Rendite – Wie man sein Geld erfolgreich für sich arbeiten lässt

Einsteiger

Über die Rendite und ihre Bedeutung

Von André Jasch
18 Minuten Lesezeit

In der Finanzwelt ist ständig die Rede von der Rendite. Jeder Anleger ist auf der Suche danach und immer bestrebt, eine möglichst hohe Rendite zu erzielen. Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff? Wie setzt sie sich zusammen? Und wie erzielt ein Investor eine Rendite?

Das Wort Rendite stammt laut Duden vom Lateinischen Substantiv rendita und bedeutet soviel wie Ertrag. Die Rendite beschreibt den Erfolg einer Kapitalanlage innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Sie ist die wichtigste Kennzahl für Investoren, um zu überprüfen, wie gut sich ihre Investition im Lauf der Zeit entwickelt hat. Sie wird meistens auf ein volles Jahr angegeben. Die Rendite wird anhand der Verzinsung einer Geldanlage gemessen und in Prozent ausgedrückt. Die Verzinsung einer Geldanlage beruht sowohl auf geleisteten Zinszahlungen und ausgeschütteten Dividende, als auch auf Kursgewinnen oder Verkaufserlösen einer Anlage.

Wer erfolgreich investieren möchte, sollte sein Geld für sich „arbeiten“ lassen und darüber eine jährliche Rendite erzielen. Geld „arbeitet“ natürlich nicht im eigentlichen Wortsinn, aber es kann in Unternehmen fließen, die damit arbeiten. Sie produzieren und verkaufen dann mit Hilfe dieses Geldes Waren und Dienstleistungen. Anleger können sich an diesen Unternehmen in unterschiedlichen Formen beteiligen, z.B. über ein Depot von Aktien, Anleihen, Fonds, Wagniskapital oder Darlehen.

Eine andere Form der Geldanlage ist das klassische Bankkonto (z.B.: Tagesgeld-, Festgeld- oder Girokonto). Der Kunde bringt sein Geld zur Bank und eröffnet ein Konto. Die Bank arbeitet dann mit dieser Spareinlage, indem sie sie investiert. Dafür zahlt sie dem Kunden eine Rendite – den jährlichen Zinssatz. Weitere renditeträchtige Anlageformen sind Immobilien und Edelmetalle. Es handelt sich hierbei jedoch um langfristige Investitionen. Sie dienen zunächst als Wertspeicher und der Investor profitiert nur bei einer Wertsteigerung. Bei Immobilien, die nicht selbst genutzt, sondern vermietet werden, kann zusätzlich über Mieteinnahmen Profit erwirtschaftet werden.

 

Rendite und Risiko stehen in einem engen Verhältnis zueinander. Je höher das Risiko, desto höher ist auch die Rendite. Umgekehrt bieten Geldanlagen mit niedrigem Risiko auch kaum Renditechancen. Warum ist das so? Wenn Marktteilnehmer eine Geldanlage für sehr risikoreich erachten, weil ihr zukünftiger Erfolg ungewiss ist, sind sie vorsichtiger beim Investieren in diese Anlage. Die meisten Anleger suchen zwar die maximal mögliche Rendite, aber zum minimal möglichen Risiko.

Für den Anbieter der Kapitalanlage bedeutet dies, dass er den Investoren einen höheren Zins bieten muss, um die Anlage für sie attraktiv zu machen. Er schafft dadurch Anreize für Investoren, ihr Geld in seine Anlage zu investieren. Zugleich kann er natürlich nur einen so hohen Zins anbieten, wie er selbst in naher Zukunft erwirtschaften kann, da er seine Rückzahlungsversprechen sonst nicht einhalten kann.

Auf der anderen Seite stehen extrem sichere Finanzanlagen. Da viele Investoren auch immer auf der Suche nach sicheren Geldanlagen mit geringem Ausfallrisiko sind, hat der Anbieter keinen Anreiz seine Anlage hoch zu verzinsen. Das Angebot an sicheren Geldanlagen ist begrenzt und die Nachfrage hoch. Denn Investoren sind geneigt, einen Teil ihres Vermögens in diesen sicheren Geldanlagen zu „parken“ – und dabei trotzdem noch eine geringe Rendite zu erzielen. Für den Anbieter der Kapitalanlage bedeutet dies, dass er eine Rendite sucht, die gerade noch hoch genug ist, um ausreichend Investoren anzuziehen, aber gering genug, um seine Konkurrenten zu schlagen.

