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Von Sommelier Privé

Sommelier Privé musste leider Insolvenz anmelden

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Mit großem Bedauern müssen wir bekanntgeben, dass Sommelier Privé seinen Geschäftsbetrieb einstellt. Trotz intensiver Bemühungen in den letzten Monaten ist es dem Berliner Startup nicht gelungen, eine Anschlussfinanzierung zur Fortführung des Unternehmens zu sichern. Der Online-Wein-Shop führte vergangenes Jahr ein Crowdinvesting bei Companisto durch.  Zum 21. August 2014 haben die Gründer nun Insolvenz angemeldet. Zuvor bereits wurden die Companisten von Sommelier-Privé von der bevorstehenden Insolvenzanmeldung im Investor Relations-Bereich informiert.

32 Finanzierungsrunden wurden seit Juni 2012 auf Companisto durchgeführt. Etliche Startups erhielten eine Anschlussfinanzierung, während 3 Startups leider den Geschäftsbetrieb einstellen mussten. Investments in Startups sind Risikokapital. Großen Chancen stehen ebenso große Risiken gegenüber. Ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich, daher sollten nur Mittel investiert werden, auf die im schlimmsten Fall verzichtet werden kann.

Companisto wünscht den Gründern von Sommelier Privé für die Zukunft alles Gute!

 

 

Ihr musstet jüngst Insolvenz anmelden. Was führte dazu? Gab es einen singulären Grund oder wirkten hier unglückliche Umstände zusammen?

Das ist eine gute Frage. Einen singulären Grund gab es bestimmt nicht. Wir haben in den letzten 8 Wochen eine sehr turbulente Zeit durchgemacht, bei der uns mehrere Investitionen kurzfristig geplatzt sind. Gespräche mit VCs waren sehr weit fortgeschritten, doch diese VCs machten in buchstäblich letzter Sekunde einen Rückzieher beziehungsweise veränderten die Konditionen so, dass das Angebot schlussendlich unannehmbar wurde. Für uns kamen diese Entwicklungen vollkommen unerwartet, wir hatten sehr viel Arbeit und auch Geld in die Due Dilligences gesteckt. Letztendlich hat uns dann die beschränkte Zeit leider nicht gereicht, eine Anschlussfinanzierung zu sichern. In den nächsten Wochen werden wir auch sicher weiter analysieren, wo was falsch gelaufen ist.

 

Ihr hattet mit der Entwicklung der App einen Strategiewechsel eingeleitet. Reagiertet ihr damit bereits auf die Entwicklung bei Sommelier Privé?

Ja, wir mussten Anfang des Jahres feststellen, dass unser ursprüngliches Geschäftsmodell keine Überlebenschance gehabt hätte. Dies liegt primär daran, dass die Kundenakquisitionskosten in diesem Modell zu hoch waren. Die Vielzahl der Wein-Online-Anbieter hat die Kundenakquisitionskosten explodieren lassen, während der Margendruck durch Preis-Player auf umsatzstarken Marken zu stark ist. Daher haben wir daraufhin unser Geschäftsmodell angepasst und die Entwicklung einer mobilen App nach dem Vorbild von Vivino - jedoch mit Kaufoption und Sommelier-Empfehlungen - gestartet. Hierdurch wollten wir geringere Kundenakquisitionskosten erreichen, während wir noch mehr Kunden in den Genuss unseres USPs der Weinkuration und persönlichen Empfehlung hätten bringen können. Das Feedback von Kunden, Journalisten und Investoren war hierauf sehr positiv. Leider ist uns nun jedoch zwei Wochen vor Fertigstellung der App die Luft ausgegangen.

 

Ab welchem Punkt ahntet ihr, dass ihr Probleme habt, wie habt ihr reagiert und wie habt ihr es kommuniziert?

