Wissenswertes zu Eigenkapital-Beteiligungen

Investieren bei Companisto

Häufig gestellte Fragen zu Eigenkapital-Beteiligungen

7 Minuten Lesezeit

In diesem Artikel haben wir für Sie die häufigsten Fragen zu den Eigenkapital-Beteiligungen auf Companisto zusammengefasst. Eigenkapital ist das aus eigenen Mitteln aufgebrachte Kapital eines Unternehmens. Es ist das Kapital, das von den Inhabern oder Gesellschaftern einer Firma bereitgestellt wurde. Umgekehrt ist jeder Investor, der eine Eigenkapital-Beteiligung an einem Unternehmen hält, zugleich Anteilseigner dieses Unternehmens mit allen damit verbundenen Rechten und Pflichten.

Welche Rechte sind mit Eigenkapital-Beteiligungen verbunden?

Eigenkapital-Beteiligungen sind mit einer Gewinn- und Exit-Beteiligung verbunden. Das bedeutet, dass der Investor eine Rendite erzielt, wenn das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet oder ein Verkauf des Unternehmens, Exit genannt, erfolgt. Darüber hinaus erhält der Investor alle Eigentümerrechte, darunter ausgiebige Informationsrechte über die aktuelle Geschäftsentwicklung, sowie Stimmrechte bei Gesellschafterbeschlüssen.

Welche Formen der Eigenkapital-Beteiligung gibt es auf Companisto?

Companisto bietet verschiedene Beteiligungsformen an. Das neue Eigenkapital-Beteiligungsmodell besteht dabei aus zwei Säulen: einem Beteiligungsmodell für Aktiengesellschaften (AGs) und einem für Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHs). Bei einer Investition in GmbH-Anteile werden Investoren zu Gesellschaftern mit allen Eigentümerrechten. Investoren, die sich auf Companisto an einer AG beteiligen, werden zu Aktionären mit vollem Stimmrecht. Die Aktienregister der Unternehmen werden dabei an Clearstream angebunden. Durch die Clearstream-Anbindung erhalten die Aktien eine ISIN (International Security Identification Number) und sind depotfähig, das heißt sie können in jedem Aktien-Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker verwahrt werden. Bei beiden Beteiligungsmodellen können Investoren unter Umständen den INVEST-Zuschuss in Höhe von 20 Prozent geltend machen.

Ist es möglich bei jeder Depotbank die Wertpapiere zu hinterlegen?

Generell ja. Es gibt auch Ausnahmen. Manche Depotbanken bieten aus verschiedenen Gründen diese Dienstleistung nicht an.

Hier eine Auszug der Banken, bei denen Sie ihre Wertpapiere verwahren können:

- Bank Austria
- BIL Banque Internationale à Luxembourg
- boursorama
- comdirekt
- Consorsbank
- Corstal Consors
- Credit Suisse
- Credit Suisse AG, Zürich
- Deutsche Bank AG
- Fio Banka
- Glarner Kantonalbank, Glarus
- HypoVereinsbank
- KBC
- LGT Bank (Singapore) Ltd
- Postbank
- Postfinance
- PostFinance AG
- Raiffeisenbank
- Raiffeisenbank Luzern
- Raiffeisenbank Salzburger Seenland
- Swissquote
- Swissquote Bank
- Swissquote Bank Ltd
- Swissquote Bank SA
- UniCredit

Übersicht von Banken, die nicht oder nur teilweise mit Wertpapieren beliefert werden können:

- DEKA Bank / Sparkasse (nur Investmentfonds)
- Union Investment (nur Investmentfonds)
- Umweltbank (nur nachhaltige Aktien, gehandelt)
- Augsburger Aktienbank (nur gehandelte Wertpapiere)
- Fondsbank (nur Investmentfonds)
- Ebase (im Einzelfall zu prüfen)
- Degiro (nur gehandelte Wertpapiere)

Was ist der Unterschied zwischen A-Shares und B-Shares?

