine einzige Kapitalanlage stecken. Stattdessen sollte das Risiko des Portfolios möglichst breit gestreut werden, indem in Kapitalanlagen aus unterschiedlichen Branchen und mit unterschiedlichem Risiko-Rendite-Verhältnis investiert wird. Diesen Ansatz nennt man Diversifikation.

Dabei handelt es sich um eine Anlagestrategie zur Reduzierung des Risikos im gesamten Portfolio. Ein diversifiziertes Portfolio enthält Kapitalanlagen, die eine möglichst geringe Korrelation zueinander aufweisen. Dadurch verlieren im Krisenfall nicht alle Investments gleichzeitig an Wert. So sollte man beispielsweise nicht sein ganzes Kapital auf Aktien aus dem Biotech-Bereich setzen, da im Fall einer Branchenkrise das gesamte Portfolio an Wert verliert.

Stattdessen investiert man in Aktien aus verschiedenen Wirtschaftssektoren, die möglichst unabhängig voneinander sind. Darüber hinaus sollte man auch über Anlageklassen hinweg diversifizieren. Das heißt beispielsweise nicht nur in Aktien und Aktienfonds, sondern auch in Indexfonds, Edelmetalle, Tagesgeld und Anleihen zu investieren.

 

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