von Roland Christoph Panter

Frank Thelen: „Als Risikokapitalgeber hat man nie eine Garantie“

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Frank Thelen: „Als Risikokapitalgeber hat man nie eine Garantie“

Als Gründer, Investor und TV-Juror der Startup-Show "Die Höhle der Löwen" ist Frank Theken vielen bekannt. Jetzt hat er ein Buch geschrieben: Startup-DNA. Wir haben mit ihm über Startups, Wagniskapital und seine Investments gesprochen – und verlosen 10 signierte Bücher.


Roland Panter: Deutschland ist laut dem Weltwirtschaftsforum das innovationsfähigste Land der Welt. Wie bewertest Du diese Einschätzung mit Blick auf Startups und mit was für Innovationen kann man Dich noch überraschen?

Frank Thelen: Deutschland hat herausragende Ingenieure und Informatiker. Was uns fehlt, ist die Risikobereitschaft und der Mut, Groß zu Denken. Das Potenzial ist also da, es fehlt nur an der Umsetzung, insbesondere an der Regulierung und Finanzierung von innovativen Startups. Da müssen Politik und Wirtschaft mitziehen, damit wir uns den Titel als innovationsfähigstes Land auch wirklich verdienen. 

Mit welcher Innovation man mich noch überraschen kann? Ich denke, ich bin ganz gut informiert, was in den kommenden Jahren an Innovationen auf uns zukommt. Aber ich lasse mich sehr gerne überraschen, insbesondere von disruptiven Technologien.


Roland Panter: Nach welchen Kriterien investierst du in Startups und bei welchem Startup hat das zuletzt besonders gut geklappt?

Frank Thelen: Wir legen bei Freigeist den Focus auf Deep-Tech-Startups. Herausragende Köpfe, die mit einer neuen Herangehensweise Technologien entwickeln, die um ein vielfaches besser und effizienter sind als die aktuell verfügbaren. Wenn wir glauben, ein solches Startup gefunden zu haben, steigt unser CTO Alex Koch tief in die Technik ein. Setzt er seinen Haken dran, braucht es für uns nur noch ein gut strukturiertes Gründerteam und wir müssen die gleiche Vision für die Technologie haben. Das war zuletzt so bei Lilium Aviation und Neufund. Ob wir hiermit Erfolg haben werden, wird sich aber erst in den nächsten Jahren zeigen. Wir sehen hier großes Potential, aber als Risikokapitalgeber hat man nie eine Garantie.

Investitionen, von denen wir schon jetzt ziemlich sicher sagen können, dass sie sich gelohnt haben, sind in die Food Startups aus "Die Höhle der Löwen" (DHDL). Insbesondere Little Lunch, Ankerkraut und 3Bears entwickeln sich gerade zu sehr starken und stabilen Unternehmen. Hier haben wir in erster Linie investiert, weil wir von den Gründern überzeugt waren. Außerdem ist der Marketingeffekt während der Ausstrahlung natürlich immer eine super Starthilfe. Da wir bei DHDL fast ausschließlich in Consumer Products investieren, müssen wir uns hier immer fragen: Kann sich das Startup gegen die starke Konkurrenz am Markt durchsetzen? Wenn wir hier eine relevante Chance sehen und uns die Gründer überzeugen, investieren wir.


Roland Panter: Einige der von Dir finanzierten Unternehmen wurden über Companisto erfolgreich anschlussfinanziert, darunter itravel, Meine Spielzeugkiste und ganz aktuell Pumperlgsund. Welche Überlegungen standen dahinter?

Frank Thelen: Wir wollen langfristig starke Unternehmen aufbauen, deshalb fokussieren wir uns sehr stark auf Wachstum. Für Wachstum braucht man Kapital und hierfür sind Crowdinvesting-Plattformen wie Companisto eine gute Anlaufstelle, insbesondere für Anschlussfinanzierungen, da die Anleger im Idealfall bereits mit den Startups vertraut sind und sich von der Qualität des Produkts oder Services überzeugen können, bevor sie investieren.


