Aktienkauf – Die 7 häufigsten Fehler

Einsteiger

Privatanleger machen vermeidbare Fehler

Von André Jasch
6 Minuten Lesezeit

Viele Privatanleger machen beim Aktienkauf unnötige Fehler, die zu Verlusten führen. Sie verfügen häufig nicht über das nötige Börsenwissen oder lassen sich zu sehr von ihren Emotionen leiten. Wir zeigen Ihnen die häufigsten Fehler beim Aktienkauf und wie man sie vermeidet.

 

Gewisse Grundkenntnisse sind vor dem Aktienkauf unerlässlich. Einer der häufigsten Fehler ist es, ohne Börsenwissen einfach drauf los zu handeln. Doch wem die grundlegenden Kenntnisse fehlen, der läuft schnell Gefahr, viel Geld an der Börse zu verlieren. Unerfahrene Anleger neigen dazu übertriebene Preise für Aktien zu bezahlen, weil sie die wichtigsten Kennzahlen nicht kennen oder Aktien zum falschen Zeitpunkt kaufen oder verkaufen. Für Anfänger steht daher zunächst vor dem Aktienkauf eine Einführung in die Börsenwelt an: Wie funktioniert die Börse? Wie entsteht ein Aktienkurs? Wie eröffnet man ein Aktiendepot? Was ist ein Broker? Was ist eine Dividende? Zum Börsenwissen gehören auch Grundkenntnisse im Bereich Finanzen. Wer sich ohne das nötige Rüstzeug aufs Börsenparkett wagt, wird schnell zum gefundenen Fressen für Börsenprofis.

 

Eine Studie der Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer für das Magazin Finanztest kommt zu dem Schluss, dass private Anleger die großen Gewinne an der Börse zwischen 2005 und 2015 verpasst haben. Untersucht wurde das Aktiendepot von 40.000 Direktbankkunden. Diese Anleger lagen mit durchschnittlich 3,1 Prozent Rendite deutlich unter den Wertzuwächsen des Marktes von jährlich 8,7 Prozent. Grund hierfür war weniger mangelndes Börsenwissen als kurzfristiges Handeln und blinder Aktionismus. Privatanlegern fehlt oftmals die Ruhe und Gelassenheit, ihre Unternehmensanteile auch bei einem fallenden Aktienkurs zu halten. Zugleich neigen sie auch dazu, bei einem steigenden Aktienkurs zu früh zu verkaufen. In beiden Fällen entgehen ihnen dadurch wertvolle Chancen. Stattdessen sollten Anleger eine mittel- bis langfristige Anlagestrategie verfolgen und diese auch bei kurzfristigen Marktturbulenzen beibehalten.

 

Risikostreuung ist die Basis des Erfolgs beim Aktienkauf und für private Anleger gilt: Diversifikation schlägt Konzentration. Das bedeutet, dass sich die Risiken im Portfolio abmildern lassen, wenn in Wertpapiere aus unterschiedlichen Bereichen investiert wird. Sollte es eine Krise in einem Sektor geben, verliert nicht das gesamte Portfolio an Wert. Dennoch beherzigen viele private Anleger diese Grundregel nicht genügend, denn sie haben zu viele Einzelaktien in ihrem Aktiendepot. Die Untersuchung für Finanztest hat gezeigt, dass die Direktbankkunden in ihrem Aktiendepot im Durchschnitt nur 12 Einzelaktien haben – zu wenig um Klumpenrisiken zu vermeiden. Um das Risiko im Portfolio breiter zu streuen, können börsennotierte Indexfonds (ETFs) ein geeignetes Mittel darstellen.

