von Cristin Liekfeldt

Hidden Champions in Deutschland

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Hidden Champions in Deutschland

Digitalisierung, Millionenumsätze und Venture Capital – an wen denken Sie? Google, Facebook, Amazon? Vielleicht an Ebay oder an Zalando? Grenzen wir die Region auf Deutschland ein und suchen deutsche Unternehmen mit den drei Schlagworten, wird es doch relativ schnell dünn.

Tatsächlich aber gibt es zahlreiche Unternehmen aus Deutschland, die mit einem digitalen Geschäftsmodell äußerst erfolgreich sind. 

Leider fliegen die Firmen oft unter dem Radar. Hier kommen die Top-15 der sogenannten „Hidden Champions“ Deutschlands!

Alle machen sechsstellige Umsätze, wurden nach 2000 gegründet und sind mindestens auf einem guten Weg zur Marktführerschaft.



1. AUTO1.com

Unangefochtener Spitzenreiter der Hidden Champions ist AUTO1.com. Es handelt sich hierbei um einen Online-Marktplatz für den Zu- und Abverkauf geprüfter Gebrauchtwagen. Das B2B-Startup wurde 2012 von Hakan Koç und Christian Bertermann gegründet. Mittlerweile arbeiten 2000 Mitarbeiter bei AUTO1.com. 2016 machte der Online-Händler 1.5 Mrd. Euro Umsatz.


2. Music Maker Jam

Mehr als 25 Mio. mal wurde die App bereits heruntergeladen, in den USA ist sie ein Knaller. 2013 wurde die App aus der Tech-Schmiede Magix ausgegründet. Mit der App kann man per Smartphone Musik mixen und Lieder erschaffen. Mit dem Freemium-Geschäftsmodell erwirtschaftete das Unternehmen 2016 einen siebenstelligen Umsatz.


3. TeamViewer

2005 entsteht in Göppingen bei Stuttgart eine Softwarefirma namens TeamViewer. Der Gründer Tilo Rossmanith entwickelt eine Software, welche die Fernsteuerung und Wartung von Smartphones und Computern ermöglicht. 2015 konnte das Unternehmen mehr als 150 Mio. Euro umsetzen. Schon vier Jahre nach der Gründung wurde TeamViewer an Permira verkauft und ist seit dem weltweit aktiv.

4. KFZteile24

Ebenfalls 2005 wurde KFZteile24 von Torsten Hainke, Matthias Kieper und René Steinert gegründet. Heute hat der Online-Shop für KFZ-Teile über 500 Mitarbeiter und machte 2016 130 Mio. Euro Umsatz.


5. Chal-Tec

Das Berliner Unternehmen Chal-Tec., 2005 gegründet von Peter Chaljawski, ist eine klassische E-Commerce-Firma. Dazu gehören Marken und Eigenmarken in den Segmenten Dekoration, Einrichtung und Möbel, Elektronik und Leuchten, sowie Gesundheit und Sport. Mittlerweile ist das Unternehmen mit mehr als 400 Mitarbeitern in 21 Ländern aktiv und machte 2016 über 125 Mio. Euro Umsatz.

Gründer Peter Chaljawski / Foto: Chal-tec
Gründer Peter Chaljawski / Foto: Chal-tec


6. Audibene

2012 von Paul Crusius und Marco Vietor in Berlin gegründet, wurde auch der Markt um die Hörakustik neu aufgerollt. Das Unternehmen mit 580 Mitarbeitern aus 25 Nationen verkauft Hörhilfen per Internet und kann auch den Hörverlust online anpassen. 80 Mio. Euro Umsatz machte das Unternehmen 2016.


7. Lampenwelt

Der Online-Händler für Leuchten wurde 2004 von den Brüdern Andreas und Thomas Rebmann in Schlitz, Hessen gegründet. Das Unternehmen fing damit an, dass Thomas Rebmann als gelernter Elektricker Leuchten als Nebenverdienst über ebay verkaufte. Damit war er so erfolgreich, dass er nach einem Großauftrag einen eigenen Shop startete. 2016 machte Lampenwelt einen Umsatz von 61 Mio. Euro, 240 Beschäftigte arbeiten hier.


