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von Deborah Dunkel

„Frauen inspirieren und an ihr Potential erinnern“

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„Frauen inspirieren und an ihr Potential erinnern“

Zu wenig Gründer und Selbstständige in Deutschland sind weiblich! Was motiviert also die wenigen Frauen, die es wirklich tun? Maxi Knust ist mit ihrem Online-Magazin FEMPRENEUR und ihrem Buch "The Female Founders Book" eine dieser Frauen. Im Interview mit uns spricht sie darüber, was sie dazu inspiriert hat und warum weibliche Vorbilder fehlen. 


Deborah Dunkel: Bitte stelle dich und FEMPRENEUR für unsere Leser kurz vor.

Maxi Knust: Ich habe das digitale Magazin FEMPRENEUR vor 3,5 Jahren gestartet, als das Thema „Gründerinnen“ noch nicht so viel Aufschwung hatte und mir selbst die weiblichen Vorbilder fehlten. Ich denke einfach, dass wir alle von Zeit zu Zeit bei anderen Menschen sehen müssen, was diese erreicht haben, um uns darüber bewusst zu werden, dass wir das auch können – wenn wir es wirklich wollen.

Ich selbst habe BWL im Bachelor und Strategische Unternehmensentwicklung im Master studiert, habe einen Hintergrund in Marketing, Digitales, Vermarktung & E-Commerce. Ich komme also von der Wirtschaftsseite, die sehr intuitiv für mich ist. Aber als Kind der Generation Y und als Frau drängt sich da auch das Bedürfnis nach Veränderung alter Strukturen rein, und das zieht sich wie ein roter Faden durch meine gesamte Arbeit.

Persönlich interessiere ich mich gerade sehr für Natur, Yoga, Nachhaltigkeit, Konsumverhalten und was es bedeutet, Mensch auf dieser Erde zu sein.


"The Female Founders Book", herausgegeben von Val Racheeva und Maxi Knust.

Deborah Dunkel: Was bedeutet das „The Female Founders Book“ für Dich? Was war die Motivation dahinter?

Maxi Knust: Das Buch ist einerseits die Erfüllung eines persönlichen Traums. Dieser war aber wohl mehr im Unterbewusstsein als im Bewusstsein. Auf der Release Party vor einem Jahr sagte eine gute Freundin zu mir, bei der ich einige Wochen in meiner Berliner Anfangszeit wohnte: „Du hast damals schon gesagt, dass du ein Buch machen willst. Und jetzt hast du es geschafft.“ Daran konnte ich mich gar nicht erinnern, aber scheinbar wusste ich schon lange, dass dies Teil meines Lebens sein würde.

Andererseits bedeutet das Buch „The Female Founders Book“ die wundervolle Möglichkeit, Frauen zu inspirieren und sie an ihr Potential zu erinnern. Meine Motivation war der Gedanke, dass jemand im Buchladen zufällig über dieses Buch stolpert, begeistert ist, es kauft und durch die Inspiration sich selbstständig zu machen und seinen Träumen zu folgen, das Leben zum Positiven verändert wird.

Deshalb haben wir 30 Gründerinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz interviewt und die authentischen Gründerinnen-Geschichten sowie zahlreiche Expertenbeiträge, Infografiken und vieles mehr in einem Buch abgebildet. Auf 240 Seiten gibt es so viele unterschiedliche Sicht- und Herangehensweisen, das sicherlich jede etwas findet, womit sie sich identifizieren kann. Ich habe gerade das Buch selbst nochmal gelesen und bin ebenfalls wieder sehr inspiriert. Da ist wirklich etwas sehr Schönes und Wertvolles zusammengekommen.

Und ehrlich gesagt soll es die Weltwirtschaft auch ein wenig verändern. Auf allen Ebenen (Startup, CEO, Speaker etc.) gibt es derzeit eine 80:20-Ratio. 80 Prozent Männer und 20 Prozent Frauen. Wenn du in der Minderheit bist, kannst du dich nur anpassen. Anpassen daran, wie Business gemacht wird, welche Werte dabei wichtig sind und welche Spielregeln gelten. Aber wenn wir dann mal auf 50:50 kommen und beide Seiten gleichberechtigt ihre Vorstellungen einbringen können, dann kann es sehr spannend werden und viel positiven Wandel hervorbringen.


Deborah Dunkel: Beschreibe das „Erfolg-Mindset“, das Du im „The Female Founders Book“ erwähnst. Wie spielt es in Deiner Geschichte eine Rolle?

Maxi Knust: Es gibt nicht DAS Erfolg-Mindset, sondern ich sehe da eher eine Ansammlung an Gedankenmustern. Und es gibt dabei nützliche und hinderliche. Gerade im Unternehmertum wird man insbesondere mit den hinderlichen Gedankenmustern konfrontiert. Die Klassiker sind: „Ich bin nicht gut genug.“ „Ich kann das nicht.“ „Ich schaffe das nie.“ Das zeigt bzw. manifestiert sich, wenn etwas nicht läuft, wie man eigentlich möchte.

