Steuerleitfaden für Crowdinvestment über Companisto

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Ein Überblick über die Besteuerung beim Crowdinvestment

Von Cristin Liekfeldt
7 Minuten Lesezeit

Um Ihnen einen Überblick über die steuerliche Behandlung der Erträge aus Ihren Companisto-Investments zu geben, haben wir die wesentlichen Informationen und die häufigsten Fragen für Sie in diesem Leitfaden zusammengefasst. Dabei gehen wir auf Investitionen von Privatanlegern und Kapitalgesellschaften gleichermaßen ein und erläutern auch diejenigen Regelungen, die Investoren aus Österreich und der Schweiz betreffen.

Bei weiteren Fragen zu diesem Thema steht Ihnen unser Investor Relations Team gerne unter service@companisto.com zur Verfügung.

 

 

Wie werden meine Kapitalerträge aus dem Crowdinvesting als Privatanleger besteuert?

Hierbei ist zwischen Startup-Beteiligungen in Form partiarischer Nachrangdarlehen und Venture Loans in Form von Nachrangdarlehen zu unterscheiden. Bei den Startup-Beteiligungen unterliegen die Ausschüttungen grundsätzlich der deutschen Kapitalertragsteuer (25 Prozent) sowie dem Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent auf die Kapitalertragsteuer) und gegebenenfalls der Kirchensteuer (in Höhe von 8 Prozent oder 9 Prozent auf die Kapitalertragsteuer, je nach Bundesland). Insgesamt ergibt sich somit eine Gesamtbelastung von 26,38 Prozent durch die Kapitalertragsteuer und den Solidaritätszuschlag.[1] Diese Steuern werden direkt von den Startups abgeführt.

Bei einem Crowdinvestment über Venture Loans findet aus steuerrechtlichen Gründen kein Steuerabzug bei der Ausschüttung statt, weshalb Sie diese Erträge selbst im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung (in der Anlage KAP) erklären und gegebenenfalls versteuern müssen. Es gelten dabei dieselben Steuersätze für die Kapitalertragsteuer, den Solidaritätszuschlag und die Kirchensteuer wie bei der Steuer auf partiarische Nachrangdarlehen, also insgesamt eine Belastung durch Steuerabgaben von 26,38 Prozent.

[1] Falls Kirchensteuerpflicht besteht, ist diese Gesamtbelastung natürlich entsprechend höher.

 

Crowdinvesting – Freistellungsauftrag der Steuern auf Kapitalerträge

Sie können bei den Startups einen Freistellungsauftrag beantragen. Das können Sie hier auf unserer Plattform tun, allerdings nur für diejenigen Investitionen, bei denen auch bereits bei der Auszahlung eine Steuer fällig wird. Ein Freistellungsauftrag ist also nicht für Venture-Loan-Investments möglich, sondern nur für die klassischen Startup-Beteiligungen.[2] Bitte beachten Sie auch, dass Freistellungsaufträge nur von in Deutschland steuerpflichtigen privaten Crowdinvestoren und nur für Beteiligungen an deutschen Unternehmen erteilt werden können. Den Freistellungsauftrag können Sie über diesen Link über unsere Plattorm beantragen.

 

[2] Aus steuerrechtlichen Gründen allerdings nur bei den Beteiligungen in Form partiarischer Nachrangdarlehen.

 

Wenn Sie als privater österreichischer oder Schweizer Crowdinvestor in ein deutsches Startup investieren, werden Ihre Erträge zunächst im Rahmen der Quellbesteuerung mit 25 Prozent Kapitalertragsteuer und 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag (d.h. mit insgesamt 26,38 Prozent) pauschal in Deutschland versteuert. In Österreich müssen Sie dann die entsprechenden Kapitalerträge im Rahmen der Einkommensteuer erklären und können sich hierbei die bereits in Deutschland gezahlten Steuern aufgrund des bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) anrechnen lassen. Für in der Schweiz steuerpflichtige Investoren gilt ein analoges Verfahren bei der Schweizer Einkommensteuerveranlagung. Es ist also unseres Wissens in beiden Fällen ausgeschlossen, dass Ihre Erträge doppelt besteuert werden. Weitere Information finden Sie auf der Seite des Bundeszentralamts für Steuern.

Bei Investments österreichischer Kapitalgesellschaften in deutsche Startups gilt, dass die Erträge zunächst mit Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag in Deutschland besteuert werden und dann in Österreich der dortigen Körperschaftsteuer (25 Prozent) unterliegen. Dabei werden in Deutschland einbehaltene Steuern angerechnet, allerdings maximal bis zur Höhe der in Österreich zu zahlenden Steuern (das heißt bis zu 25 Prozent). Es erfolgt also de facto eine Besteuerung mit dem deutschen Steuersatz (26,38 Prozent). Die Erklärung der zu zahlenden Steuer ist durch die Kapitalgesellschaft selbst vorzunehmen.

