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Von Kai

Großinvestoren im Gespräch: Zapitano-Investor Dirk Stader von Media Ventures

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In unserer neuen Blog-Reihe "Großinvestoren im Gespräch" berichten namhafte Investoren über ihren Werdegang, wie ihr Alltag aussieht, wonach sie in Startups Ausschau halten und warum sie in ein konkretes Companisto-Startup investiert haben. Zum Auftakt spachen wir mit Dirk Stader, Geschäftsführer von ZAPITANOs Lead-Investor Media Ventures.

 

Hallo, Herr Stader, Sie sind mit Media Ventures Investor bei Zapitano. Verraten Sie uns bitte, was ein VC/Business Angel eigentlich macht und wie für Sie ein typischer Tag abläuft.

Einen typischen Tag gibt es eigentlich nicht. Ich habe über 35 Beteiligungen zu betreuen und bin daher sehr viel unterwegs, um die Beteiligungen zu besuchen, für Beirats- oder Aufsichtsratssitzungen, um Feuer zu löschen usw. Die größte Herausforderung in meinem Unternehmensalltag besteht darin, sich in die verschiedenen Themenfelder einzuarbeiten: die Einen wollen sich mit mir über die Margenentwicklung im Reisebereich unterhalten, die Anderen über die Kosten/Umsatzrelation im Online-Marketing und der Nächste hat irgendwelche gesellschafts- oder arbeitsrechtlichen Themen. Das macht meinen Alltag spannend, aber auch anstrengend.

Die Tage, an denen ich im Büro bin, sind aller Regel Dank meiner hervorragenden Assistentin sehr gut durchorganisiert (sie nimmt mir bereits eine Vielzahl administrativer Tätigkeiten ab, die leider nicht ausbleiben).

So versuche ich, möglichst viel Zeit für die Analyse von möglichen neuen Investments zu verwenden, lese die Pitch-Decks und Businesspläne der Unternehmen, treffe die Management-Teams und spreche mit Experten aus unserem Netzwerk zu spezifischen Fragestellungen. Im Falle von ZAPITANO haben wir bspw. sehr frühzeitig unsere Mediaagentur Ströer Digital Media beigezogen und auch unsere Online Marketing-Experten.

 

Können Sie ein paar Meilensteine Ihrer Karriere nennen und wie wurden Sie VC?

Nach meinem Studium war ich lange Zeit bei mg technologies und durfte dort mit bereits sehr jungen Jahren Führungsverantwortung übernehmen und Tochterfirmen leiten, allerdings damals noch in so Branchen wie Großanlagenbau. Unternehmenstransaktionen - egal ob auf der Käufer- oder Verkäuferseite - gehörten schon immer zu meinem täglichen Geschäft. Die laufen übrigens in den etablierten, traditionellen Branchen genauso ab wie im deutlich jüngeren Internet- bzw. Online-Segment. Die Mechanismen sind gleich.

Abgerundet habe ich mein Profil in der Zusammenarbeit mit den über 500 Wirtschaftsprüfungsexperten, Rechtsanwälten und Steuerberatern als Geschäftsführer der RölfsPartner Corporate Finance GmbH in Düsseldorf. Bei dieser Gesellschaft habe ich auch viele Unternehmenssanierungen und Restrukturierungen begleitet. Dieses Know-how hilft mir auch heute noch, um in schwierigeren Situationen - denn nicht immer läuft alles glatt, auch nicht bei Startups - auch dann noch einen kühlen Kopf zu behalten, wenn alle anderen schon höchst aufgeregt sind. Es gibt für jedes Problem eine Lösung, zumindest ist das mein Motto und ich versuche allen Beteiligungen gerade in schwierigen Situationen mit meinem Know-how und meinen Erfahrungen zu helfen.

Nachdem ich das einige Jahre gemacht hatte, kam das Angebot von Dirk Ströer, mit ihm gemeinsam den VC Media Ventures auf- und auszubauen. Das hat mich interessiert, da ich hier meine bisherigen Erfahrungen sehr gut einbringen konnte und zudem hat es mich sehr stark gereizt, im Online-Bereich tätig zu werden, da hier eine ganz andere Dynamik und Geschwindigkeit vorherrscht. Das gefällt mir.

 

Worin haben Sie investiert?

Eine großartige Geschichte war sicherlich die Dating-Plattform neu.de. Ich denke, wir haben das Dating mit dem enormen Werbedruck der Out-of-Home-Plakatkampagnen salonfähig gemacht. Viele erinnern sich noch an die deutschlandweite Plakatkampagne, bei der einfach der Schriftzug neu.de auf dem Plakat prangerte und eigentlich jeden neugierig gemacht hat, was denn da wohl dahinter steht. Zudem war der Exit äußerst lukrativ, so viel kann ich hier sagen.

Eine weitere sehr gute Geschichte ist das Reiseportal weg.de. Wir haben es gemeinsam mit dem Team geschafft, innerhalb von vier Jahren die Nummer drei im Markt zu werden. Eine tolle Geschichte. Hinzukommen eine Vielzahl anderer Beteiligungen, die sich aktuell sehr gut entwickeln.