Investoren sollten im Hinterkopf behalten, dass es keine risikofreien Finanzanlagen gibt. Auch die vermeintlich sicheren Staatsanleihen weisen ein Restrisiko auf, denn auch Staaten können Bankrott gehen, wie die Beispiele Russland (1998) und Argentinien (2001, 2014) verdeutlichen. Beide Länder erklärten sich in Folge schwerer Wirtschaftskrisen für zahlungsunfähig und stoppten die Rückzahlung ihrer Schulden. Private Anleihegläubiger verloren dadurch einen Großteil ihres eingesetzten Kapitals.

Jeder Investor hat den Erfolg seiner Finanzen über seine Anlage-Entscheidungen selbst in der Hand und kann dadurch beeinflussen, wie hoch seine Erträge ausfallen. Die Deutschen treffen dabei seit Jahren schlechte Anlageentscheidungen, die sich in einem geringen Vermögen im Vergleich zu anderen EU-Bürgern niederschlagen. Dies unterstreicht eine Studie der Europäischen Zentralbank (EZB). Demnach besitzt der mittlere deutsche Haushalt nur ein Nettovermögen von 60.000 Euro im Jahr - und liegt damit weit hinter Frankreich, Italien, Portugal und selbst Griechenland.

Ein Grund für das schlechte Abschneiden der Deutschen ist ihre Risikoscheu in Bezug auf Finanzen. Sie legen über 80 Prozent ihres Vermögens sehr konservativ in Bankguthaben, Sparprodukten oder Lebensversicherungen an. Nur jeder Zehnte besitzt ein Aktien-Depot. Außerdem besitzt weniger als die Hälfte der Deutschen ein Eigenheim, während etwa drei Viertel der Italiener und Spanier in der Vergangenheit günstig Immobilien erworben haben, die seitdem erhebliche Wertsteigerungen erfahren haben. Aufgrund ihrer Risikoscheu entgehen den Deutschen jährlich 200 Milliarden Euro an potenziellen Erträgen, wie Die Welt im September berichtete.

Auch die anhaltend niedrigen Zinsen haben bisher kaum Einfluss auf das Anlageverhalten der Deutschen. Einer Statistik der Deutschen Bundesbank zufolge, liegen weiterhin gut 2 Billionen Euro Guthaben auf Giro- und Sparkonten, etwa 2 Billionen in Versicherungsverträgen und Pensionskassen und knapp eine Billion in Aktien-Depots, Anleihen und Fonds. Das Verhältnis bleibt damit seit Jahren stabil.

Doch eine rote Linie verläuft für deutsche Sparer bei der Einführung von Negativzinsen. Laut einem Bericht des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim würden viele sich dann nach risikoreicheren Anlageformen umsehen, um noch eine positive Rendite zu erzielen. Sie wären dann bereit, ein höheres Ausfallrisiko oder längere Laufzeiten bei der Planung ihrer Finanzen in Kauf zu nehmen.

 

Die Rendite auf den Kapitalmärkten wird maßgeblich von der Zinspolitik der Notenbanken beeinflusst. Zurzeit befinden wir uns in einer historischen Niedrigzinsphase. Die Leitzinsen in den meisten Ländern bewegen sich nahe Null. Das bedeutet, dass Geschäftsbanken sich von der Notenbank sehr günstig Geld leihen können. Zugleich werden sie aber in vielen Ländern mit einem Negativzins bestraft, wenn sie ihre Spareinlagen über Nacht bei der Notenbank „parken“. Geschäftsbanken sind deshalb geneigt, diese Kosten an ihre Kunden weiterzureichen.

