Nepos | Updates

Von Paul Lunow

Das Nepos UI+

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Liebe Companisten,

das Herzstück des Nepos Tablets ist die universelle Bedienoberfläche. Aber was genau verbirgt sich dahinter? Wie funktioniert das sogenannte UI+, welche Inhalte können dargestellt werden und welche Besonderheiten weist es im Hinblick auf die Zielgruppe auf? Diese Fragen werden uns immer wieder gestellt. Im Folgenden möchten wir sie daher ausführlich beantworten.

 

Wofür steht die Abkürzung UI+?

Die Abkürzung UI steht im allgemeinen Sprachgebrauch für „User Interface“. Gemeint ist damit die Benutzerschnittstelle, über die Menschen mit Maschinen kommunizieren. Wir kommen täglich mit unendlich vielen User Interfaces in Berührung: Wenn wir Nachrichten auf dem Smartphone checken, Dokumente am Computer bearbeiten oder uns ein Ticket am Automaten lösen. Alle Programme, Webseiten und Apps werden über Benutzeroberflächen bedient. Mithilfe der Maus, einer Tastatur, dem Touchscreen und zunehmend auch der Sprachsteuerung geben wir Befehle ein und kommunizieren so mit dem Betriebssystem. UI+ steht bei uns zugleich für „Universal Interface“. Diese Wortschöpfung soll betonen, dass die Nepos Benutzeroberfläche für alle Anwendungen nach der gleichen allgemeingültigen Logik funktioniert.

 

Welche Inhalte können im UI+ dargestellt werden?

Jeder externe Inhalt kann über Schnittstellen eingebunden werden. Mit unserer Oberfläche ist die sichere Nutzung jeder Applikation möglich, ohne deren Bedienung neu erlernen zu müssen. Um die Inhalte Dritter zu integrieren, müssen diese ihre Daten über standardisierte Schnittstellen zur Verfügung stellen. In der Einführungsphase starten wir mit einer reduzierten Auswahl vorinstallierter Apps (Inhalte). Über den Browser können die Nutzer aber zusätzlich auf alle Internetinhalte zugreifen. Weitere Inhalte kommen im Laufe der Zeit dazu. Mit dem UI+ bieten wir in einer sich rasend entwickelnden Welt eine Konstante: die Inhalte können sich ändern und erweitert werden, aber die Bedienung bleibt immer gleich. Künftig könnte über das Tablet auch die Abwicklung von Bürgeramtsangelegenheiten erfolgen oder Online Sprechstunden abgehalten werden. 2020 planen wir die Plattform für Drittanbieter zu öffnen. Das heißt, wir geben Anbietern dann die Möglichkeit, automatisch im UI+ zu erscheinen.

 

Nepos - Schnittstellenanbindung

 

Nepos - UI+

 

Wie seid ihr bei der Entwicklung des UI+ vorgegangen?

Wir wollten ein Bedienkonzept entwickeln, das es auch unerfahrenen Nutzern ermöglicht, all die Dinge zu tun, die wir im Netz erledigen: E-Mails schreiben, Musik hören, Videos anschauen, Tickets buchen, Geld überweisen, etc.. Es sollte ein Werkzeug sein, mit dem auch zukünftig neu dazu kommende Angebote unkompliziert, in der einmal gelernten Art und Weise genutzt werden können. Um unsere Vorstellungen mit den Bedürfnissen der Zielgruppe abzugleichen, haben wir eine Testgruppe in einem Berliner Seniorenheim gegründet, die Rosenhof Akademie. Die ersten Workshops bestätigten unsere Annahme: Senioren möchten die Vorteile des digitale Zeitalters nutzen. Aber sie sind schnell überfordert von unbekannten Fachbegriffen, dynamischen Navigationselementen, überladenen Bildschirmen und unklaren Handlungsanweisungen. Wenn sie etwas nicht verstehen, geben sie schnell auf.

