von Cristin Liekfeldt

FinTechs und die Zukunft der Banken

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FinTechs und die Zukunft der Banken

Was wird aus den Banken? Werden wir sie bald nur noch im Museum finden? Werden sie die Ideen von FinTech-Unternehmen erfolgreich kopieren, finden sie ihr Heil in FinTech- Kooperationen oder werden sie selbst zu Technologie-Unternehmen?

Verbraucher werden den Banken nicht lange hinterher weinen, wenn ihre Grundbedürfnisse durch andere Anbieter gedeckt werden können. Etwas dramatischer ist die Situation für die Mitarbeiter, die in der Mehrzahl nicht auf eine Zukunft ohne Filialen, Beratung und andere menschliche Unterstützungsleistungen von Banken vorbereitet sind.

Bei allen positiven Veränderungen, die FinTech-Unternehmen für Verbraucher hervorbringen: Ihr Handeln beruht auf der gleichen oder einer ähnlichen Logik wie die der meisten Banken. Nur wenige Finanzinnovationen führen wirklich in eine andere Finanzökonomie, in welcher die Menschen weniger abhängig von Institutionen sind, die in erster Linie ihr eigenes Wohl im Auge haben, zumal insbesondere FinTechs einer Wachstumslogik unterliegen, welche ihnen von Venture-Capital-Unternehmen injiziert wird.

VC-Logik und die Folgen

Wir müssen uns genau ansehen, wohin uns die technologischen Errungenschaften und neuen Geschäftsmodelle der digitalen Ökonomie führen. Ist es aus Kundensicht bzw. auch aus Sicht der in der Finanzbranche arbeitenden Menschen gut, wenn eine Innovation, die wirklich menschliche Probleme löst, in dem Moment, in dem fremdes Kapital investiert wird, sich an anderen – nämlich an den Wachstums-Zielen der Investoren – ausrichten muss? So wie bei Twitter und auch bei Medium geschehen? In der digitalen Plattform-Ökonomie bilden sich in nahezu jedem Bereich Super-Intermediäre wie Facebook, Uber, Airbnb, Tencent, Alibaba und Co, die Werte einseitig extrahieren und dabei eine größer werdende Zahl von Menschen in prekären selbstständigen Verhältnissen hinterlässt. Und auch in der Finanzwelt ist eine ähnliche Entwicklung möglich.

Einbahnstraße VC-Finanzierung

Bis auf Crowdinvesting gibt es heute wenig Möglichkeiten, der Logik einer VC-getriebenen Entwicklung zu entgehen. Auch Crowdinvesting auf Bitcoin-Basis und erste Blockchain-basierte Investment-Gebilde könnten ein Weg sein. Jedoch können sich gerade die zuletzt genannten Möglichkeiten - aufgrund ihrer Abstraktheit und geringen Nachvollziehbarkeit für „Otto Normalverbraucher” – aktuell kaum ohne eine bodenständige und analog verortete vertrauensschaffende Basis oder Bewegung verbreiten.

Ist dies der Ausweg für Banken?

Mit dem Plattform-Kooperativismus gibt es inzwischen eine echte Alternative zu den Plattform-Geschäftsmodellen der digitalen Ökonomie. Plattform-Kooperativen kehren zu Prinzipien wie Innovation, Solidarität und Subsidarität zurück und verbinden diesen mit den neuen Internet-Technologien, insbesondere den P2P-Technologien. Banken und insbesondere Genossenschaftsbanken könnten auf dem Fundament dieser Bewegung einen neuen und eigenständigen Weg bauen.

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Zum Autor:

Boris Janek, Geboren am 13.05.1967 ist verheiratet und lebt zwischen Düsseldorf und Köln. Er ist Diplom Sozialwissenschaftler, beschäftigt sich beruflich mit Digitalisierung und Geschäftsmodellinnovation bei der Akademie Deutscher Genossenschaften. Nebenberuflich betreibt er den ältesten FinTech-Blog Deutschlands www.financezweinull.de und ist auf der Suche nach einer neuen Silbe der FinTech-Bewegung. Zum Beispiel „Human".


 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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