Nachdem unsere letzten Gespräche mit VCs nach Abschluss der Term-Sheets überraschend gescheitert waren und wir wussten, dass unsere finanziellen Ressourcen knapp werden, hatten wir die Companisten im Investor-Relations-Kanal darüber informiert. Zeitgleich hatten wir bereits Gespräche mit Business Angels aufgenommen und „eingefrorene“ Gespräche mit VCs wieder aufgenommen. Zuletzt befanden wir uns in sehr fortgeschrittenen Gesprächen mit zwei kleineren Investoren, die sich jedoch zu Ablauf der Insolvenzanmeldefrist gegen ein Investment entschieden hatten, da ihnen die Risiken des Ausbleibens eines Folgeinvestments zu hoch waren. Für eine sichere Finanzierungsrunde hätten wir eine Finanzierungsrunde mindestens im mittleren sechsstelligen Bereich benötigt. Der Schock war für uns groß, da alle VC-Gespräche sehr gut liefen und wir aber letztendlich aufgrund mangelnder Optionen und fortgeschrittener Zeit gezwungen waren, einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. Wir haben versucht, durchgehend so transparent wie möglich mit den Companisten zu kommunizieren und schlussendlich 1,5 Tage vor Antragstellung auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens nochmals ein Update geschrieben.

 

Was würdet ihr im Rückblick anders machen?

Das ist eine schwere Frage, zu der ich noch keine Antwort kenne. Selbstverständlich denken wir immer und immer wieder alles durch und fragen uns, wo wir was hätten anders machen können. Eine abschließende Antwort haben wir und ich noch nicht gefunden. Aber es tut uns unsäglich leid, dass wir alle, die in uns investiert und an uns geglaubt haben, enttäuscht haben!

 

Wie fühlt ihr euch, was macht die Insolvenzanmeldung mit euch?

Gerne möchte ich dazu nicht viel sagen. Wir sind sehr froh darüber, dass uns unsere Freunde, Partner und Familien sehr unterstützen. Noch mehr Kraft gibt uns aber das Feedback der Companisten. Wir sind unglaublich dankbar dafür, so eine einzigartige „Crowd“ zu haben, die uns über den ganzen Weg und auch jetzt noch unterstützt und hilft, die nächsten Wochen gut durchzustehen! Vielen, vielen Dank!

 

Was bedeutet die Insolvenzanmeldung für die Companisten?

Es haben 715 Companisten in Sommelier Privé und uns investiert. Die Companisten sind aufgrund Ihres Darlehensvertrages Gläubiger gegenüber der Gesellschaft und haben damit prinzipiell ein Anrecht auf ihr eingesetztes Kapital. Die Insolvenz der Gesellschaft führt dazu, dass aller Voraussicht nach ein Insolvenzverwalter eingesetzt wird, der versucht, das meiste Kapital für die Gläubiger aus der Gesellschaft zu holen. Anschließend wird dieses Kapital nach Rang verteilt werden. Das heißt, erst werden Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung, dann Darlehen und dann das Eigenkapital bedient. Wie die nächsten Schritte im Einzelnen aussehen, wird im Investor-Relations-Kanal kommuniziert werden.

 

Was passiert nun, wie geht es für euch selbst jetzt weiter?

Für den Moment heißt es noch weiter kämpfen, um das meiste für die Gläubiger rauszuholen und zu versuchen, unser Baby irgendwie live zu behalten bzw. die App live zu bekommen. Für nächste Woche haben wir ein Team-Meeting angesetzt bei dem wir besprechen wollen, was wir nun machen können und wie wir einander bei der Suche helfen können. Ich habe noch nie mit so einem talentierten und engagierten Team zusammengearbeitet, so dass ich sicher bin, dass jeder - wenn es so weit ist - gut unterkommen wird.

 

Gibt es etwas, das ihr den Companisten noch sagen möchtet?

Ja! Wir sind begeistert von der gesamten Zeit mit Euch. Ihr habt uns eine einzigartige Zeit beschert, in der wir zusammen mit Euch an einem der schönsten Projekte überhaupt arbeiten durften. Ihr habt uns durchgehend unterstützt, aber uns auch immer mal wieder aufgefordert, unsere Entscheidungen zu hinterfragen und sicherzugehen, dass es im Sinne von Sommelier Privé ist. Die Kraft und Unterstützung, die von Euren Kommentaren, Anrufen, E-Mails und Treffen ausgingen, waren einzigartig. Das Gefühl, dass unser Baby auch zu Eurem Baby wurde, hat uns angetrieben und lässt uns auch jetzt noch weiterkämpfen.

Gleichzeitig sind wir umso trauriger, dass wir es nicht geschafft haben, Sommelier Privé zum Erfolg zu bringen. Aber auch hier habt Ihr wieder bewiesen, dass Ihr für uns da seid und uns unterstützt. Vielen, vielen Dank!



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Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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