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Von Team Diversicon

Diversicon beantwortet häufig gestellte Fragen zum Impact Loan

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Liebe Companisten,

Wir haben uns bei der Erstellung der Inhalte für den Diversicon Impact Loan sehr viel Mühe gegeben und versucht, unser Geschäftsmodell umfassend darzustellen. Dennoch kann man natürlich nicht alle Fragen vorab absehen – was dem Einen zu detailliert ist, ist dem Anderen zu wenig.

Auf Basis der Diskussion mit den Companisten seit Start unserer Kampagne haben sich aber einige Themenfelder ergeben, zu denen gehäuft nachgefragt wurde. Da wir das erste gemeinnützige Unternehmen bei Companisto sind, kamen viele Fragen zu diesem Thema und – damit unmittelbar verbunden – zu unserem Finanzierungsmodell. Weiterhin wurden Fragen zur auticon GmbH gestellt, die Dirk Müller-Remus in 2011 gegründet hatte.

Wir hoffen, die einzelnen Themen mit diesem FAQ nochmal genauer erklären zu können und eventuell offene Fragen damit beantwortet zu haben. Die Antworten zur auticon GmbH sind mit dieser abgestimmt.

 

A. Fragen zur auticon GmbH

A.1. Was unterscheidet Diversicon von auticon?

auticon ist ein IT-Beratungsunternehmen, dessen Consultants bei auticon fest angestellt sind. Die Berater aus dem Autismus-Spektrum werden in IT-Projekten bei Kunden vor Ort eingesetzt. Sie haben ein Spezialinteresse im Bereich IT. Hier setzt Diversicon als Ergänzung zu auticon an. Wir wollen uns um die Zielgruppe der Autisten außerhalb des Spezialinteresses IT kümmern. Da wir von Menschen mit vielfältigen Qualifikationen und Berufsfeldern ausgehen, haben wir das Diversicon-Modell entwickelt:

Wir nehmen arbeitslose Autisten zunächst in der Diversicon-Academy auf, schulen sie in berufsspezifischen Kompetenzen und vermitteln sie dann über Zeitarbeit oder direkte Personal­vermittlung an Kunden, aus denen nach drei bis neun Monaten die zukünftigen Arbeitgeber werden sollen. Im Falle einer Anstellung ist das Ziel erreicht: ein Arbeitsplatz ist geschaffen worden.

 

A.2. Was habt ihr mit auticon gemeinsam?

Gemeinsam haben wir den Ansatz, wie man Autisten dauerhaft in ein Arbeitsumfeld integrieren kann. Dieser besteht einerseits aus Training und begleitendem Job-Coaching und andererseits aus der Aufklärung des zukünftigen Arbeitsumfeldes. Dieser Ansatz ist gleichzeitig die praktische Umsetzung einer Empfehlung führender deutscher Autismus-Forscher (Veröffentlichung auf Englisch).

 

A.3. Steht Diversicon mit auticon im Wettbewerb?

Nein. Beide Unternehmen ergänzen sich sinnvoll in ihrem Bemühen, Menschen aus dem Autismus-Spektrum dauerhaft in eine Beschäftigung zu bringen: Wenn uns bei Diversicon ein Teilnehmer mit besonderen IT-Kenntnissen auffiele, würden wir ihn an auticon vermitteln, auticon wäre dann Kunde. Wenn umgekehrt auticon einen Bewerber hat, der nicht die Anforderungen als IT-Consultant erfüllt, kann dieser umgekehrt an uns gegeben und anderweitig vermittelt werden.

 

A.4. Warum ist auticon im Gegensatz zu Diversicon eine normale GmbH?

Mit seinen herausragenden Leistungen im Bereich IT besteht auticon als vollwertiges Mitglied im Wettbewerbsumfeld mit namhaften IT-Beratungen und somit auch mit den eigenen erwirtschafteten Mitteln. Den Gründen für die Wahl der Gemeinnützigkeit von Diversicon haben wir eine eigene Frage gewidmet.

 

B. Fragen zum Thema Gemeinnützigkeit

B.1. Kann jedes Unternehmen gemeinnützig werden?