Und da alles mit unseren Gedanken anfängt und wir dadurch unsere Realität manifestieren, manifestieren wir eben auch dies. Das kann oftmals Frauen davon abhalten überhaupt in die Gründung zu kommen. Dazu muss man aber auch sagen, weil es ihnen tausende Jahre auch so eingeredet wurde und Frauen klein gehalten wurden. Daher finde ich es wichtig über das Thema Mindset zu sprechen, damit wir uns bewusst über unsere Gedanken werden. Persönlich ist das ebenfalls ein Prozess. Habe ich ein hinderliches Gedankenmuster erkannt und neu umgeschrieben, dann kommt bald ein neues. Über das Thema Mindset habe ich auch einen TEDx Talk gehalten, weil ich es für so wichtig halte und eine kleine Anekdote aus meinem Leben erzählt.


Deborah Dunkel: Frauen werden öfters als risikoscheu charakterisiert und würden daher weniger den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Gibt es daher weniger Gründerinnen in der Startup-Szene?

Maxi Knust: Das ist durchaus ein kleiner Teil des Grundes. Aber vor allem dürfen wir in die Geschichte schauen, wo strenge Rollenverteilung herrschte. Frauen am Herd und Männer für den Broterwerb. Das hat allerdings für beide Geschlechter so seine Herausforderungen und mir ist bewusst, dass auch Männer unter diesen Rollenanforderungen leiden. Um aber bei den Frauen zu bleiben, ist es eben so, dass Männer diejenigen waren, die in der Wirtschaft und Politik das Sagen hatten. Als Frau konnte man das Spiel, wenn überhaupt nur mitspielen, wenn man sich massiv angepasst hat, was oftmals aber gegen jede Authentizität läuft. Dadurch wiederum fehlen die weiblichen Vorbilder, an denen wir uns als junge Mädchen oder Studentinnen orientieren können. Deshalb gibt es dann auch unser „The Female Founders Book“, um hier genau das zu bieten.

Und was ich auch gerne erwähne in dieser Diskussion: 95 Prozent der VC-Partner sind männlich. Menschen allgemein können sich mit Peers besser identifizieren. Folglich investieren Männer auch eher in Männer und folgen dabei nur wachstumsorientierten und skalierbaren Ideen. Frauen haben dadurch immens Finanzierungsprobleme für ihre Startup-Ideen. Es ist eben ein strukturelles Thema, das sich über die Vergangenheit aufgebaut hat. Der Unterschied ist, dass wir selbst anders erzogen wurden und als junge Millennials in der Arbeitswelt stehen und uns wundern, was da noch für Strukturen sind und das sich doch nicht so viel geändert hat, seitdem Frauen die gleichen Rechte haben. Aber da sind wir eben wieder bei den alten Gedankenmustern, die wir alle auch unbewusst noch haben. Und das braucht einfach seine Zeit.


Deborah Dunkel: Dir liegt die Förderung von Frauen (vor allem im wirtschaftlichen Sinne) am Herzen. Wie gehst Du mit Kritik daran um?

Maxi Knust: Welche Kritik? Ehrlich gesagt, habe ich von Anfang an sowohl von Frauen als auch von vielen Männern nur positive Rückmeldung bekommen. Das liegt sicherlich auch daran, dass ich von Anfang an immer versucht habe, auch Männer mit ins Boot zu holen.

Wenn wir Events veranstalten, kommt oft die Frage: Darf ich als Mann auch kommen? Und wir sagen immer: Ja natürlich! Und wir freuen uns über diese mutigen Männer, die sich unter uns Haufen Frauen wagen und damit ebenfalls Pioniere sind.

Ich bin eben nicht GEGEN, sondern FÜR. Für ein friedvolles und respektvolles Miteinander! So war es mir von Anfang an ein Anliegen in die Zusammenarbeit zu gehen, anstatt in einen Kampf. Ich denke das macht einen großen Unterschied und schürt eben nicht weitere Ressentiments. Und ich sehe auch den Schmerz vieler Männer. Es ist nicht so, dass nur wir Frauen so unsere Themen da haben. Aber ich bin nun einmal selbst Frau, insofern lag es nahe eben genau mit dieser Thematik anzufangen.

Und zum Schluss: Frauen müssen nicht gestärkt oder gefördert werden, denn sie sind stark. Aber die Sichtbarkeit über gewisse In-Balancen darf verdeutlicht werden.


Deborah Dunkel: Vielen Dank für das Interview, Maxi! 


Über die Person:

Maxi Knust ist die Gründerin des Online-Magazins FEMPRENEUR. Sie hat BWL (Bachelor) und Strategische Unternehmensentwicklung (Master) in Hannover studiert. Bereits während des Studiums hat sie sich für das Thema Selbstständigkeit interessiert. Gemeinsam mit Val Racheeva gab sie "The Female Founders Book" heraus. 


 

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