Auf Companisto werden zwei Formen der Beteiligung mit GmbH-Anteilen angeboten: A-Shares und B-Shares. Mit beiden Beteiligungen wird der Investor zum Miteigentümer des Unternehmens und erhält alle damit verbundenen Eigentümerrechte.

Bei A-Shares liegt die Mindestinvestitionssumme bei 10.000 Euro. Investitionen in Eigenkapital-Beteiligungen ab 10.000 Euro in Unternehmen, die den Richtlinien des INVEST-Förderprogramms entsprechen, werden vom Staat mit 20 Prozent bezuschusst. Dieser INVEST-Zuschuss ist jedoch nur bei Investitionen in Eigenkapital und nur ab einem Investitionsvolumen von 10.000 Euro erhältlich. Ein A-Share-Investor wird namentlich als Gesellschafter des Unternehmens ins Handelsregister eingetragen. Bei Gesellschafterabstimmungen findet ein Stimmrechtspooling der A-Share-Investoren statt.

Bei B-Shares liegt die Mindestinvestitionssumme beim Preis für einen GmbH-Anteil. Bei Gesellschafterabstimmungen findet ein Treuhandpooling der B-Share-Investoren statt. Ein B-Share-Investor wird nicht namentlich als Gesellschafter des Unternehmens ins Handelsregister eingetragen. Stattdessen tritt ein Treuhänder als Gesellschafter für alle B-Share-Investoren auf. Der Treuhänder übt die Stimmrechte der B-Share-Investoren aus. B-Shares werden nicht durch das INVEST-Förderprogramm bezuschusst und können auch nicht in A-Shares gewandelt werden.

Was ist eine Gesellschafterabstimmung?

Bei einer Gesellschafterabstimmung kommen alle Gesellschafter zusammen, um wichtige Entscheidungen über das Unternehmen, an welchem sie beteiligt sind, zu treffen. Nach § 47 GmbHG fasst die Gesellschafterversammlung ihre Beschlüsse nach der Mehrheit ihrer abgegebenen Stimmen. Bei der Versammlung stimmen die Gesellschafter mit JA oder NEIN ab. Diese findet, dem Gesetz nach, mindestens einmal im Jahr statt. Das Unternehmen muss im Vorfeld einer Gesellschafterabstimmung eine Beschlussvorlage anfertigen und diese Companisto zur Verfügung stellen. Auf Grundlage dieser Beschlussvorlage organisiert Companisto die Gesellschafterabstimmung, die dann online im geschlossenen Investorenbereich stattfindet.

Was ist der Unterschied zwischen Eigenkapital-Beteiligungen und partiarischen Darlehen?

Bei partiarischen Darlehen handelt es sich um eine Beteiligungsform, die dem Eigenkapital zwar – soweit es das Gesetz zulässt – angenähert ist, bei der der Investor jedoch keine Eigentümerrechte erwirbt. Er partizipiert genau wie bei Eigenkapital-Beteiligungen von Gewinnen und Exit-Erlösen und verfügt auch über Informationsrechte, erhält jedoch keine Stimmrechte bei Gesellschafterabstimmungen und wird nicht als Gesellschafter im Handelsregister aufgeführt. Eigenkapital-Beteiligungen unterliegen genau wie partiarische Darlehen dem Vermögensanlagen-Gesetz (VermAnlG). Jedoch erhält der Investor hierbei nicht nur ein Vermögensanlagen-Informationsblatt (VIB), sondern auch einen noch ausführlicheren Vermögensanlagen-Prospekt mit allen wichtigen Details und Risiken des Investments. Hinzu kommt, dass Anteilseigner über eine stärkere Rechtsposition verfügen, die unter anderem direkt aus dem GmbH-Gesetz (GmbHG) bzw. Aktien-Gesetz (AktG) hervorgeht.