Davon sind nicht nur Bankkunden betroffen, sondern auch Versicherungskonzerne, Bausparkassen und letztlich die gesamte Finanzwirtschaft. Die niedrigen Leitzinsen haben dadurch direkte Auswirkungen auf die Rendite von klassischen Finanzprodukten. Die Renditen für Anleihen von Staaten mit Topbonität – wie Deutschland, Großbritannien oder USA – fällt dadurch sehr gering aus. Zum Teil müssen Investoren effektiv (also inflationsbereinigt) draufzahlen, wenn sie diesen Ländern über einen langen Zeitraum Geld leihen wollen. Somit wurden aus einstmals risikofreien Anlagen mit geringer Rendite, renditefreie Anlagen mit geringem Risiko.

Ähnlich verhält es sich mit klassischen Geldanlagen wie Bausparvertrag, Spareinlage, Tagesgeld oder Lebensversicherung. Immer mehr gutverzinste Alt-Bausparverträge werden einseitig von den Bausparkassen gekündigt, weil sie die hohen Zinsen im aktuellen Niedrigzinsumfeld nicht mehr garantieren können. Auch Lebensversicherungen sind davon betroffen. Der gesetzlich festgelegte Garantiezins bei Lebensversicherungen ist seit dem Jahr 2000 von 4 auf aktuell 1,25 Prozent gefallen. Ab Januar 2017 wird er Prognosen zufolge weiter auf 0,9 schrumpfen. Das Zinsumfeld ist für die Versicherungskonzerne derart angespannt, dass die Frankfurter Allgemeine von einer „Krise der Lebensversicherung“ spricht.

Und auch im Banking-Bereich sieht es ähnlich aus. Die klassischen Tagesgeld- und Festgeldkonten werfen kaum noch Rendite ab. Ein Blick in den Tagesgeldvergleich zeigt: Die Zinssätze für Tagesgeld liegen je nach Kreditinstitut zwischen 0 und 2 Prozent – Tendenz fallend. Einige Banken verlangen von ihren Kunden sogar Strafgebühren, wenn sie ihr Geld auf Konten parken. Die erste Bank, die Negativzinsen auf Tagesgeld einführte, war die Thüringer Skatbank. Kunden mit mehr als 500.000 Euro Guthaben müssen eine negative Rendite in Kauf nehmen.

Andere Banken folgten, etwa die Raiffeisenbank Gmund am Tegernsee, die einem Bericht des Handelsblatt zufolge einen Strafzins von 0,4 Prozent  auf Guthaben über 100.000 Euro erhebt. Bisher trifft es vorwiegend vermögende Bankkunden, doch auch einfache Sparer sind nicht mehr lange vor Strafgebühren gefeit. Die Volksbank Niederschlesien machte im November bereits den Anfang und erhebt seitdem effektiv 0,6 Prozent Strafzinsen auf jedes neue Tagesgeldkonto, wie der Tagesspiegel berichtet.

Investoren erhalten dadurch weniger Anreize, ihr Geld noch in klassische Finanzanlagen zu investieren. Wenn sie noch eine attraktive Rendite erzielen wollen, müssen sie sich nach risikoreicheren Anlagen umsehen, z.B. Aktien, Fonds und Unternehmensanleihen. Infolgedessen findet eine Risikoverschiebung statt, was sich in immer neuen Höchstständen der weltweiten Börsen widerspiegelt. Allein in Deutschland wurden im vergangenen Jahr 3 Milliarden Euro von Tagesgeld-Konto in Wertpapier-Depot umgeschichtet.

 

Um eine möglichst hohe Rendite zu erzielen, sollten Investoren stets das Risiko ihrer Finanzanlagen im Auge behalten. „Lege nicht alle Eier in einen Korb“ lautet eine alte Börsenweisheit. Dieser Ratschlag meint, dass Investoren nicht ihr gesamtes Vermögen in einen Bereich investieren sollten, da sie im Falle einer Krise Gefahr laufen, ihr gesamtes Vermögen zu verlieren. Vielmehr sollten sie in unterschiedliche Geldanlagen investieren, die sich jeweils in Renditechance und Risiko unterscheiden.

