BE Food AG – StadtFarm | Updates

Von Anne-Kathrin Kuhlemann

StadtFarm und BE Food früher und in Zukunft – unser Lernweg

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Liebe Companisten,

als Startup ist man ständig im „Verkaufsmodus“ - alles ist super, alles ist toll, und wo wir sind ist sowieso vorne. In der Realität erleben wir natürlich auch unsere Bauchlandungen, gehen Pläne manchmal nicht auf oder muss man Umwege nehmen, um ans Ziel zu gelangen. Eine kleine Rückschau auf die letzten sieben Jahre – und die Hürden, die wir als nächstes nehmen.

 

1. Höhen und Tiefen

2011 wollten wir ursprünglich eine Nutzung für die Würmer finden, die sich in Kompostanlagen vermehren – Abgabe an Angler war ein Gedanke, oder gleich selber an Fische verfüttern der andere. Wenn wir also Fische züchten wollen, dann in der Stadt – und schon waren wir bei Aquaponik. Was wir weltweit an Technologien screenen konnten, gefiel uns nicht: alles Monokulturen und linear statt echter Kreislaufwirtschaft. Also kauften wir ein 10m² Gewächshaus, stellten es auf der Dachterrasse unseres Büros auf und bauten ein Innenleben.

Die ersten Versuche waren ziemlich gut dafür, dass wir ohne gärtnerische Vorkenntnisse rangingen – nur die „Beeren-Kapillar-Bewässerung“ (man ahnt, wir waren von aktueller Forschung inspiriert) funktionierte wirklich überhaupt nicht, und dass man Gurken nicht neben Tomaten pflanzt, weil sie sich nicht mögen und die Gurken dann Mehltau kriegen – naja, ich hätte halt meine Großmutter fragen sollen. Die Saison lief so gut, dass wir zur Weihnachtsfeier Fisch aus eigener Zucht mit dem Team zubereitet haben – das hat uns natürlich motiviert, weiter zu machen.

 

BE Food - Prototyp auf Dachterasse

Links: Das Labor in der Berufsschule | Rechts: Gewächshaus auf der Dachterasse

 

Während die Versuche im Kleinen weitergingen, stießen wir auf Gewächshäuser in einer Berufsschule, und fingen 2013 eine Kooperation an, die uns den Bau eines Labors von 100 m² ermöglichte – während Schüler bei uns lernen konnten, wie die Landwirtschaft der Zukunft aussehen könnte. Wir waren so euphorisch, dass wir verkündeten, einen neuen Beruf mit der Schule entwickeln und bei der IHK anerkannt bekommen zu wollen: den des StadtFarmers, eine Kombination der Lehrinhalte aus Stadtgärtner und Tierpfleger gepaart mit reichlich Technik. Dabei haben wir allerdings die Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements seitens der Lehrer und Schule deutlich überschätzt… das Thema mussten wir irgendwann in die Schublade legen (wobei bei uns immer gilt „aufgeschoben ist nicht aufgehoben“ - wer weiß, wann das wieder relevant wird!).

Auch beim Bau der StadtFarm in Herzberge gab es eine Lektion, die wir definitiv nicht vergessen haben: einer der Zulieferer versicherte uns, wir bräuchten viel größere Pumpen, als in unseren Plänen vorgesehen, er kenne sich aus, das würde ja nichtmal für ein Schwimmbad genügen. Wir wollten bei der ersten kommerziellen Anlage auf Nummer sicher gehen und ließen uns auf seinen Rat ein. Bei Inbetriebnahme stellte sich heraus: wir hatten doch Recht, die Pumpen waren jetzt völlig überdimensioniert und mussten ständig gedrosselt werden. Unser Gesamtsystem war eben nicht verstanden worden. Seitdem lassen wir uns nichts mehr von selbsternannten Experten erzählen, schon gar nicht von solchen, die uns etwas verkaufen wollen :-).

Apropos Verkauf: seit 3 Jahren ist StadtFarm offiziell als Produzent-Partner der BioCompany im Heft gefeatured – denn schon in unserer Laborphase waren wir gut bekannt und so war der Plan, dort ab Frühjahr 2018 in den Regalen zu liegen. Doch auch ein starker Händler wie BioCompany kann nicht zaubern: der Verband untersagte Anfang des Jahres die Nutzung einer Regelung, nach der auch nicht Bio-Produkte im Bioladen gelistet sein können. So sind wir dann einige Monate später mit Popup-Stores auf eigener Kasse in der BioCompany gestartet – und weichen für das eigentliche Listing auf den konventionellen Lebensmitteleinzelhandel aus. Etwa ein halbes Jahr Verzögerung hatte das zur Folge, sonst wäre die Berliner StadtFarm deutlich schneller in die schwarzen Zahlen gekommen.

Ein Thema, an das wir sehr naiv herangegangen sind, war zuletzt der Versuch, Langzeitarbeitslose in unser Team zu integrieren. Am Standort der StadtFarm ist auch eine Firma ansässig, die Qualifizierungsmaßnahmen durchführt, und wir wollten gerne jährlich „ein bis zwei Leute“ übernehmen, schließlich ist unser Anspruch auch ein social enterprise zu sein. Doch die Welten zwischen begeistertem Start-up mit Leidenschaft und Tempo vs. häufig von der Gesellschaft enttäuschten Menschen, die sich an Routinen und Arbeitsalltag erst einmal wieder gewöhnen müssen, sind doch sehr weit voneinander entfernt. Eine Kollegin konnten wir vor Kurzem fest übernehmen – allerdings im Bürobereich, nicht in der Produktion. Ansonsten sind in der Regel 2-3 für einige Monate in klar abgegrenzte Aufgaben der Pflanzenpflege eingebunden, aber bis zu einem Arbeitstempo, das marktfähig ist, liegt noch ein sehr weiter Weg.

 

2. Die nächsten Schritte

Bislang waren die Wege bei uns kurz, die Hierarchien flach und Entscheidungen schnell getroffen. Im Wachstum werden wir jetzt sehr viel formaler und stringenter – und das bedeutet ein deutliches Umlernen für alle Beteiligten. Dieser Kulturwandel ist die eine große Herausforderung, die uns in den nächsten Monaten bevorsteht.

Inhaltlich arbeiten wir außerdem gerade an der Teilautomatisierung der Verarbeitungsstrecke, damit StadtFarmen günstig(er) die Wertschöpfungskette verlängern können. Die meisten Maschinen am Markt müssen dafür vermutlich ein wenig umgebaut werden, um unseren Bedürfnissen und Ansprüchen gerecht zu werden. Aber das gilt ja für unsere gesamte Technik, dass wir sie leicht anpassen oder z.T. Komponenten zweckentfremden. Da vertraue ich ganz auf unsere bisherigen Erfahrungen, das werden wir schon meistern. Nur meine Ungeduld, wie schnell das alles geht, die werde ich mal wieder bändigen müssen.

 

Mit herzlichen Grüßen,

Ihre Anne-Kathrin Kuhlemann



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