Roland Panter: Wie bewertest Du grundsätzlich die Verfügbarkeit von Wagniskapital für Startups in Deutschland?

Frank Thelen: Uns fehlen in Deutschland die wirklich großen Geldtöpfe, diese werden für Wagniskapital nicht angezapft. In den USA fließen bis zu 1,5% der Gelder aus Kranken- und Rentenversicherungen in Wagniskapital. Das sind riesige Summen, die uns hier in Deutschland aktuell einfach noch nicht zur Verfügung stellen. Außerdem sind die Bedingungen für Privatanleger und Investoren aktuell noch zu schlecht. Wenn wir wirklich ein innovatives Land sein wollen, muss sich hier was ändern.


Roland Panter: Du hast gerade Deine Autobiographie „Startup-DNA“ veröffentlicht. Was bedeutet dieses Buch für Dich und warum sollte man es unbedingt lesen?

Frank Thelen: Das Buch ist für mich ein sehr persönliches Projekt, in das ich viel Zeit und Arbeit investiert habe. Zum einen wollte ich die durch meine Fernsehpräsenz gewonnene Stimme nutzen, um den Leuten etwas von meiner Lebenserfahrung mit auf den Weg zu geben. Ich bin oft gescheitert und habe dadurch viel gelernt. Ich hoffe, dass ich mit diesem Buch einige junge Unternehmer vor bösen Fehlern bewahren kann. 

Was mir aber noch viel wichtiger ist: Im hinteren Teil des Buches habe ich – dem Feedback nach zu urteilen offenbar erfolgreich – versucht, die neuen Technologien verständlich zu erklären. Diese Technologien werden unweigerlich unsere Welt verändern. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns mit ihnen auseinandersetzen und schon jetzt die richtigen Fragen stellen. Brauchen wir ein Grundeinkommen? Wie regulieren wir KI? Welche Jobs sollten in Zukunft von Maschinen gemacht werden? Jeder, der unsere und somit seine Zukunft aktiv mitgestalten will oder der vorbereitet sein will, sollte dieses Buch lesen. Und ja, als Goodie gibt es auch ein bisschen unterhaltsamen People-Talk über die verrückte TV-Welt, rote Teppiche und die anderen Löwen.


Roland Panter: Welche andere Autobiographie hat Dich selbst beeindruckt und aus welchen Gründen?

Frank Thelen: Ich habe viele Autobiografien gelesen, weil ich denke, dass man von erfolgreichen Unternehmern vieles lernen kann. Besonders beeindruckt bin ich von Steve Jobs und Elon Musk - das sind für mich wirklich große Denker, die entgegen aller Stimmen ihre Version verfolgt haben und damit trotz einiger Rückschläge letztendlich großen Erfolg hatten.


Roland Panter: Abschließend wollen wir von Dir noch wissen, welche drei Tipps Gründerinnen und Gründern bei ihren Gründungsvorhaben beherzigen sollten?

Frank Thelen: Werdet euch bewusst, dass euer Startup zur obersten Priorität werden muss.

Versucht reflektiert zu handeln und strukturiert zu arbeiten – verrennt euch nicht in zu vielen Ideen.

Baut euch ein starkes und sich ergänzendes Team auf. Ihr braucht einen starken Vertriebler, einen Marketingchef und jemanden, der für das Produkt brennt. Versucht bitte nicht, alles alleine zu machen - früher oder später wird euch etwas hinten runterfallen.


Zur Person:

Frank Thelen ist  Seriengründer, Tech-Investor und TV-Persönlichkeit, bekannt aus "Die Höhle der Löwen". Er ist der Gründer und CEO von Freigeist Capital.


Verlosung:



Wir verlosen 10 handsignierte Bücher der Autobiographie „Startup-DNA“ von Frank Thelen. 

Um ein Buch zu gewinnen, schreibt uns bis zum 16.11.2018 um 12 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff “Buchverlosung” an  presse@companisto.com.


Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 










Foto: @ Berlin by studio - Ben Fuchs


 

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