8. Kreditech

Kreditech wurde 2012 von Sebastian Diemer und Alexander Graubner-Müller in Hamburg gegründet. Das Startup vergibt Kredite an Kunden, die über die herkömmlichen Wege keine erhalten können. Dazu hat das Unternehmen einen eigenen Einschätzungs-Mechanismus auf Basis von maschinellem Lernen entwickelt. Aktiv ist das Unternehmen mit diesem Produkt in Russland, Spanien, Mexiko, Polen und Tschechien. Außerdem bietet Kreditech Partnern auch Kreditvergabe als Dienstleistung zur Integration in Bezahlmodelle an. 2015 setzte das Unternehmen mit über 400 Mitarbeitern rund 42 Mio. Euro um.


9. FabFab

FabFab wurde 2003 in Schenefeld bei Pinneberg in der Nähe von Hamburg gegründet. Europas führendes E-Commerce-Unternehmen für textile Meterware und Zubehör verkauft mit 30 Mio. Euro im Jahr äußerst erfolgreich Stoffe, Nähzubehör und Wolle. Die Brüder Jörn, Melf und Nils Haack beschäftigen mittlerweile 250 Mitarbeiter.


10. Celonis

Martin Klenk, Bastian Nominacher und Alexander Rinke gründeten 2011 Celonis, die ein Werkzeug zur Analyse und Optimierung von IT-gestützten Geschäftsprozessen entwickelt. Die Software hilft Unternehmen dabei, große Datenmengen zu durchblicken und darzustellen und so eventuell vorhandene Probleme aufzuspüren. Das Münchner Unternehmen beschäftigt 170 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2016 20 Mio. Euro Umsatz. Deloitte kürte Celonis zu dem am schnellsten wachsendes Technologie-Unternehmen Deutschlands.


11. Blacklane

Gründer Jens Wohltorf und Frank Steuer riefen 2011 ein Startup für Chauffeur-Dienstleistungen ins Leben. Fahrten können von Privat- oder Firmenkunden im Voraus zu Festpreisen gebucht werden. Die Firma kooperiert dabei mit lokalen Chauffeurdiensten statt eine eigene Fahrzeugflotte zu betreiben. 2015 erwirtschaftete die Firma 20 Mio. Euro. 200 Mitarbeiter sind bei Blacklane an Bord.


Blacklane ist ein Chauffer-Dienst der gehobenen Klasse / foto: Blacklane
Blacklane ist ein Chauffer-Dienst der gehobenen Klasse / foto: Blacklane


12. Torqeedo

Torqeedo wurde im Jahr 2005 von Christoph Ballin und Friedrich Böbel nahe München in Starnberg gegründet. Weil er mit einem Motorboot auf dem Starnberger See fahren wollte und für seinen Verbrennungsmotor keine Zulassung bekam, entwickelte Ballin einen eigenen Elektro-Bootsmotor. 20 Mio. Euro Umsatz macht Torqeedo mittlerweile und ist Weltmarktführer im Bereich Antrieb mit Elektromotoren. Über 100 Mitarbeiter hat das Münchner Unternehmen.


13. Picanova

Und wieder Brüder: Daniel und Philipp Mühlbauer gründen im Jahr 2004 ein Unternehmen für den Online-Verkauf von Öldrucken. Schnell stellen sie fest, dass individualisierte Fotoleinwände aber besser funktionieren. Heute ist Picanova weltweiter Marktführer im Bereich der individuellen Wanddekoration mit dem Schwerpunkt Fotoleinwände. 600 Mitarbeiter arbeiten im Unternehmen und setzte 2016 etwa 18 Mio. Euro um.


14. Pepper.com

2008 ging Mydealz an den Start, eine Schnäppchenplattform aus Berlin. Fabian Spielberger hatte einen Blog begonnen und darin seine Schnäppchen vorgestellt. Mit aktuellen Kennzahlen von 22,5 Mio. Visits pro Monat ist die Plattform einer der Platzhirsche in Deutschland. Heute heißt die Firma Pepper.com und hat über 500.000 Mitglieder. Pepper.com zudem in elf Ländern aktiv, darunter Frankreich, Indien, Großbritannien und Mexiko. Weltweit arbeiten 160 Mitarbeiter für die Firmengruppe.


15. StoYo Media

Das Unternehmen StoYo Media ist ein noch ganz junges Startup. 2015 wurde es von Patrick Bales und Markus Mohr gegründet. Das Marketing-Unternehmen mit Fokus auf Mobile und Videos macht schon jetzt durch organisches Marketing über Video-Inhalte sechsstellige Umsätze. Über 50 Mitarbeiter arbeiten in Berlin. 


Und wer wird der nächste "Hidden Champion"? Vielleicht ja eins unserer Portfolio-Startups..


 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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