Clever investieren – 12 Tipps von Warren Buffett

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Tipps zum erfolgreichen Investieren

Von André Jasch
10 Minuten Lesezeit

Warren Buffett zählt nicht nur zu den reichtsen Menschen der Welt, sondern auch zu den erfolgreichsten Investoren aller Zeiten. Der 86-jährige Buffett (1930 in Omaha, Nebraska geboren) hat es durch clevere Investment-Entscheidungen zum Milliardär gebracht. Seine Weitsicht und sein Gespür für gewinnbringende Investitionen haben ihm den Beinamen „Das Orakel von Omaha“ eingebracht und ihn zur Investorenlegende gemacht.

Im Jahr 1965 kaufte er die angeschlagene Textilfirma Berkshire Hathaway und wandelte sie in eine Holding um. Inzwischen ist Berkshire Hathaway eines der größten Unternehmen der Welt, 80 Firmen sind unter der Dachgesellschaft vereint. Der Aktienkurs ist um mehr als 750 000 Prozent gestiegen und die Berkshire-Hathaway-Aktie ist die mit Abstand teuerste Aktie der Welt. Buffett hat fast sein gesamtes Vermögen in Berkshire Hathaway angelegt und ist noch heute der größter Aktionär des Unternehmens.

Im Jahr 2016 war Warren Buffett auf Platz 3 der Forbes-Liste der reichsten Menschen des Planeten mit einem Gesamtvermögen von 74 Milliarden US-Dollar. Zuvor landete er 15 Jahre in Folge auf Platz 2 der Forbes-400-Liste. Der Self-Made-Milliardär hat im Laufe seiner Karriere viel nützliche Erfahrungen am Finanzmarkt gesammelt und macht kein Geheimnis aus seinem Erfolgsrezept. Wir listen für Sie Buffetts 12 beste Investment-Tipps auf:

 

Lass dich nicht abschrecken!

Clever zu investieren ist nicht schwer, auch wenn Laien häufig das Gefühl haben, es sei unglaublich kompliziert. In seinem Buch „Warren Buffett spricht“ sagte der Starinvestor einmal: „Man muss kein Raketenwissenschaftler sein. Investieren ist kein Spiel, bei dem der Typ mit dem IQ von 160 denjenigen mit dem IQ von 130 besiegt.“ Ein Blick in die Lehrpläne großer Wirtschaftsuniversitäten kann jedoch abschrecken. Dort stehen komplexe Themen wie Finanzmarkt- oder Portfolio-Theorie auf dem Plan. „Sie brauchen das nicht zu wissen. Tatsächlich sind Sie vermutlich sogar besser dran, wenn Sie nie davon gehört haben“, so Buffett weiter. Stattdessen müssten angehende Investoren nur zwei Fragen meistern: „Wie bewertet man ausgewählte Unternehmen korrekt?“ und „Wie interpretiert man Marktpreise richtig?“.

 

Setze auf Unternehmen!

Bei der Frage nach der richtigen Kapitalanlage, kennt Warren Buffett nur eine richtige Antwort: Unternehmensanteile. Aktien hätten sich historisch gesehen schon immer am meisten bezahlt gemacht. Buffett führt hierbei die Entwicklung der amerikanischen Börse als Beleg an. In einem Interview mit der New York Times sagte der Starinvestor einmal: „Auf lange Sicht sind die Aussichten für die Börse gut. Im 20. Jahrhundert haben die USA zwei Weltkriege und weitere traumatische und kostspielige Konflikte ausgehalten; die Große Depression; ein Dutzend oder mehr Rezessionen und Finanzmarkt-Paniken; Öl-Schocks; eine Grippe-Epidemie; und den Rücktritt eines entwürdigten Präsidenten. Trotzdem ist der Dow Jones von 66 auf 11,497 Punkte gestiegen.“

 

Suche einfache Investitionen!

Warren Buffett beklagte einmal gegenüber seinen Investoren, dass die Menschheit zu der „perversen“ Eigenschaft neige, einfache Dinge kompliziert zu machen. Dies spiegele sich auch an den Wirtschaftsuniversitäten wider, wo komplexes Verhalten belohnt würde, obwohl simples Verhalten viel effizienter sei. Anstatt also auf eine möglichst komplizierte Anlagestrategie zu setzen, sollten Investoren es möglichst simpel halten. Es gibt keine Bonus-Punkte für komplizierte Anlagestrategien. Das Zielobjekt sollte einfach verständlich und die Einstiegshürden gering sein. So dagte Buffett einmal: „Ich versuche nicht, zwei Meter hoch zu springen. Ich schaue mich nach Hindernissen um, die 30 Zentimeter hoch sind, und die ich einfach überschreiten kann.“ Der Investor müsse kein Experte für alle Unternehmen sein, noch nicht einmal für viele. Es genüge schon, Unternehmen im eigenen Kompetenzbereich korrekt bewerten zu können. Doch es sei absolut überlebenswichtig für einen erfolgreichen Investor, die Grenzen des eigenen Kompetenzbereiches zu kennen, warnt Warren Buffett.