 

Eine Strategie von Profis am Aktienmarkt ist es, Aktien auf Kredit zu kaufen. Sie leihen sich für den Aktienkauf Geld bei einer Bank oder einem Broker. Nachdem der Aktienkurs der Wertpapiere dann gestiegen ist, verkaufen sie wieder und bedienen damit ihre Schulden. Den Differenzbetrag streichen sie als Reingewinn ein. Doch sollten der Aktienkurs nicht steigen, sondern fallen, fordert die Bank oder der Broker sie auf, Geld nachzulegen. Dieser sogenannte „Margin Call“ (zu Deutsch: Nachschusspflicht) kann zu hohen Verlusten führen, die weit über die Ausgangsinvestition hinausgehen. Mancher Kleinanleger greift beim Aktienkauf statt auf Bankkredite auch auf Darlehen aus dem Freundes- oder Familienkreis zurück. Wenn die Investition nicht erfolgreich ist, bleiben kaputte Freundschaften und zerrüttete Familien. Deshalb sollten Privatanleger vom Aktienhandel auf Kredit in jedem Fall die Finger lassen. Das Risiko großer Verluste (bei Bankdarlehen) und zerstörten Vertrauens (bei Familiendarlehen) ist viel zu hoch.

 

Unerfahrene Anleger neigen beim Aktienkauf dazu, blindlinks jeder Empfehlung eines vermeintlichen Börsenprofis zu folgen. Doch eine alte Börsenweisheit lautet: „Wenn es die Spatzen schon von den Dächern pfeifen, dann ist die Aktie schon zu teuer.“ Mit anderen Worten: Wenn „das nächste große Ding“ schon in der Zeitung steht, ist es längst kein Geheimtipp mehr. Man denke nur an die Dotcom-Blase, die Blase um 3-D-Drucker oder die aktuelle Blockchain-Blase. Während die Technologien dahinter durchaus bahnbrechend sind, haben Privatanleger viel Geld verloren. Das große Geld gemacht haben dagegen Investoren, die das Potenzial früh erkannt und in der Anfangsphase darauf gesetzt haben. Vermeintliche Geheimtipps sind also mit extremer Vorsicht zu genießen und schützen nicht davor, eine eigene Risikoprüfung der Wertpapiere vorzunehmen.

 

Zwar müssen Aktienkäufer eine gewisse Geduld und Nervenstärke auch bei einem fallenden Aktienkurs mitbringen, sie müssen Verluste aber nicht tatenlos hinnehmen. Sie sollten zuvor eine untere Schmerzgrenze definieren, bei der sie nicht mehr bereit sind, eine Aktie zu halten. Dazu setzen Aktienkäufer sogenannte Stoppkurse in ihrem Aktiendepot. Wird ein vorher festgelegter Kurs unterschritten, werden die Wertpapiere automatisch verkauft – so der Broker denn einen Käufer findet. Dadurch können sich Anleger vor drastischen Kursstürzen schützen. Die Stoppkurse sollten immer Auge behalten werden. Steigt die Aktie im Wert, sollte auch der Stoppkurs nach oben verschoben werden.

 

Als Anleger sollte man sich beim Aktienkauf nie von seinen Emotionen leiten lassen. Angst ist ein schlechter Ratgeber, aber unbegründete Euphorie kann ebenso gefährlich sein. Ein durchschnittlicher Anleger ändert in einem Jahr etwa ein Viertel seines Aktiendepots, wie die Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer in ihrer Untersuchung festgestellt haben. Die Übereifrigen krempeln ihr gesamtes Aktiendepot sogar zwei Mal im Jahr komplett um – und erzielen damit die niedrigste Rendite beim Aktienkauf. Allein die Handelskosten der Broker senken den Ertrag um etwa 1 Prozent. Bei besonders aktiven Anlegern schmälern die Handelskosten der Broker die Rendite sogar um bis zu 3 Prozent. Damit man als Anleger nicht Spielball seiner Emotionen wird, braucht man unbedingt eine Strategie. Grundlegend gibt es zwei Anlagestrategien beim Aktienkauf: Value Investing und Diversifikation. Darüber hinaus sollten Anleger sich eine persönliche Strategie zulegen, die ihre Risikopräferenzen und ihre bevorzugten Anlagepräferenzen berücksichtigt.  Sucht man als Anleger beispielsweise Aktien mit hohem Gewinnpotenzial oder Aktien mit hoher Dividende?

 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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