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By Kai

Women in tech

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Am heutigen Weltfrauentag - während Berlin sich gerade mit Brüssel wegen einer europaweiten Frauenquote für Aufsichtsräte zofft - beschäftigen wir uns mit einem beklagenswerten Thema. Es gibt viel zu wenig Frauen in der Startup-Szene. Companisto ist von diesem Vorwurf übrigens nicht ausgenommen. Ein Blogger im Glashaus...

Deutschland und Brasilien werden von Frauen regiert, de facto wird Indien von Sonia Ghandi geführt, Christine Lagarde gebietet über den IWF (hier mehr zu den "100 mächtigsten Frauen der Welt"). Was in der Politik akzeptiert ist, gilt in Ansätzen auch für die Geschäftswelt. Aber wie viele Frauen führen ein Unternehmen, noch dazu in der Startup-Szene? Wie viele Frauen arbeiten überhaupt in Startups?

Klischees vs. Daten

Wahr ist, dass es auch deswegen so wenige Frauen in Startups gibt, weil die meisten Startups von Männern gegründet werden. Wahr ist nicht - wie viele Männer denken -, dass Frauen nicht programmieren können oder dass sie keinen Geschäftsinn haben. Und wer denkt, dass zu viele Frauen im just gegründeten Unternehmen den Betriebsfrieden bedrohten (Stichwort "Zickenkrieg"), wird gleich ziemlich überrascht sein. 

Gemessen an Gewinnen, Exits und Börsengängen verfügen erfolgreiche, Wagniskapital-finanzierte US-Startups über mehr als doppelt so viele Frauen in Top-Positionen wie ihre weniger erfolgreichen Wettbewerber, so Forbes. Amerikanische Daten legen sogar nahe, dass wenn Frauen selbst gründen, sie bezogen auf jährliche Umsätze entweder mäßig erfolgreich sind ($ 1 Million +; hier stagniert der Anteil der weiblich geführten Startups) oder aber deutlich erfolgreicher abschneiden ($ 10 Millionen +; hier werden es immer mehr weiblich geführte Startups), als die nicht nach Geschlechtern getrennte Gesamtentwicklung vermuten ließe. Was zunächst wie ein Widerspruch klingt, ist keiner und der Trend zum Erfolg der frauengeführten Unternehmen ist nicht zu leugnen. 

Weibliches Unternehmertum

Laut des KfW-Gründungsmonitors werden mittlerweile immerhin schon 40% aller Unternehmen von Frauen gegründet, das ist ein Spitzenwert und bezieht sich auf Gründungen aller Art. Generell gilt, dass laut Zahlen der OECD nur zwei Prozent aller arbeitenden Frauen in Deutschland Unternehmerinnen sind, bzw. ihr eigenes Unternehmen leiten. Bei den Männern sind es sieben Prozent.

Weil auch der Politik klar ist, dass das zu wenig ist, haben - EU-weit einmalig - drei Bundesministerien ihre Expertise eingebracht, um die bundesweite gründerinnenagentur (bga) ins Leben zu rufen. Die bga soll als Anlaufstelle für jene Frauen dienen, die den Schritt in die Selbständigkeit wagen wollen, klärt über Chancen und Risiken auf und steht Gründerinnen mit Rat und Tat zur Seite.

Grundsätzlich, unabhängig von der Startup-Szene, zeichnen sich Gründungen von Frauen laut Bundesagentur für Arbeit "meist durch eine solidere Finanzplanung, eine bessere Vernetzung und eines insgesamt stärkeren Abwägens von Risiken aus. Über Erfolg und Misserfolg entscheidet am Ende aber die Kombination aus Persönlichkeit, Fachwissen und Geschäftsidee, egal ob bei Mann oder Frau", heißt es bei impulse

Work-Life-Balance

In der Startup-Welt haben Frauen mit noch mehr Hürden zu kämpfen als generell schon in der Arbeitswelt. Zwar ist es für eine Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland inzwischen üblich, auch nach Feierabend und auch am Wochenende für den Arbeitgeber erreichbar zu sein oder aber Arbeit mit in den Feierabend zu nehmen. In Startups arbeitet man mehr oder minder rund um die Uhr - weil es gar nicht anders geht. Obwohl Home-Office bei einigen Startups gang und gäbe ist, erscheint es unter diesen Umständen schwierig, Job und Familienwunsch unter einen Hut zu bringen.

Der KfW-Gründungsmonitor bezeichnet familiäre Verpflichtungen als eines der wesentlichen Hindernisse für weibliches Unternehmertum. Laut Sheryl Sandberg übrigens (mehr dazu im zweiten Teil) verlieren in den USA Mütter, die während der Babypause ein Jahr zuhause bleiben, durchschnittlich 20% ihres Gehalts. Mutterschaft insgesamt ist karrierehemmend in der Startup-Welt, die Diskriminierung geht so weit, dass Wagniskapitalgeber zumindest in den USA werdende Mütter gar als Risiko betrachten. Bei Geschäftsführern, die Väter werden, ist das offenbar kein Problem.

Lest am Mittwoch an dieser Stelle im zweiten Teil, ob erfolgreiche Unternehmerinnen wie Facebook-Vize Sheryl Sandberg oder Yahoo-Chefin Marissa Mayer als Vorbild für Gründerinnen taugen, in welchen Städten die Verteilung Männer/Frauen in Startups am günstigsten ist und wie sich Frauen zusammenschließen, um sich Gehör zu verschaffen. Stay tuned!

Was meint ihr, woran liegt es, dass nur so wenige Frauen in Startups arbeiten? Warum wagen nicht mehr Frauen den Weg in die Selbständigkeit? Was müsste geschehen, damit sich das ändert?



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