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By Kai

Gründung aus Sicht der Politik

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Im Land der Dichter und Denker herrscht erneut Aufbruchsstimmung. Vor allem in der Hauptstadt schmückt sich die Politik gerne mit erfolgreichen Startups, denn die hiesige Szene ist nicht nur kreativ sehr rege, sondern schafft auch keine unbedeutende Anzahl von Arbeitsplätzen. Es könnten allerdings noch mehr sein, wenn es gelänge, die Rahmenbedingungen für junge Gründer zu optimieren und sie mit genügend Geld auszustatten. Daran arbeiten wir Companisten.

Während die französische Regierung eine eigene Abteilung innerhalb des Ministeriums für industriellen Wiederaufbau für „Kleine und mittelständische Unternehmen, Innovation und digitale Wirtschaft“ - ergo E-Business - unterhält und etwa private Investitionen in Risikokapital steuerlich begünstigt werden, dämmert es nun der Politik rechts des Rheins, dass man mal was tun sollte.

Anspruch und Wirklichkeit

Der Deutsche gilt als gründlich – in diesem Fall ist das hinderlich, weil Gründer sage und schreibe neun Mal zum Amt müssen (der G20-Durchschnitt liegt bei 5,7), um ihr Startup flott zu kriegen. Danach gängelt sie dann das Finanzamt. Folglich landet Deutschland im „Doing-Business“-Ranking der Weltbank bei der Unternehmensgründung auf dem 98. Platz von 183, Frankreich hingegen auf dem 25. Acht-und-neunzig, sacrebleu! Positiv gewendet: Da ist noch viel Luft nach oben.

Die Bundeskanzlerin wünscht sich ein aus Deutschland stammendes Pendant von Apple, Google, Facebook etc. Schade daher, dass Tech-basierte Startups bei Finanzinstituten oft keinen Ansprechpartner finden. Tatsächlich ist es für Gründer in Deutschland zwar leichter, an Kredite zu gelangen, als etwa in Frankreich. Hier liegen wir auf dem 24. Platz, Frankreich auf dem 48. Die Basel III-Kriterien, die Banken zwingen, mehr Eigenkapital vorzuhalten, werden sich allerdings bald vermutlich zu Lasten von Gründern auswirken, hier wie dort. Kredite dürften teurer werden.

Grundsätzlich hat die Bundesregierung den Handlungsbedarf erkannt und versucht, Abhilfe zu schaffen, indem sie die Finanzierung von Gründern durch Business Angels erleichtert. Einerseits. Andererseits droht nun eine EU-Richtlinie, die qua Bundesrat in nationales Recht übernommen werden muss, die Aktivitäten von Business Angels drastisch einzuschränken, was dem Startup-Standort unmittelbar schaden dürfte. Investoren werden ausweislich des Doing Business-Rankings ohnehin nicht sonderlich gut geschützt.

Immerhin hat die Politik 2005 unter Federführung des Wirtschaftsministeriums und im Verein mit Partnern aus der Wirtschaft den High-Tech Gründerfonds (HTGF) und den Nachfolger HTGF II lanciert, der viel Bewegung ins Spiel gebracht hat. Wie Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, gegenüber dem VentureCapital Magazin feststellte, ist es nämlich „notwendig, dass die Politik den jungen Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen z.B. durch Haftungsfreistellungen oder Beteiligungskapital, erleichtert. Das Angebot des Bundes reicht von Mikrokreditfonds über den KfW-Gründerkredit bis zum High-Tech-Gründerfonds, den wir in Kürze gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft mit einem Anschlussfonds fortsetzen."

Diese Initiativen sind sinnvoll, hinreichend sind sie nicht.

Private Initiativen

Verglichen mit den USA ist das Angebot an Wagniskapital, das Startups zugute käme, in Deutschland und Europa überschaubar. In Amerika, wo privates Funding seit jeher populär ist, schufen Repräsentantenhaus und Senat jüngst die Voraussetzung, um Startups mit bis zu einer Million Dollar pro Jahr via Crowdinvesting zu versorgen. Gesetze aus den 1930er Jahren wurden angeglichen; somit ist ein Investment nicht mehr nur den "wealthy few" vorbehalten.

Bei uns jetzt auch nicht mehr.

 

In diesem Sinne, wir freuen uns über Feedback, Input und Themenvorschläge für den Blog. Bis bald an selber Stelle, Companisten,

Euer Kai



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