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Von Companisto

Doxter-EXIT: „Wir freuen uns mit den Companisten!"

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Von der Idee zum erfolgreichen Exit in nur vier Jahren: Im Interview mit Companisto erzählt Dr. Ron Lehnert, der Gründer der Arztbuchungssplattform Doxter, wie alles anfing – und warum die  Crowdinvestoren seine Idee überhaupt erst möglich gemacht haben.

 

Hinter dir liegen stressige, aber glückliche Wochen: Doxter wurde verkauft. Wie fühlt ihr euch?

Dr. Ron Lehnert: Wir fühlen uns natürlich sehr gut: Wir haben jetzt durch den Verkauf an Doctena eine noch bessere Perspektive, das Unternehmen weiterzuentwickeln.  Wir waren bisher auf dem deutschen Markt sehr präsent – nun geht es nach Europa. Als Gründer hat man natürlich auch ein lachendes und ein weinendes Auge: So ein Unternehmen, in das man unendlich viel Energie gesteckt hat, ist immer auch wie ein „Baby“. Nun ist es groß geworden und zieht in die Welt. Wir freuen uns aber auch für unsere Companisten, die uns in einer sehr frühen Phase unterstützt haben und Doxter möglich gemacht haben. Ein Kreis schließt sich.

 

Ein Exit ist also nicht nur für die Investoren ein tolles Ereignis – immerhin hatte er eine sechsstellige Auszahlung für die Companisten zur Folge -  sondern eine echte Challenge…

Dr. Ron Lehnert: In einem ersten Schritt ist das in der Tat eine Herausforderung. Am meisten Aufwand macht immer der Prozess der Due Diligence. Wenn dies erfolgreich abgeschlossen ist, bleiben noch viele kleinere Baustellen, die aber auch zu bewältigen sind. Als neuer Geschäftsführer von Doctena Deutschland kommt jetzt die Aufgabe auf mich zu, unser Unternehmen weiter optimal zu platzieren und dazu beizutragen, dass beide Unternehmen zusammenwachsen. Das ist eine Herausforderung, auf die ich mich freue.

 

Ihr wart 2012 das erste Startup,  welches auf Companisto finanziert wurde. Warum habt ihr euch für Crowdinvesting entschieden?

Dr. Ron Lehnert:Wir haben uns zunächst mit EXIST finanziert – ein Programm, das ich wirklich empfehlen kann in frühen Phasen. Als der Zeitpunkt kam, eine Anschlussfinanzierung zu suchen, standen wir dann rasch in Verhandlungen mit Business Angels. Dieser Prozess dauert immer etwas länger.  Natürlich haben wir uns umgeschaut, welche alternativen Möglichkeiten es für Gründer noch gibt. Letzlich haben wir uns für Companisto entschieden, weil wir hier das Beteiligungsmodell für unsere Investoren im Exit-Fall überzeugend fanden. Überzeugend fanden wir auch die Schnelligkeit, mit der eine Finanzierungsrunde möglich war. Es war einfach ein perfekter Fit.

 

Crowdinvesting war damals noch eine völlig neue Finanzierungsform – Wie hast du es erlebt?

Dr. Ron Lehnert: Ich kannte das Konzept bereits von Kickstarter. Ich bin allgemein jemand, der keine Berührungsängste hat.  Wir haben uns die Details angeschaut – und festgestellt, es passt einfach. Es war für uns dabei auch sehr neu. Wir mussten einige Daten zusammentragen und auch die Finanzierungsrunde managen. Im Vergleich zu den Verhandlungen mit den Business Angels war aber wie gesagt einfach die Schnelligkeit überzeugend.

 

Wie ging es nach dem Funding weiter?

Dr. Ron Lehnert: Wir haben uns zunächst auf die vier größten Städte in Deutschland konzentriert und mit den Zahnärzten angefangen. Auch deshalb haben wir natürlich personell den Vertrieb ausgebaut.  Wir hatten dann gegen Ende des Jahres 2012 eine Anschlussfinanzierung durch Martin Sinner von Idealo. Es hat ihn zusätzlich überzeugt, in uns zu investieren, da wir bereits über die Crowd bewiesen hatten, dass unser Geschäftsmodell bei Menschen ankommt.

 

Welche Rolle haben die Companisten bei der Enwicklung von Doxter gespielt?

Dr. Ron Lehnert:  Es heißt oft, Crowdinvesting bringe immer auch zusätzliche Effekte durch die große Öffentlichkeit. Das haben wir tatsächlich festgestellt. Wir hatten Medienberichte und haben neue Kunden gewonnen. In den Monaten nach der Finanzierungsrunde haben uns unsere Investoren mit guten Ideen versorgt, die wir auch umgesetzt haben. Eine Idee war, dass Companisten bei ihren Ärzten als Botschafter für uns aktiv werden. Wir haben Visitenkarten drucken lassen, die Companisten dann bei ihren Besuchen dort gelassen haben. Hier war ein Code aufgedruckt, über den man sich als Arzt direkt registiereren konnte. Die Companisten können uns übrigens auch weiter unterstützen und bei ihren Ärzten empfehlen.

 

Gab es Momente, in denen alles auf der „Kippe“ stand – und wie habt ihr den Turn geschafft?

Dr. Ron Lehnert:  2014 haben wir festgestellt, dass wir unser Geschäftsmodell anpassen müssen, um weiter am Markt erfolgreich zu sein. Wir haben die Plattform hin zu „Software as a Service“ umgebaut. Dies hat ein enormes Wachstum gebracht. Letzlich ist die Herausforderung für Unternehmer immer gleich: Das Produkt muss Mehrwerte für die Zielgruppe bieten. Das haben wir sehr gut gelöst. 

 

Und dann kam das Angebot von Doctena – wie habt ihr reagiert?

Dr. Ron Lehnert: Doxter ist etwas, was uns wirklich am Herzen liegt. Wir wollten die führende Plattform in diesem Bereich in Deutschland werden. Klar war deshalb für uns, dass der Exit strategisch Sinn machen muss. Wichtig war uns auch, den Standort in Berlin zu erhalten. Wir haben ein großartiges Team das perfekt aufeinander eingespielt ist. Natürlich kannten wir Doctena. Wir haben uns dann genau das Produkt angeschaut und haben uns die Frage gestellt, ob wir auf einer Wellenlänge liegen. Bei ersten persönlichen Treffen haben wir festgestellt, dass es so ist. Und dann haben wir den Prozess begonnen, der bis heute einige Monate in Anspruch genommen hat.

 

Wie geht es jetzt weiter?

Dr. Ron Lehnert: Wir werden jetzt das Re-Branding angehen. Hier geht es nicht nur um ganz einfache Dinge wie den Austausch des Doxter-Logos oder Anpassungen auf der Homepage, wir müssen unseren Stakeholdern auch kommunizieren, was die Übernahme bedeutet. Im Kern geht es darum, dass wir die Chance haben, gemeinsam mit Doctena zur größten paneuropäischen Buchungsplattform für Arzttermine zu werden.

 

Vielen Dank für das Interview!



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