Diese Methode der breiten Risikostreuung wird auch Diversifikation genannt. Sie geht auf den US-Ökonomen Harry Markowitz zurück, den Begründer der Modernen Portfolio-Theorie. Die Moderne Portfolio-Theorie geht davon aus, dass ein diversifiziertes Portfolio jeder Einzelinvestition in Bezug auf das Rendite-Risiko-Verhältnis überlegen ist. Ihr liegt die Annahme zugrunde, dass jeder Investor immer danach strebt, die maximale Rendite zu erzielen bei einem minimalen, für ihn akzeptablen Risiko.

Was ein Investor als akzeptables Risiko einstuft, hängt ganz davon ab, was er für ein Investoren-Typ ist. Defensive Investoren suchen nach der sichersten Geldanlage und verzichten dafür auf hohe Renditen. Konservative Investoren gehen dagegen schon etwas mehr Risiko ein, sind aber trotzdem eher auf Sicherheit bedacht. Moderate Anleger neigen schon eher zum Risiko. Und risikoaffine Investoren suchen regelrecht das Risiko auf der Jagd nach hohen Renditen.

Zudem unterscheiden Finanzdienstleister alle Kapitalanlagen nach Risikoklassen, die von sicher bis hoch spekulativ reichen. In der Risikoklasse 1 befinden sich sichere Anlagen wie Tagesgeldkonto, Sparbuch, Bausparvertrag und Pfandbrief. In der Risikoklasse 2 werden konservative Anlagen geführt wie festverzinsliche Wertpapiere, risikolose Staatsanleihen und Lebensversicherungen. Risikoklasse 3 umfasst solide ertragsorientierte Anlagen wie Aktien etablierter Unternehmen sowie internationale Renten-, Aktien- und Mischfonds.

In der Risikoklasse 4 spekulativ ertragsorientierte Anlagen wie Anteile an Investmentfonds, Zertifikate und Fremdwährungsanleihen. Und in der Risikoklasse 5 liegen hoch spekulative Anlagen wie Genussscheine, nachrangige Sparbriefe und Darlehen, Optionsscheine, Futures und Staatsanleihen mit schlechter Bonität. Für jede Risikoklasse gibt es ein effizientes Portfolio bzw. Depot, dass das Risiko breit streut und dadurch minimiert.

Im Gegensatz zur Modernen Portfolio-Theorie steht das sogenannte Value Investing. Statt auf Diversifikation setzt diese Anlagestrategie auf Konzentration. Das Kapital wird in einige ausgewählte Unternehmen investiert, die zu einem günstigen Zeitpunkt unter Marktwert gekauft werden. Anschließend werden die Unternehmensanteile so lange gehalten, bis sie ihren „wahren“ Wert erreicht haben. Hierbei profitieren Investoren also vor allem über den Wertzuwachs einer Anlage. Die Renditechancen des Value Investing sind höher, aber dafür gehen Investoren auch ein erhöhtes Risiko ein.

 

Auf Companisto haben wir den Crowdinvestoren mit dem Rendite-Rechner ein Tool zur Verfügung gestellt, mit dem Sie die Rendite ihres Crowdinvestments schnell und einfach berechnen können. Für andere Investmentformen können auch allgemein gültige Formeln genutzt werden. Allgemein werden bei der Berechnung der Rendite Ertrag und Aufwand in ein Verhältnis zueinander gesetzt. Die Rendite ergibt sich aus der Differenz zwischen einem Ertrag und einem Kapitaleinsatz (bzw. Kapitalaufwand) im Verhältnis zu diesem Kapitaleinsatz. Die mathematische Formel sieht wie folgt aus:

Rendite

Da Ertrag minus eingesetzes Kapital gleich dem Gewinn einer Investition entspricht, kann man auch schreiben:

Rendite-Berechnung

Um die prozentuale Rendite auszurechnen, benutzt man folgende Gleichung: 

Rendite-Berechnung in Prozent

Ein einfaches Beispiel: Ein Anleger investiert 100 Euro und erhält nach einem Jahr 110 Euro zurück. Dann beträgt sein Profit 10 Euro. Die Rendite errechnet sich nun aus Gewinn / Einsatz, also 10 / 100 = 0,1. Das entspricht einer Rendite von 10%.