Nein. Es gibt einen Katalog von Unternehmenszwecken, die als gemeinnützig anerkannt sind (siehe §52 AO). Ein gemeinnütziges Unternehmen muss sich ausschließlich der Förderung eines oder mehrerer dieser Ziele widmen (§56 AO). Bei uns sind dies „Förderung der Volks- und Berufsbildung“ und „Förderung der Hilfe für Behinderte“.

 

B.2. Welche Vor- und Nachteile hat die Gemeinnützigkeit?

Gemeinnützige Unternehmen sind von Gewerbe- und Körperschaftssteuer befreit. Des Weiteren können sie Spenden entgegennehmen und Spendern steuerwirksame Spendenbescheinigungen ausstellen. Auch richten sich viele Förderprogramme von Stiftungen und der öffentlichen Hand ausschließlich an gemeinnützige Organisationen.

Von Nachteil ist sicher die strenge Regulierung: Administrativer Aufwand und Kontrolle durch das Finanzamt sind hoch und der Unternehmensgegenstand kann nur schwer geändert werden.

 

B.3. Darf ein gemeinnütziges Unternehmen überhaupt Gewinne machen?

Ja, denn kein Unternehmen kann bei dauerhaften Verlusten bestehen. Der Unterschied zu gewerblichen Unternehmen liegt in der Mittelverwendung: Gewinne müssen in der Regel zeitnah für die gemeinnützigen Zwecke verwendet werden und es besteht ein Ausschüttungs­verbot (§55 AO).

 

B.4. Wie könnt ihr die Rückzahlung des Impact Loan formal darstellen?

Das Impact Loan wird als langfristige Verbindlichkeit bilanziert. Die Ansparung des Rückzahlungs­betrages wird dann genauso gehandhabt, wie in einer gewerblichen GmbH auch. Da für Gewinne ein Ausschüttungsverbot besteht, ist bei positivem Geschäftsverlauf auch die Rückzahlung sichergestellt

 

B.5. Warum habt ihr euch für eine gemeinnützige Unternehmensform entschieden?

Menschen aus dem Autismus-Spektrum sind trotz ihrer Kompetenzen unverhältnismäßig oft arbeitslos. Zur Lösung dieses gesellschaftlichen und sozialen Problems möchten wir mit unserem unternehmerischen Ansatz zu einer positiven Veränderung beitragen. Hierfür hätten wir auch eine „normale“ GmbH gründen können. Wir haben allerdings in diversen Vorgesprächen festgestellt, dass nur eine gemeinnützige Unternehmensform die in diesem Bereich notwenige Glaub­würdigkeit transportiert.

Weiterhin möchten wir, dass das gesellschaftliche Ziel von Diversicon nachhaltig verfolgt wird und nicht die Gewinnerzielungsabsicht irgendwann soweit in den Vordergrund rutscht, dass man die Betroffenen nicht mehr sieht. Anders gesagt: Immer profitabel, aber nicht ausschließlich gewinn­maximierend zu Lasten derer, für die wir das Unternehmen gegründet haben. Die Gemein­nützigkeit gibt hier einen rechtlichen und unternehmerischen Rahmen, der eine sinnvolle Balance zwischen den inhaltlichen Zielen und einer sachgerechten Rendite dauerhaft sicherstellt.

 

C. Fragen zum Finanzierungsmodell

C.1. Warum bietet ihr keine Eigenkapital- oder sonstige Erfolgsbeteiligung wie andere Startups an?

Alle gemeinnützigen Unternehmen unterliegen dem gesetzlichen Gewinnausschüttungsverbot nach §55 AO. Gesellschafter erhalten daher – anders als bei anderen Startups – keine Gewinn­beteiligungen. Auch partiarische Darlehen, die einen erfolgsabhängigen Zinsanteil haben, dürfen wir nicht anbieten. Anders gesagt: Wir könnten durchaus Eigenkapitalbeteiligungen ausgeben – aber neue Anteilseigner wären nicht am Erfolg beteiligt und könnten später lediglich ihre Einlagen zurück­erhalten (Einlagenrückgewähr).

Da das für die meisten Investoren wohl unattraktiv wäre, haben wir uns für den Weg über das Impact Loan entschieden: Ein festverzinsliches Darlehen dient als Eigenkapitalersatz, weil es längerfristig zur Verfügung steht.

 

C.2. Wieso finanziert ihr euch nicht über Bank / KfW / staatliche Gründungsförderprogramme?

