von Jana Biesterfeldt

Der Energiemarkt der Zukunft - Einblick in den innogy Innovation Hub

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Der Energiemarkt der Zukunft - Einblick in den innogy Innovation Hub

Carolina Soto, Portfolio Manager vom innogy Innovation Hub, hat sich mit uns zusammengesetzt und uns berichtet, was sich das Energieunternehmen innogy von der Zusammenarbeit und Förderung von Startups verspricht und warum es in das Münchener Startup Rydies investiert hat.

Jana Biesterfeldt: Was möchte der innogy Innovation Hub erreichen?

Carolina Soto: innogy Innovation Hub ist überzeugt, dass neue Technologien, Geschäftsmodelle und Verbrauchsmuster den Energiemarkt der Zukunft neu definieren werden. Wir glauben, dass diese Zukunft von vier globalen Kerntrends bestimmt wird: Dekarbonisierung, Dezentralisierung, Digitalisierung und Demokratisierung.

Die Mission des innogy Innovation Hub ist es, diese Vision für die Zukunft der Energie voranzutreiben, indem er ein Branchen-Disruptor ist: durch die Identifizierung wegweisender Technologien, Ideen, Einzelpersonen und Unternehmen, die helfen werden, diese Zukunft aufzubauen, wo immer sie sind, durch die Bereitstellung von Finanzierungsmitteln, Mentoring und einer Plattform für gemeinsame Gestaltung, Zusammenarbeit und Konvergenz.

Jana Biesterfeldt: Warum wurde er ins Leben gerufen?  

Carolina Soto: Der innogy Innovation Hub wurde ins Leben gerufen, um das Potenzial des Energiesystems durch die Unterstützung disruptiver Technologien und die Skalierung neuer Geschäftsmodelle zu erschließen.

Jana Biesterfeldt: Was versprecht Ihr euch von der Zusammenarbeit mit Startups?  

Carolina Soto: Der innogy Innovation Hub hat durch Investitionen in disruptive Einzelpersonen, Startups und Frühphasenunternehmen ein Portfolio von 150 Millionen Euro geschaffen und bietet über 80 Start- und Scale-Up-Unternehmen die Möglichkeit zur Zusammenarbeit. Die Zusammenarbeit mit Startups erfolgt in Form von Mentoring, finanzieller Unterstützung, Netzwerk-Engagement und Ökosystembau. Es ist eine gegenseitige Beziehung: Wenn sie wachsen, wachsen wir. Wir unterstützen die Startups in den Bereichen, in denen sie es am meisten brauchen, und erwarten im Gegenzug, dass die Teams ihr Bestes geben.

Jana Biesterfeldt: Was für Startups aus welchen Bereichen sind für euch relevant?

Carolina Soto: Der innogy Innovation Hub ist in den wichtigsten Innovationszentren der Welt vertreten: Silicon Valley, Tel Aviv und Berlin - dort befindet sich die Europazentrale mit Vertretungen in London und Warschau. An jedem dieser Standorte ist es das Ziel, mit lokalen Innovationsökosystemen zusammenzuarbeiten, in denen Geschäftsmodelle überprüft und Spitzentechnologien entwickelt und umgesetzt werden. Zu den Hauptfokusbereichen gehören: 'Machine Economy’, 'Smart & Connected','Disruptive Digital' und 'Cyber Ventures'.

Wir treten bei Startups in der Seed- und Pre-Seed-Phase ein, wo sie ein hohes Skalierbarkeitspotenzial aufweisen und eine frühe Marktreife gezeigt haben. Jedes von uns betreute Startup hat eine strategische Eignung für einen unserer Schwerpunktbereiche und befindet sich vorzugsweise innerhalb unseres geografischen Bereichs.

Jana Biesterfeldt: Wie läuft der Scouting-Prozess und die Auswahl der Startups bei innogy?

Carolina Soto: Wir nehmen diesen Schritt sehr ernst. Obwohl wir über 80 Unternehmen in unserem Portfolio haben, stellen wir sicher, dass ihre Technologie einen Beitrag zum zukünftigen Energiesystem leisten kann. Bei der Auswahl der Startups berücksichtigen wir vier Hauptkomponenten: die Kompetenz des Teams, die Skalierbarkeit des Produkts, das Marktpotenzial und die strategische Eignung.

Unsere Teams, die über die ganze Welt verteilt sind, konzentrieren sich auf das Scouting in jedem Investmentbereich. So wird beispielsweise der Schwerpunkt Cyber Security von unserem Außenposten Tel Aviv ausentwickelt, wo dieses Ökosystem am stärksten ist. Der Schwerpunkt Machine Economy liegt in Berlin, wo sich Blockchain und das Ökosystem von DLT entwickeln. Das Gleiche gilt für Smart & Connected in London, Warschau und Berlin. Die Energietechnologien von Disruptive Digital werden überwiegend aus dem Außenposten Silicon Valley bezogen.

Jana Biesterfeldt: Was macht ein gutes Investment für Sie aus? Achten Sie stärker auf das Team, die Technologie, den Markt, den Wettbewerb oder etwas anderes?

Carolina Soto: Als Investoren ist es uns klar, dass eine gute Investition eine Investition ist, die in der Lage ist, Renditen zu erzielen. Aber das gilt nur, wenn das Team, das dahintersteht, in der Lage ist, sein Versprechen zu halten, und über ausreichende Fachkompetenz und Leidenschaft für das, was es tut, verfügt. Wenn die Gründer nicht dafür einstehen und ihr Bestes geben, um den Erfolg des Unternehmens zu gewährleisten, wer wird es sonst tun?