Ein komplexes Beispiel: Ein Anlege investiert 10.000 Euro über einen Zeitraum von 36 Monaten in eine Geldanlage. Die Anlage ist in den ersten 12 Monaten mit 3% pro Jahr verzinst. In den nächsten 24 Monaten steigt der Zinssatz auf 4,5% pro Jahr an. Die Zinsen werden inzwischen nicht ausgeschüttet, sondern sofort wieder angelegt. Wie berechnet man nun die gesamte Rendite? Es bietet sich an drei Rechnungen aufzumachen, eine für jedes Jahr. Fangen wir mit der ersten Rechnung und den bekannten Fakten an:

  • Zeitraum: 12 Monate
  • Zinssatz: 3%
  • eingesetztes Kapital: 10.000 Euro

Demnach beträgt der Erlös nach 12 Monaten 3% von 10.000 Euro, also 300 Euro. Die Jahresrendite in Prozent errechnet sich demnach wie folgt:

Jahresrendite

Die Jahresrendite entspricht also dem Anlagezins von 3%. Der Erlös fließt in das eingesetzte Kapital für die folgenden 12 Monate mit ein, sodass die Kennzahlen nun wie folgt aussehen:

  • Zeitraum: 12 Monate
  • Zinssatz: 4,5%
  • eingesetztes Kapital: 10.300 Euro

Nach 12 weiteren Monaten beträgt der Erlös 4,5% von 10.300 Euro, also 463,50 Euro. Die prozentuale Jahresrendite demnach errechnet sich wie folgt:

Jahresrendite-Berechnung

Die Jahresrendite für das zweite Jahr entspricht also dem Anlagezins von 4,5%. Der Erlös fließt ins das eingesetzte Kapital für die folgenden 12 Monate mit ein, sodass die Kennzahlen nun wie folgt aussehen:

  • Zeitraum: 12 Monate
  • Zinssatz: 4,5%
  • eingesetztes Kapital: 10.763,50 Euro

Demnach beträgt der Erlös nach 12 weiteren Monaten 4,5% von 10.763,50 Euro, also 484,36 Euro. Die prozentuale Jahresrendite demnach errechnet sich wie folgt:

Jahresrendite-Berechnung 2

Auch im dritten Jahr entspricht die Jahresrendite also dem Anlagezins von 4,5%. Auf den kompletten Zeitraum von 36 Monaten gesehen beträgt der Ertrag:

Gesamtgewinn und Rendite

Die Gesamtrendite errechnet aus der Summe der Jahresrenditen geteilt durch die Anzahl der Jahre, also:

Gesamtrendite

 

Bei allen Geldanlagen unterscheidet man zunächst einmal zwischen Brutto- und Netto-Rendite. Die Bruttorendite beziffert die Rendite einer Geldanlage ohne Berücksichtigung von Transaktionskosten, Steuern oder Inflation. Die Nettorendite dagegen berücksichtigt diese Faktoren und fällt daher fast immer geringer aus als die Bruttorendite. Ein Investor kann beispielsweise eine positive Bruttorendite mit seiner Investition erzielen, zieht man jedoch die Transaktionskosten, Steuern und Inflation ab, so kann die Nettorendite gleich Null sein. Damit erhält er zwar die Kaufkraft seines Kapitals, erzielt effektiv aber keine Erträge. Sollte die Nettorendite sogar negativ sein, würde das Kapital des Investors langsam aufgezehrt werden und er würde effektiv Geld verlieren. 

Zins und Mietrendite

Die bekannteste Form der Rendite ist der Zins. Hierbei unterscheidet man den Nominalzins und den Realzins. Der Nominalzins entspricht dem Zins einer Geldanlage in Relation zu ihrem Nennwert. Der nominale Zinssatz ist den Konditionen der meisten Anlageprodukte direkt zu entnehmen. Der Nominalzins berücksichtigt dabei jedoch nicht, dass die Kaufkraft des Zinses durch die Inflationsrate beeinflusst wird. Demgegenüber steht der Realzins. Er entspricht der Differenz der Nominalverzinsung und der Inflationsrate.