 

Orientieren sich Digital Natives anders als digitale Anfänger?

Ja. In unseren Fokustests und Langzeitstudien stellte sich heraus, dass für die digitalen Anfänger Orientierung von zentraler Bedeutung ist. Die Testnutzer wollten immer wissen, wie und warum sie von Schritt A zu Schritt B gelangt sind. Das brachte uns auf die Idee, ein Bedienkonzept auf Grundlager einer Kreislogik aufzubauen. Menüs sollten sich Schritt für Schritt öffnen, den Weg weisen und immer sichtbar bleiben. Jeder Inhalt sollte möglichst nur ein bis zwei Hauptaktionen beinhalten, am besten immer nur die, die auch entscheidungsrelevant sind. Nach den ersten Workshops haben wir Testapps entwickelt, die wir im monatlichen Rhythmus überprüft haben.

 

Was war die größte Herausforderung?

Die größte Herausforderung bestand darin, eine einheitliche Struktur zu schaffen für all die unterschiedlichen Anwendungsszenarien von Drittanbietern, wie E-Mails schreiben, Waren auswählen, Kontakte einrichten, Geld überweisen, inklusive Scrollen, Suchen, Senden. Zusätzlich zu den “Wunsch-Apps” der Testnutzer haben wir daher bewusst komplizierte Anwendungen auf den Testgeräten implementiert. Wir wollten sicher gehen, dass sich auch komplexere Vorgänge über das UI+ steuern lassen. Beispielsweise haben wir eine HRS-App integriert, denn die Wahl eines Hotelzimmers verläuft in der Regel nicht linear und umfasst viele Schritte: Suchen, Filtern, Auswählen, das Gewichten des Preises, das Vergleichen von Angeboten, etc.. Für uns war wichtig, dass auch ein vielschichtiges Auswahlverfahren mit der einmal gelernten Bedienlogik des UI+ möglich ist, um auch alle künftigen, heute noch unbekannten Anwendungen in der gleichen Logik abdecken zu können.

 

Nepos - Entwicklungsskizzen

 

Welche Rolle spielten die Zielgruppentests und wie oft fanden sie statt?

Ohne den engen Austausch mit der Zielgruppe wären wir nicht so weit, wie wir heute sind. Nur durch unsere intensiven Tests und Befragungen konnten wir die Lösungsstrategien der Nutzer analysieren und das UI+ entwickeln, das so exakt auf die spezifischen Bedürfnisse älterer Personen zugeschnitten ist. Gestartet sind wir mit regelmäßigen Einzeltests. Über zwei Jahre hinweg haben wir monatlich neue Ideen, Konzepte und Prototypen besprochen und überprüft. Insgesamt haben wir mit mehr als 300 Testpersonen zusammengearbeitet und drei Langzeitstudien durchgeführt, um jeden Aspekt des UI+ detailliert zu untersuchen.

 

Nepos - Zielgruppentests

 

Vor welchem Problem stehen ältere Menschen?

Es ist neurologisch vorprogrammiert, dass wir bereits mit ca. 25 Jahren das Interesse daran verlieren, Neues zu erlernen. Man nennt das die “fluide Intelligenz”, die nachlässt. Man wird nicht dümmer, sondern mischt mit zunehmender Lebenserfahrung immer mehr erfahrungsbasiertes Wissen bei, die sogenannte “kristalline Intelligenz”. Es findet also über die Lebenszeit eine Art “trade-off” zwischen beiden Intelligenzformen statt, mit einer recht ausgeprägten Verschiebung im höheren Alter zugunsten der kristallinen Intelligenz, was dazu führt, das ich ab 60 Jahren nicht mehr so viel Spaß daran habe, neue Technologien zu erlernen, auch, wenn uns die Anwendung an sich interessiert.

 

Nepos - Intelligenz im Alter

 

Muss man beim Interface Design für ältere Menschen auf besondere Dinge achten?