 

Welche Faktoren sind generell für Sie ausschlaggebend, um in ein Unternehmen zu investieren, worauf achten Sie?

Grundsätzlich muss das Unternehmen zu unserer Investmentstrategie passen, das heißt in den Bereichen Medien, Telekommunikation und eCommerce verortet sein. Höchste Priorität hat zudem die Qualität des Managements und des Teams. Das beste Konzept ist nutzlos, ohne ein Management, das einen klaren Fokus hat und große Umsetzungsstärke aufweist. Schließlich ist es erforderlich, dass die klassischen Kriterien erfüllt werden: Klares Alleinstellungsmerkmal, hohes Wachstumspotential und ein überzeugendes Geschäftsmodell.

 

Warum haben Sie in Zapitano investiert, was reizte Sie daran?

Eine Reihe von Merkmalen:

  1. Es gibt eine wachsende Parallelnutzung von Fernsehen und Internet. Den daraus resultierenden Internettraffic – 25 Millionen fernsehrelevante Suchanfragen täglich – greift aber bisher keiner der bestehenden Spieler ab. ZAPITANO tut dies, und hat hierfür zudem eine einzigartige Technologie entwickelt, die dies automatisch und selbstlernend vornimmt.
  2. ZAPITANO schafft einen Rückkanal zum Fernsehen, der sehr vielversprechende Umsatzkanäle eröffnet, wie bspw. synchronisierte Werbung, eCommerce und gänzlich neuartige Zuschauerdaten.
  3. Schließlich befindet sich der Fernsehmarkt in einem kompletten Umbruch, ganz ähnlich zu dem Umbruch im Musik- , Werbe- und auch Handelsmarkt. Und solche Umbrüche bieten immer hervorragende Chancen für neue Unternehmen mit neuen Geschäftsmodellen. Kurzum: Wir glauben an den Megatrend Social TV und Second Screen, wenn auch noch ein weiter Weg zu gehen ist.

 

Haben Sie selbst schon mal gegründet?

Naja, ich fühle mich als Gründer, neu.de und weg.de waren eigene Gründungen. Aber auch mich persönlich reizt das Gründungsthema natürlich sehr, wenn da nicht mein vertragliches Wettbewerbsverbot wäre. Aber ich will nicht ausschließen, dass es mich selbst auch einmal packt. Mal sehen.

 

Wie empfinden Sie den Kontakt mit den in der Regel jungen Gründern?

Gründer sind nicht immer die „Young Boys“, und auch das Management von ZAPITANO ist sehr erfahren und kann auf eine langjährige Karriere zurückblicken. Aber wie auch immer: Der Kontakt zu Gründern ist sehr befruchtend und auch für mich immer wieder ein Ansporn, bestehende Denkmuster zu hinterfragen und ständig zu lernen. Ich liebe es, die Dynamik im Team zu erleben und zu sehen, was man alles bewegen und anstellen kann. Dies kann man einfach nicht mit klassischem Unternehmertum vergleichen. Das ist wie einen Film im Schnelldurchlauf anschauen.

 

Vervollständigen Sie bitte den Satz: „Startups sind...“

… immer ein Abenteuer, bei dem zu Beginn nur Eines feststeht: Es kommt immer anders als gedacht.

 

Welches Startup würden Sie gerne gründen, welches Problem lösen?

Ich persönlich finde die große Abhängigkeit von der Google-Suche derzeit als störend. Wenn heute jemand kommen würde, der es schafft, bei den Suchanfragen echte Ergebnisse zu liefern, also Problemlösungsansätze zu generieren, dann finde ich das sehr spannend. Erste Ansätze hierfür liefert Wolfram Alpha, allerdings sind die Möglichkeiten da noch sehr begrenzt.

Naja und ein Thema, das mich natürlich im eigenen Alltag immer beschäftigt: Wie kann ich die aktuelle Informationsflut beherrschen? Auch da würde ich wahrscheinlich sofort zuschlagen, wenn es ein glaubwürdiges Konzept geben würde.

 

VCs steigen normalerweise erst sehr spät in Startups ein. Warum ist das so und wieso beteiligen Sie sich so früh an Zapitano?

VCs haben unterschiedliche Investitionsstrategien und steigen auch durchaus in frühen Phasen ein, wenn sie vom Management und Geschäftsmodell sehr überzeugt sind. So auch wir im Falle von ZAPITANO.

Als uns ZAPITANO kontaktiert hat, konnten sie ein klares Geschäftskonzept und eine durchdachte Strategie vorweisen. Die entsprechenden Annahmen konnten wir wiederum mit Hilfe unserer Experten sehr rasch validieren. Daher stand unsere Entscheidung, zu investieren, sehr schnell fest.

 

Wie haben Sie von Zapitano erfahren?

Das Management hat uns per E-Mail „kalt“ kontaktiert.

 

Was macht ein VC, wenn er sich nicht ums Geschäft kümmert, was interessiert Sie?

Kein Fußball, keine schnellen Autos, aber ganz sicher meine Familie.

 

Was würden Sie machen, wenn Sie kein VC wären?

Gute Frage, vielleicht selbst ein Unternehmen gründen oder bei einem operativ einsteigen.

 

Vielen Dank für das Interview, Herr Stader!



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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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