Eine der gängigsten Formen der Rendite sind Mieteinnahmen. Bei Renditen aus der Vermietung einer Immobilie spricht man von der Mietrendite. Sie entspricht dem Profit, den ein Immobilieninvestor über die Vermietung einer gekauften Immobilie erzielt und unterscheidet sich wieder in Brutto- und Netto-Mietrendite. Die Brutto-Mietrendite setzt die Jahresbrutto-Mieteinnahmen und den Kaufpreis in ein Verhältnis zueinander. Mathematisch ausgedrückt bedeutet dies:

Bruttomietrendite

Der Wert hat nur bedingte Aussagekraft, da der Vermieter von den Jahresbrutto-Mieteinnahmen noch laufende Kosten abziehen muss. Die Netto-Mietrendite zieht daher noch von den Mieteinnahmen Betriebskosten, Instandhaltungskosten, Rückstellungen und Verwaltungskosten ab und erhält so die Jahresnetto-Mieteinnahmen. Außerdem berücksichtigt sie zusätzliche einmalige Kosten beim Erwerb der Immobilie wie Makler-, Notar- und Gutachtergebühren, Grunderwerbssteuer und Grundbuchgebühr. Mathematisch errechnet sich die Netto-Mietrendite wie folgt:

Nettomietrendite

Dividendenrendite und Aktienrendite

Doch Zinsen sind nur eine Form der Rendite. Während sie bei Bankeinlagen die einzige Ertragsform darstellen, können bei Wertpapieren (Aktien, Schuldverschreibungen und Anteile an Fonds) Erträge auch über die Kursänderungen realisiert werden. Hinzu kommen bei Aktien Dividendenzahlungen, die in die Rendite des Investors miteinfließen. Die Dividende ist ein Teil des Profits einer Aktiengesellschaft, der an die Aktionäre ausschüttet wird. So ergibt sich die Dividendenrendite aus dem Verhältnis von ausgeschütteter Dividende und dem Aktienkurs. Sie gibt an, wie hoch das investierte Kapital je Aktie verzinst ist. Die mathematische Formel lautet:

Dividendenrendite

Ein Beispiel: Die Dividende eines Unternehmens beträgt 1 Euro je Aktie. Der aktuelle Aktienkurs liegt bei 20 Euro. Demnach beträgt die Dividendenrendite 5 Prozent. Während die Dividendenrendite die Dividenenzahlungen und den aktuellen Aktienkurs ins Verhältnis setzt, beschreibt die Aktienrendite den Profit aus dem Wertzuwachs einer Aktie. Die Aktienrendite betrachtet dabei sowohl Dividenenzahlungen als auch Kursschwankungen einer Aktie über einen festgelegten Zeitraum. Mathematisch errechnet sich die Aktienrendite wie folgt:

Aktienrendite

Ein Beispiel: Ein Investor kauft eine Aktie zum Stand von 20 Euro. Er hält die Aktie ein Jahr lang und erzielt in diesem Zeitraum Dividendenzahlungen in Höhe von 2 Euro. Nach einem Jahr steht die Aktie bei 22 Euro. Die Aktienrendite errechnet sich also wie folgt: (((22 Euro – 20 Euro) + 2 Euro) / 20 Euro) * 100 Prozent = (4 Euro / 20 Euro) * 100 Prozent = 20 Prozent. Die Aktienrendite beträgt demnach 20 Prozent, denn der Investor hat einen Profit von 4 Euro erzielt (2 Euro Kursantieg plus 2 Euro Dividende), was einem Fünftel des ursprünglichen Aktienkurses entspricht.

Anleihenrendite und Umlaufrendite

Bei Renditen aus Anleihen spricht man von der sogenannten Anleihenrendite. Die Anleihenrendite gibt den Gesamterfolg eines festverzinslichen Wertpapiers wieder. Sie beschreibt den effektive Zinssatz einer Anleiheninvestition (also Staats- und Unternehmensanleihen) und setzt sich aus Zinszahlungen und eventuellen Kursveränderungen zusammen. Die Anleihenrendite wird maßgeblich beeinflusst durch die Laufzeit der Anleihe, den Kursverlauf, den Kaufs- und Verkaufspreis und den Nominalzinssatz.