Banken müssen auf Grund der für alle Institute geltenden Richtlinien (Basel III) eine Risiko­bewertung vornehmen und ihre Kredite dementsprechend umfangreich besichern. Startups haben in aller Regel viele Risiken und wenig Sicherheiten, daher werden die wenigsten Neugründungen über Bank finanziert. Vor diesem Hintergrund gibt es in Deutschland die staatliche KfW-Bank: Sie stellt spezielle Förderprogramme bereit und entlastet die Geschäfts­banken von den Kreditrisiken. Vereinfacht: Der Staat bürgt sozusagen für Startups, damit innovative Neugründungen überhaupt möglich sind. Eine andere Variante dieser Absicherung sind Bürgschaftsbanken wie die BBB.

Problem: Darlehensprogramme sind nur für besicherbare Investitionen wie Immobilien, Maschinen und Vorräte ausgelegt. Und Finanzierungsprogramme für Neugründungen basieren alle auf erfolgs­abhängigen Modellen wie Eigenkapitalbeteiligungen oder partiarische Darlehen, was jedoch beides nach §55 AO für uns verboten ist, siehe oben. Der Staat schließt also gemeinnützige Unternehmen per Gesetz von seiner eigenen Gründungsförderung aus.

Ein Fremdkapitaldarlehen mit festem Zinssatz ist somit die einzige Finanzierungsoption für die gemeinnützigen Unternehmensgründungen – neben Spenden und unverzinslichen Einlagen. Der Impact Loan stellt für uns daher einen Eigenkapitalersatz dar, der uns die Aufnahme der Geschäftstätigkeit ermöglicht. Dafür möchten wir allen beteiligten Companisten nochmals danken!

 

C.3. Wie könnt ihr die Rückzahlung des Impact Loan finanziell darstellen?

Das Impact Loan dient uns als Anschubfinanzierung zur Aufnahme der operativen Tätigkeit. Danach stehen uns im Gegensatz zu rein gewerblichen Unternehmen auch Fördermittel offen. Dass der laufende Geschäftsbetrieb der drei Diversicon-Module auf Dauer profitabel ist, haben wir in unserer Finanzplanung dargestellt. Dabei haben wir stets einen bewusst konservativen Ansatz gewählt. Wir gehen davon aus, dass wir durch die Skalierung (zusätzliche Standorte, weitere Störungs­bilder) nach dem Break-Even ab 2020 unseren Umsatz entsprechend ausbauen können. Selbst bei einer niedrigen Umsatzrendite sollten dann die endfällige Rückzahlung in 2023 dargestellt werden können.

Insgesamt ist es bei Dienstleistungsunternehmen auf Grund der hohen Fixkosten wichtig, schnell zu skalieren, um durch eine möglichst hohe Auslastung der vorhandenen Kapazität eine optimale Rentabilität zu gewährleisten. Auch wenn wir Diversicon gut vorbereitet haben und von unserem Geschäftsmodell überzeugt sind, bleibt natürlich, wie bei jedem Startup, das übliche Investitions­risiko. Bitte schaut euch hierzu auch gerne unsere Erläuterung zur Finanzplanung an.

 

C.4. Warum zahlt ihr nicht mehr / weniger Zinsen?

Einerseits möchten Investoren verständlicherweise eine risikogerechte Rendite. Auf der anderen Seite achtet das Finanzamt bei Gemeinnützigkeit darauf, dass der Zins marktüblich ist und keine verdeckte Gewinnausschüttung darstellt. Drittens muss die Zinszahlung im Rahmen unseres Geschäftsmodells natürlich auch wirtschaftlich leistbar sein. Vor diesem Hintergrund haben wir uns im Vorfeld sehr intensiv mit diesem Thema befasst und recherchiert sowie mit mehreren Steuerberatern gesprochen.

Wir sind sicher, mit Companisto und dem Impact Loan ein Angebot formuliert zu haben, das auf alle diese Belange entsprechend eingeht.

 

Wir hoffen, dass wir mit diesem Update eure Fragen hinreichend aufklären konnten und wir weiterhin gemeinsam an der Zukunft von Diversicon arbeiten. Wir freuen uns über weitere Investments wie auch Ratschläge und Hinweise.

 

Viele Grüße

Euer Diversicon-Team

Dirk Müller-Remus und René Kuhlemann



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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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