 

Suche sichere Investitionen!

Warren Buffett ist immer auf der Suche nach sicheren Investitionen. Die Investorenlegende aus Nebraska setzt dabei meist auf Firmen, von denen er nach sorgfältiger Prüfung mit Sicherheit sagen kann, dass sie sich positiv entwickeln werden. Seine stabilsten und profitabelsten Investitionen sind die Aktie des Getränkehersteller Coca Cola und die Aktie des Kaugummi-Konzerns Wrigley. Das Geschäftsmodell spielt dabei eine Schlüsselrolle. Es sollte so einfach und überzeugend sein, dass es auch bei schlechtem Management funktioniert. So sagte Buffet einmal: „Ich kaufe gerne Anteile an Unternehmen, die so fabelhaft sind, dass selbst ein Idiot sie führen kann. Denn früher oder später wird einer an der Spitze sein.“

 

Suche Unternehmen mit Wettbewerbsvorteil!

Für Investoren besteht die Herausforderung darin, gewinnbringende Unternehmen mit Zukunftspotenzial auszumachen. Dabei komme es weniger auf die Tragweite der Geschäftsidee an, als auf den Wettbewerbsvorteil des Unternehmens, lautet einer von Warren Buffetts Ratschlägen. „Der Schlüssel für erfolgreiches Investieren ist nicht die Fähigkeit, einzuschätzen, wie sehr eine Industrie die Gesellschaft beeinflussen wird. Viel eher zählt, den Wettbewerbsvorteil einer Firma zu kennen und dessen Dauer zu beurteilen.“ Selbst die wirklich großen Investment-Ideen von Berkshire Hathaway könnten in einem Absatz erklärt werden. Die Holding suche stetig nach „Unternehmen mit einem anhaltenden Wettbewerbsvorteil, die von kompetenten Besitzern geleitet werden. Wenn diese Eigenschaften gegeben sind und wir zu günstigen Preisen einsteigen können, ist es schwer etwas falsch zu machen.“

 

Investiere auf lange Sicht!

Warren Buffett rät von kurzfristigen Investitionen ab. „Wenn du nicht bereit bist, eine Anlage für zehn Jahre zu halten, denk nicht mal daran, sie für zehn Minuten zu besitzen. Stelle ein Portfolio mit Unternehmen zusammen, deren aggregierte Einnahmen über die Jahre steigen, dann wird auch der Wert des Portfolios steigen.“ Die Performance des Portfolios sinke jedes Mal, wenn ein Investor eine Position abstoße oder eine neue hinzufüge. Vielmehr sollten Investoren ihr Geld langfristig in einige ausgewählte Wertpapiere anlegen. Warren Buffett schrieb einmal an die Investoren von Berkshire Hathaway über die beste Dauer einer Investition : „Wenn wir Anteile an außergewöhnlichen Unternehmen mit einem außergewöhnlichen Management besitzen, dann halten wir sie am liebsten für immer“. 

 

Scheue kein Risiko!

Ein berühmter Satz des Investment-Gurus lautet: „Risiko entsteht nur, wenn Investoren nicht wissen, was sie tun.“ Buffett ist erklärter Gegner von Diversifikation und Moderner Portfolio-Theorie. Diversifikation ist für Buffet ein Schutz gegen Unwissen. „Es macht wenig Sinn für diejenigen, die Bescheid wissen.“ Stattdessen ist er ein Verfechter des sogenannten Value Investing. Als sein bestes Investment bezeichnete er einmal den Kauf des Buchs „The Intelligent Investor“ seines Ökonomie-Professors Benjamin Graham, dem Begründer des Value Investing. Dort hat er gelernt, unterbewertete Aktien zu erkennnen, im richtigen Moment zu kaufen und mindestens so lange zu halten, bis sie ihren wahren Wert erreicht haben.

 

Kenne den Unterschied zwischen Preis und Wert!