Von der Anleihenrendite lässt auf die %glossary_77% (auch Sekundärmarktrendite genannt) schließen. Die Umlaufrendite gibt die durchschnittliche Rendite aller festverzinslichen Wertpapiere an, die sich aktuell im Umlauf befinden. Sie wird täglich von der Deutschen Bundesbank ermittelt und gilt als Referenzwert für die Finanzbranche. Ihren Höchststand erreichte die Umlaufrendite im Jahr 1981 mit 11,2 Prozent. Seither ist sie kontinuierlich gefallen und verzeichnete im Jahr 2014 nur noch 0,6 Prozent. Seit Mitte 2016 weisen Anleihen in öffentlicher Hand, darunter auch Hypothekenpfandbriefe und öffentliche Pfandbriefe, eine negative Rendite auf.

Anlagenrendite und Umsatzrendite

Die Anleihenrendite sollte jedoch nicht mit der Anlagenrendite verwechselt werden. Die Anlagenrendite (Englisch: Return on Investment, ROI) ist eine Kennzahl zur Messung der Rentabilität eines Unternehmens. Sie umfasst als Oberbegriff sowohl die Eigenkapitalrendite als auch die Gesamtkapitalrendite. Die Anlagenrendite beschreibt dabei den Erlös aus einer unternehmerischen Tätigkeit, gemessen am Gewinn im Verhältnis zum gesamten eingesetzten Kapital.

ROI Rendite

Eine Kennzahl, die im Zusammenhang mit der Anlagenrendite auftaucht, ist die %glossary_79% (Englisch: Return on Sales, ROS). Sie zeigt die Profitabilität eines Unternehmens an. Je größer die Umsatzrendite, desto profitabler ist das Unternehmen. Der Investor erkennt daran, wie viel Prozent des Umsatzes einem Unternehmen im betrachteten Zeitraum an Profit verblieben ist. Eine Umsatzrendite von 10 Prozent entspricht beispielsweise einem Profit von 10 Cent je Euro Umsatz. Die Umsatzrendite berechnet sich aus der Differenz von Gewinn und Umsatz. Mathematisch ausgedrückt heißt das:

Umsatzrendite

Eigenkapitalrendite und Gesamtkapitalrendite

Die Eigenkapitalrendite (Englisch: Return on Equity, ROE) beziffert den Erlös aus einer unternehmerischen Tätigkeit in Relation zum Eigenkapital. Sie zeigt also an, wie ertragreich das eingesetzte Eigenkapital ist und ist damit für Gesellschafter oder Aktionäre ein Indikator dafür, wie sich ihre Investition ins Unternehmen entwickelt hat. Außerdem kann sie Hinweise auf die künftige Entwicklung des Unternehmens liefern. Zur Berechnung wird der Gewinn des Unternehmens durch das Eigenkapital dividiert. Die Eigenkapitalrendite errechnet sich wie folgt:

 

Eigenkapitalrendite

Wenn zum Eigen- auch noch Fremdkapital hinzu kommt und sich dadurch der Gewinn erhöht, so steigt auch die Eigenkapitalrendite und verzerrt damit das Ergebnis. Man spricht hierbei von einer Hebelwirkung (Englisch: Leverage Effect). Investoren ziehen deshalb auch die Gesamtkapitalrendite (Englisch: Return on Assets, ROA) als Kennziffer heran, die den Leverage-Effekt umgeht. Die Gesamtkapitalrendite zeigt an, wie effizient das gesamte Kapital vom Unternehmen innerhalb einer Periode eingesetzt wurde.

Zur Berechnung werden Reingewinn, Fremdkapitalzinsen und Gesamtkapital in ein Verhaltnis zueinander gesetzt. Die Fremdkapitalzinsen sind Betriebsausgaben, die zuvor vom Gewinn abgezogen wurden und nun wieder als Fremdkapitalkosten miteinbezogen werden müssen. Das Gesamtkapital ergibt aus der Summe von Eigen- und Fremdkapital. Die mathematische Formel lautet:

Gesamtkapitalrendite

 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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