Technologie und Markt sind für uns auch bei der Investitionsentscheidung relevant. Man muss die Investition ganzheitlich bewerten, und deshalb verfügen wir über Experten auf kaufmännischer, technologischer und finanzieller Ebene, die jedes Startup bewerten und den Due Diligence-Prozess durchführen.

Jana Biesterfeldt: Wie sieht für Innogy die „Energiewelt von morgen“ aus? Was kann oder muss im modernen Energiesektor dafür getan werden (zum Beispiel „Smart Grid“)? 

Carolina Soto: Die Welt um uns herum verändert sich schneller denn je. Während wir durch die vierte industrielle Revolution an Geschwindigkeit gewinnen, wird uns die Energie, die das Leben antreibt, ermöglichen, anders zu leben und unsere Zukunft positiv zu gestalten. Die Zukunft der Energie wird ganz anders aussehen als heute, und die Energie als Branche wird grundlegend neu definiert. Wir glauben, dass die konvergierenden Systeme von Energie, intelligenten Gebäuden und Mensch-Maschine Interaktion das zukünftige Energiesystem prägen und unsere Welt verändern werden.

Die schnell zunehmende Verbreitung von vernetzten Geräten, IoT und Cloud Computing bedeutet für uns drei Dinge:

- Milliarden von intelligenten Geräten und deren Übergang zu autonomen Akteuren, die unabhängige Kaufentscheidungen treffen werden. In einer Welt, in der das Wissen und Verstehen Ihres Kunden entscheidend ist, müssen wir uns einer neuen großen Herausforderung stellen: Wissen und Lernen, wie man mit dieser neuen Art von Kunden kommuniziert.

- Gebäude, die durch zunehmend vernetzte Geräte, verbesserte Analysesysteme und völlig neue Möglichkeiten der Integration digitaler Dienste zu intelligenten "Organismen" werden. Dadurch werden Gebäude in Zukunft in der Lage sein, die Bedürfnisse der Menschen viel besser zu erfüllen.

- Je mehr Geräte und Dienste es gibt, desto mehr nehmen auch unsere Schwachstellen zu. Deshalb müssen wir uns gegen Cyber-Bedrohungen wappnen.

Jana Biesterfeldt: Städte stehen vor immer größeren Herausforderungen, auch im Hinblick auf den wachsenden Straßenverkehr. Mikromobilitätskonzepte werden daher immer wichtiger (zum Beispiel Coord). Wie bewertet Innogy das? 

Carolina Soto: Da mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung bis 2025 voraussichtlich in Städten leben werden, wird die Urbanisierung als Trend unterschiedliche Auswirkungen und Einflüsse auf das zukünftige Privatleben, die Energie und die Mobilität haben.

Wir glauben, dass die Zukunft der Mobilität in der Stadt elektrisch ist. Damit dies funktioniert, müssen die Angebote für die Anbieter gut vernetzt und wirtschaftlich sein. Deshalb verbinden wir im innogy Innovation Hub unsere Muttergesellschaft innogy, die elektrische Ladesäulen und andere Ladelösungen anbietet, mit innovativen Startups, die disruptive Technologien und Geschäftsmodelle anbieten können, um die Verkehrselektrifizierung voranzutreiben. Beispiele dafür sind Rydies, Share&Charge und Get-a-Way.

Jana Biesterfeldt: Der innogy innovation hub hat auch in das Münchener Startup Rydies investiert? Warum habt Ihr euch dafür entschieden? 

Carolina Soto: Wie bereits erwähnt, investiert der Innogy Innovation Hub in Startups, die die Zukunft der Energie in den Bereichen Mobilität, IoT, Mensch zu Maschine und Cybersicherheit mitgestalten. Mit dem Aufkommen von Fahrraddienstleistungen (z.B. Bike Sharing) und dem Ausbau der Fahrradinfrastruktur (z.B. sicheres Parken) in Städten unterstützt Rydies Gemeinden und Kunden mit Transparenz und einer einfachen Customer Journey, um das vorhandene Angebot zu nutzen. Unsere Investition in Rydies war daher ein wichtiger Baustein für uns, um neue, sinnvolle Mobilitätslösungen zu fördern.

Die zentrale Plattform zur Datenaggregation von Rydies wird alle Mikro-Mobilitätslösungen in der Stadt miteinander verbinden und ein weiteres Wachstum der digitalen Lösungen ermöglichen, die bereits überall auftauchen. Zum Beispiel werden die Menschen einen sicheren Parkplatz für ihr E-Bike finden und vorbuchen wollen, das nächstgelegene verfügbare Shared Bike zum Mieten finden oder ein verfügbares Schnellladegerät für ihr E-Bike oder Pedelec. Diese Anwendungsfälle profitieren alle davon, dass sie eine einzige Quelle für aggregierte Mobilitätsdaten für die Stadt haben. Micro Mobility Betreiber werden in der Lage sein, den Umsatz zu steigern, indem sie die Verfügbarkeit über relevante Mobilitätsanwendungen hinweg optimieren und die betriebliche Effizienz durch die Verfolgung von Performance-Daten über ihre Ressourcen verbessern.

Jana Biesterfeldt: Liebe Carolina, vielen Dank für das Interview! 


Lesen Sie diesen und andere spannende Beiträge in der neuen Ausgabe der Deal-Lights Q4/18


 

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