 

 

Bei Investitionen in Deutschland ansässiger Kapitalgesellschaften auf Companisto unterliegen die Erträge aus dem Crowdinvestment grundsätzlich der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer. Wie die Erträge privater Crowdinvestoren unterliegen die Erträge von Kapitalgesellschaften zunächst pauschal der Kapitalertragsteuer (25  Prozent) sowie dem Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent auf die Kapitalertragsteuer), jedoch nicht der Kirchensteuer. Diese von den Startups direkt abgeführten Steuern auf die Kapitalerträge der Investmentgesellschaft können danach mit der Körperschaftsteuer und der Gewerbesteuer verrechnet werden.

Erträge aus Venture Loans unterliegen wie bei privaten Crowdinvestoren keiner Steuer bei der Auszahlung, daher sind diese im Rahmen der Kapitalertragsteueranmeldung und der Gewerbesteuererklärung noch zu versteuern. Hierbei gelten dieselben Steuersätze wie bei Erträgen aus partiarischen Darlehen (siehe vorheriger Absatz).

 

 

Welche Unterschiede für deutsche Investoren gibt es beim Crowdinvesting in österreichische Startups?

Hierbei ist auch wieder zwischen Investitionen als Privatperson und Investitionen über eine Kapitalgesellschaft zu unterscheiden. Sowohl Privatanleger als auch Kapitalgesellschaften aus Deutschland zahlen zunächst pauschal die in Österreich fällige Kapitalertragssteuer (27,5 Prozent) auf sämtliche Erträge und können sich dann aufgrund des bestehenden Doppelbesteuerungsabkommens 12,5 Prozent der gezahlten Steuern auf Antrag beim zuständigen Finanzamt in Österreich erstatten lassen.

In Deutschland werden die Bruttoerträge bei deutschen Privatpersonen als Einkünfte aus der Kapitalanlage mit 25 Prozent Kapitalertragssteuer zuzüglich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer besteuert. Bei Anlegern, die mittels einer deutschen Kapitalgesellschaft investieren, unterliegen die Bruttoerträge aus dem Crowdinvesting der Körperschaftssteuer und der Gewerbesteuer.

Bei der Versteuerung in Deutschland können 15 Prozent einbehaltene Steuern aus Österreich sowohl bei Privatanlegern als auch bei Kapitalgesellschaften angerechnet werden, sodass sich – falls sich der Investor beim Finanzamt in Österreich die übrigen 12,5 Prozent einbehaltenen Steuern erstatten lässt – keine Doppelbesteuerung ergibt. Somit sind auch in diesem Fall Steuern in Höhe des deutschen Steuersatzes zu zahlen, also insgesamt 26,38 Prozent zuzüglich Kirchensteuer (falls Kirchensteuerpflicht besteht). Die Steuererklärung in Deutschland ist von deutschen Privatpersonen und Kapitalgesellschaften jeweils selbst vorzunehmen.

 

Welche Regelung gilt für Privatanleger und Kapitalgesellschaften aus Österreich, die in österreichische Startups investieren?

Die Erträge aus Crowdinvesting durch österreichische Privatinvestoren unterliegen der österreichischen Kapitalertragsteuer in Höhe von 27,5 Prozent. Eine zusätzliche Steuererklärung ist in diesem Fall nicht notwendig, da die Steuer vom Startup direkt als Quellensteuer abgeführt wird.

Bei Erträgen aus Crowdinvesting durch österreichische Kapitalgesellschaften wird ebenfalls die österreichische Kapitalertragsteuer (in Höhe von 27,5 Prozent) einbehalten und auf die Körperschaftsteuer der Kapitalgesellschaft angerechnet. Liegt die Körperschaftsteuer unter dem bereits abgeführten Betrag der Kapitalertragsteuer, so wird die Differenz erstattet.

                                            

 Besonderheiten der Steuer auf Kapitalerträge aus Crowdinvesting im Überblick

Besonderheiten der Steuer auf Kapitalerträge aus Crowdinvesting im Überblick

Steuerratgeber für Crowdinvestment: Wie kann ich die Besteuerung meiner Erträge optimieren?

 

Es kann steuerlich von Vorteil sein, wenn Sie nicht als Privatperson, sondern über eine Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH oder UG) investieren. Beim Crowdinvesting über eine Kapitalgesellschaft besteht nämlich die Möglichkeit, eventuelle Verluste aus einem Companisto-Crowdinvestment mit Erträgen aus anderen Investments zu verrechnen, wodurch sich die gesamte steuerliche Belastung reduzieren lässt.

 

Hinweis: Die Angaben in diesem Informationsblatt dienen lediglich Ihrer unverbindlichen Information hinsichtlich der Behandlung der Steuern Ihrer Erträge auf Companisto. Sie sind nicht als steuerliche Beratung zu verstehen und können eine solche Beratung daher auch nicht ersetzen. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

 


 


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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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