Crowdinvesting: Regulierung und Investorenschutz

Fortgeschrittene

Regulierung und Investorenschutz beim Crowdinvesting

Von Cristin Liekfeldt
5 Minuten Lesezeit

2015 brachte die Bundesregierung zur Erhöhung der Transparenz des Grauen Kapitalmarktes das Kleinanlegerschutzgesetz auf den Weg. Der Graue Kapitalmarkt ist der Zwischenraum zwischen reguliertem Handel (unter Aufsicht der Bundesantalt für Finanzdienstleistungsaufsicht; kurz BaFin) und unreguliertem Handel. Auch Crowdinvesting (oder auch Schwarmfinanzierung) war bis zur Einführung des Kleinanlegerschutzgesetzes Teil des Grauen Kapitalmarktes.

Beim Crowdinvesting investieren Anleger über Nachrangdarlehen in Startups oder Wachstumsunternehmen und erhalten dafür eine Rendite. Je nach Beteiligungsvertrag kann dies in Form einer Gewinn- und Exit-Beteiligung (bei Startups) oder über einen jährlichen Festzins (bei Wachstumsunternehmen) geschehen. Mit dem Kleinanlegerschutzgesetz ist der Bereich Crowdfunding, zudem auch Crowdlending und Crowdinvesting zählen, nun teilweise reguliert und unterliegt einer Prospektpflicht gegenüber der BaFin. Anleger erhalten dadurch flächendeckend eine bessere Aufklärung.

Das Gesetz ist als Erweiterung des Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) für jedes Crowdinvestment in Startups gültig, die nach dem 9. September 2015 ihre Finanzierungsrunden gestartet haben. Der Crowdinvestor wird ab diesem Zeitpunkt auf allen seriösen Plattformen für Crowdinvesting durch den Plattformbetreiber bei der Kapitalanlage unterstützt. Im Folgenden wird erklärt, was dies für Anleger und Startups bedeutet.

 

Zunächst stellte die Bundesregierung im Mai 2014 ein Maßnahmenpaket vor, das in Crowdfunding-Kreisen deutlich kritisiert wurde. Durch die Einbeziehung der sachverständigen Akteure im Bereich Crowdinvesting (so zum Beispiel Tamo Zwinge, Co-Gründer und Geschäftsführer von Companisto) konnte dann ein Gesetz entwickelt werden, welches die Investoren bestmöglich schützt und dennoch den bürokratischen und monetären Aufwand für die Plattformbetreiber gering hält.

Die festgelegten Maßnahmen des am 10.Juli 2015 in Kraft getretene Kleinanlegerschutzgesetz sind folgende:

  • Ab einer Fundingsumme von 2,5 Millionen Euro pro Startup muss der BaFin ein Vermögensanlageprospekt vorgelegt werden. Für Finanzierungsrunden unter 2,5 Millionen Euro gibt es wie bisher keine Prospektpflicht.
  • Außerdem gibt es Obergrenzen für Vermögensanlagen per Crowdinvesting pro Person. Investiert ein Anleger mehr als 1.000 Euro, so muss sie eine Selbstauskunft an den Anbieter des Crowdinvesting senden. Damit beweist er, dass sie sich ein Investment in dieser Höhe leisten kann.
  • Dazu muss der Investor ein Vermögen (frei verfügbar oder in Finanzprodukten angelegt) von 100.000 Euro bestätigen oder aber erklären, dass er nicht mehr als das Doppelte seines monatlichen Netto-Einkommens investiert. Für Privatpersonen besteht außerdem eine Obergrenze von 10.000 Euro pro Investment. Über den Betrag hinaus können nur Kapitalgesellschaften (zum Beispiel der Geschäftsführer über die Firma) in Startups investieren. Investoren sollen so vor einer unbedacht hohen Kapitalanlage geschützt werden.
  • Weiterhin gibt es ein verpflichtendes Widerrufsrecht von 14 Tagen. Das heißt, dass jeder Anleger die Möglichkeit hat, das Investment innerhalt von zwei Wochen zu widerrufen. Bei Werbung für die Investments in den sozialen Medien muss außerdem ein Risikohinweis angezeigt werden, wie etwa bei der Bewerbung von Arzneimitteln auch.

 Gesetzlicher Rahmen für Crowdinvesting

 

Die sogenannten VIBs (Vermögensanlagen-Informationsblätter) werden bei den Finanzierungsrunden der Startups von den Unternehmen erstellt und den interessierten Anlegern zur Verfügung gestellt. Sie fassen dabei die jeweilig wichtigsten Daten zusammen, welche Beteiligung und die dazugehörigen Risiken betreffen.

Wird ein Investment getätigt, bestätigen die Investoren verpflichtend, dass sie den Risikohinweis zur Kenntnis genommen haben. Diese Bestätigung erfolgt rein elektronisch.

 

 

Als marktführender Anbieter für Crowdinvesting ist Companisto der Schutz der Investoren seit unserer Gründung wichtig. Auf unserer Plattform gibt es beispielsweise das Widerrufsrecht schon seit Anfang an. Außerdem sind wir durch einen unserer beiden Gründer Tamo Zwinge als Sachverständige nahe am Geschehen und formen diese noch neue Branche des Crowdinvesting aktiv mit.

So konnten wir beispielsweise erreichen, dass Auskünfte nicht mehr ausgedruckt und in Papierform per Post verschickt werden müssen, sondern des digitalen Zeitalters angemessen elektronisch erfolgen können. Außerdem plante der Gesetzgeber ein Vermögensanlageprospekt ab einer Fundingsumme von einer Million Euro. Dies hätte die Crowdinvesting-Anbieter und die Startups pro Finanzierungsrunde mehrere zehntausend Euros gekostet – was wiederum auch Einfluss auf die Anleger der Crowd und deren Renditen gehabt hätte.

Mit dieser Version des Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) sind wir jedoch in Punkto Verbraucherschutz bei der Kapitalanlage ein Stück weiter gekommen. Hier geht es zum Download des vollständigen Kleinanlegerschutzgesetzes.

 

Außerdem haben sich die Plattformen, die im Bundesverband Crowdfunding e.V. organisiert sind, haben sich außerdem noch weiteren Richtlinien zum Thema Investorenschutz verpflichtet. Das beduetet, dass es sowohl vom Vermögensanlagegesetz vorgeschriebene Reporting-Pflichten gibt, als auch weitere Guidelines für einige Plattformen. Dazu finden Sie mehr im Artikel Bundesverband stärkt die Crowd und beschließt neue Richtlinien.

 

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Cristin Liekfeldt
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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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