Auf die Unternehmensbewertung kommt es dem Berkshire-Hathaway-Chef besonders an. Er sucht immer nach Firmen die unterbewertet sind, um sie günstig zu kaufen. So schrieb er bereits 1989 an seine Investoren: „Es ist wesentlich besser, ein wundervolles Unternehmen zu einem fairen Preis zu kaufen, als ein faires Unternehmen zu einem wundervollen Preis zu erwerben.” Von seinem Ökonomie-Professor und Mentor Benjamin Graham habe er den wichtigen Unterschied zwischen Preis und Wert gelernt. „Der Preis ist was du zahlst, der Wert ist, was du bekommst.“

 

Übe dich in Geduld!

Der erfolgreiche Investor sollte vor allem zwei Eigenschaften mitbringen: Disziplin und Geduld. Oder wie das „Orakel von Omaha“ es ausdrückt: „Unabhängig davon wie groß dein Talent oder deine Anstrengungen sind, einige Dinge brauchen einfach Zeit: Man kann kein Kind in einem Monat bekommen, indem man neun Frauen schwängert.“ Die Börse bezeichnete Buffett einmal als „Baseballspiel ohne Strikeouts“. Man müsse nicht wie wild drauf losschlagen, es genüge einen Ball richtig zu treffen, um einen Homerun hinzulegen. Das Problem für ihn als Vermögensverwalter sei nur, dass die Fans – seine Kunden – hinter ihm stünden und ständig dazwischen rufen würden: „Nun schlag schon, du Faulpelz!“.

 

Sei gierig, wenn andere ängstlich sind!

„Ich werde Ihnen erklären, wie Sie reich werden. Seien Sie ängstlich, wenn andere gierig sind. Und seien Sie gierig, wenn andere ängstlich sind”, schrieb Buffett einmal an seine Anleger. In Zeiten, in denen die Aktienmärkte boomen, sollten Investoren vorsichtig sein. Unternehmen sind dann häufig zu hoch bewertet und günstige Einstiegsgelegenheiten sind selten. In Krisenzeiten können Investoren dagegen auf Schnäppchen-Jagd gehen und bereits vorhandene Positionen ausbauen. Viele Firmen sind dann unterbewertet, weil Anleger aus Angst die Finger von Aktien lassen. Doch dabei sollten Investoren ihr Temperament zügeln, so Buffett. Das Temperament eines Investors sollte so beschaffen sein, dass er weder große Freude empfinde, wenn er mit der Masse laufe, und ebenso wenig, wenn er gegen den Strom schwimme. Er sollte herrschenden Trends weder blind hinterherlaufen, noch Investitionen nur deshalb tätigen, weil sie die Masse ablehnt.

 

Lass dich nicht von Prognosen blenden!

„Kurzfristig ist der Markt ein Schönheitswettbewerb, langfristig ist er eine Waage“, lautet ein kerniger Satz der Investorenlegende. Wenn es nach Warren Buffett geht, dass sagen Wirtschaftsprognosen mehr über den Analysten selbst aus, als über die Zukunft. Denn manche Probleme offenbaren sich erst mit der Zeit. In guten Zeiten lassen sich Schwierigkeiten bei Unternehmen leicht kaschieren. „Zeit ist ein Freund des großartigen Business, aber der Feind des Mittelmaßes.“ Erst wenn die wirtschaftlichen Zeiten stürmischer würden, zeige sich wer oben schwimmt und wer untergehe. Berkshire Hathaway ignoriert deshalb größtenteils politische und wirtschaftliche Prognosen und fokussiert sich stattdessen auf die Kennzahlen des Unternehmens. Außerdem ist die Holding stets bemüht, aus der Vergangenheit zu lernen. „In der Geschäftswelt ist der Rückspiegel immer durchsichtiger als die Windschutzscheibe.”

 

Warte auf den richtigen Moment!

Warren Buffett liebt Schnäppchen. „Ob wir über Socken oder Aktien reden, ich kaufe qualitative Produkte immer wenn die Zeit dafür günstig ist.“ Auch Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway geht nach diesem Motto vor. Der Starinvestor kauft am liebsten Unternehmen, die in temporären Schwierigkeiten stecken. Denn nur wenn sie gerade „auf dem OP-Tisch liegen“ – ihre unmittelbare Zukunft also ungewiss erscheint – seien auch außergewöhnliche Unternehmen günstig zu bekommen. Buffetts Erfolg basiert auf perfektem Timing: Er guckt sich ein Investitionsobjekt aus, analysiert detailgenau alle Stärken und Schwächen, und wenn er überzeugt ist, dann wartet er auf den günstigsten Moment. Dieser Moment kann Jahre auf sich warten lassen und nur kurz andauern, deshalb gilt es schnell zu handeln, wenn er gekommen ist. „Gelegenheiten kommen unregelmäßig. Und wenn es gerade Gold regnet, stell einen Eimer vor die Tür und keinen Fingerhut.”


 


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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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