Wenn Senioren Schwierigkeiten mit der Technik haben, geben sie sich immer selbst die Schuld. Sie sind schnell demotiviert. Sie wollen “an die Hand genommen“ aber nicht für doof verkauft werden. Wenn sie etwas erfolgreich ausführen, wünschen sie sich Feedback. Wer im höheren Alter etwas Neues lernt, vergisst es schnell wieder, wenn es nicht auf bekannten Mustern aufsetzt. Deshalb ist es so wichtig, dass die Interaktion nach dem immer gleichen Schema abläuft. Kontinuität ist der Garant für Sicherheit und Vertrauen. Unsere Tester sind sich bewusst, dass Sie älter sind, möchten aber nicht stigmatisiert werden. Das ist ein schmaler Grat.

 

Nepos - Interface Design

 

Gibt es allgemeingültige Interface-Design-Regeln für Senioren?

Ältere Menschen haben einen hohen Anspruch an Design und Ästhetik, einfach nur die Schrift größer zu machen, reicht nicht aus. Kontraste sind wichtig, außerdem großflächiger Weißraum und keine zu kleinen Textblöcke. Informationen zum Kontext und der Orientierung sind essentiell. Veränderungen auf dem Bildschirm müssen gut erkennbar sein. Versteckte Funktionen, die man durch eine “spezielle” Touchgeste hervorrufen kann, funktionieren überhaupt nicht. Jeder Schritt muss visuell bewusst angesteuert werden. Aber die Konsistenz ist das A und O: Verwandte Elemente müssen in der Anordnung, Farbe und Funktionalität über die gesamte Anwendung hinweg gleich bleiben. Klingt einfach und logisch, ist aber in der Bandbreite der Umsetzungsmöglichkeiten nicht trivial.

 

Auf welchen Grundprinzipien beruht die Bedienung?

  • Jedes Bedienelement hat genau eine Funktion - der Nutzer kann keine Aktionen versehentlich auslösen.
  • Der Nutzer wird multimodal geführt - Sound, Sprachhilfe, Beschreibung, Formen und Farben leiten ihn zum Ziel.
  • Ein Lösungsweg - für jede Anforderung gibt es einen Lösungsweg, damit erreichen wir eine Stringenz in allen erklärenden Begleitmaterialien und jeder Kommunikation.
  • Ästhetischer Anspruch - Klarheit und Minimalismus führen zu einem optisch ansprechenden Design.

 

Warum gibt es erst jetzt ein UI+? Warum hat das vor euch keiner erfunden?

Die fehlende einheitliche Struktur ist das zentrale Problem der älteren Nutzer. Das haben vor uns sicher auch andere erkannt. Es ist aber erst durch die zunehmende Trennung von Front- und Backend seit einigen Jahren möglich, Inhalte Dritter über APIs abzugreifen und in ein neues, einheitliches Interface zu integrieren. Soweit wir wissen, sind wir die ersten, die mit der Konzeption und Umsetzung eines Universal Interfaces für diese Zielgruppe begonnen haben. Auch wenn der Entwicklungsprozess dadurch an Geschwindigkeit eingebüßt hat, war uns die systematische Einbindung der Nutzer über den gesamten Entwicklungszeitraum von drei Jahren wichtig.

 

In unserem Profil könnt ihr euch außerdem noch drei Videos ansehen, wie die Universelle Bedienoberfläche beim E-Mail schreiben, Online Banking und Online Shopping funktioniert: Übersicht -> Die Universelle Bedienoberfläche UI+

Benutzerschnittstellen, über die Menschen mit Maschinen kommunizieren, wird es immer geben. Nepos schafft mit dem UI+ eine Grundlage, auch in Zukunft technische Geräte der jeweiligen Generation 65+ zugänglich zu machen. Das Nepos Tablet ist erst der Anfang.

 

Viele Grüße

Giuseppe Vitucci (Lead Interface Designer), Paul und Florian



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