Warum muss ich mich vor einer Eigenkapital-Beteiligung identifizieren?

Der Gesetzgeber sieht vor, dass sich jeder Investor vor einer Eigenkapital-Beteiligung einmalig identifizieren muss. Die gesetzliche Grundlage dafür bildet das Geldwäschegesetz (§ 11 GwG), das Plattform-Betreiber wie Companisto dazu verpflichtet, die Identität ihrer Investoren vor einer Eigenkapital-Investition zu klären. Ohne eine erfolgreiche Identifikation dürfen Investoren keine Eigenkapital-Investments tätigen. Die Identifikation ist ein einmaliger Prozess und muss nicht für weitere Investments wiederholt werden. Investoren müssen sich vor einer Eigenkapital-Investition einmalig identifizieren. Dafür stehen ihnen zwei mögliche Verfahren zur Verfügung: PostIdent und VideoIdent. Für die Identifikation sollten Investoren ein gültiges Ausweisdokument bereithalten. Um den gesamten Prozess zu gewährleisten, benötigen sie zudem einen Rechner mit einer Webcam (nicht älter als 3 Jahre) oder ein mobiles Endgerät (Smartphone oder Tablet).

Mehr zur Identifikation auf Companisto lesen Sie im Beitrag Identifikationsprozess auf Companisto einfach erklärt

Wie werden Eigenkapital-Beteiligungen besteuert?

Alle Erträge auf Companisto, egal aus welcher Beteiligungsart, sind Kapitalerträge. Darunter fallen auch Erträge aus einer Eigenkapital-Beteiligung. Darauf werden Kapitalertragssteuer (25 Prozent), Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent auf die Kapitalertragsteuer) und ggf. Kirchensteuer (8 Prozent oder 9 Prozent auf die Kapitalertragsteuer, je nach Bundesland) fällig. Weitere Informationen finden Sie in unserem Beitrag Steuern bei Eigenkapital-Beteiligungen.

Kann ich Verluste aus einer Eigenkapital-Beteiligung steuerlich geltend machen?

  • Ja. Etwaige Verluste aus einer Eigenkapital-Beteiligung lassen sich – genau wie Verluste aus einem klassischen Crowdinvestment – mit Kapitalerträgen verrechnen. Für die Verlustverrechnung relevant sind Kapitalerträge aus Zinsen, Dividenden und realisierten Kursgewinnen aus Aktiengeschäften. Sollten keine Kapitalerträge vorliegen, besteht die Möglichkeit des Verlustvortrages. Companisto stellt den Investoren im Insolvenzfall alle nötigen Dokumente als Paket zur Verfügung. Es ist ratsam, Verluste aus einem Startup-Investment möglichst früh anzumelden. Mit Bekanntmachung der Eröffnung des Insolvenzverfahrens sollten auch die betroffenen Investoren ihre Verluste beim Finanzamt geltend machen. Dazu sollten sie über den Steuerberater die folgenden Informationen beim Finanzamt einreichen:
  • Kopie des Beteiligungsvertrags und des Beteiligungszertifikats
  • Zahlungsnachweis als Bestätigung der geleisteten Investition
  • Vorläufige Verlustbescheinigung von Companisto (zu finden im Investorenbereich des Startups unter Dokumente)
  • Bestätigung über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens (zu finden unter Insolvenzbekanntmachungen)

 Weitere Fragen rund um Companisto finden Sie in unseren FAQs.

 Haben Sie noch Fragen zu den Eigenkapital-Beteiligungen auf Companisto? Schreiben Sie uns einen Kommentar!


 


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Hinweis
Der Erwerb der angebotenen Wertpapiere und Vermögensanlagen ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen. Der in Aussicht gestellte Ertrag ist nicht gewährleistet und kann auch niedriger ausfallen. Ob es sich um ein Wertpapier oder eine Vermögensanlage handelt können Sie der Beschreibung der Investitionsmöglichkeit entnehmen.
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