von Jana Biesterfeldt

Berlin Adlershof – Ein Ort innovativer Hochtechnologie

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Berlin Adlershof – Ein Ort innovativer Hochtechnologie

Im südöstlichen Bezirk Treptow-Köpenick, abseits vom Tourismus und Trubel der Hauptstadt liegt wohl Berlins „klügster Kiez“: Berlin Adlershof, Deutschlands größter und modernster Wissenschafts- und Technologiepark. Berlin und Hochtechnologie? Noch nicht von gehört?

Die Selbstbetitelung des Parks als „Mythos Adlershof“ ist daher ganz passend. Denn dieser Standort und sein wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Stellenwert sind in der Öffentlichkeit eher weniger präsent. Es lohnt sich daher nun einmal von diesem Mythos zu berichten, ohne ihn dabei zu entzaubern.


Adlershof – Was ist das und wofür steht es?

Von der Betreibergesellschaft WISTA Management GmbH wird auf einer Fläche von 4,2 Quadratkilometern der sogenannte „Science Park“ betrieben. Solche Parks zeichnen sich dadurch aus, dass sich dort viele Unternehmen aus zukunftsorientierten Branchen eine städtebauähnliche Infrastruktur teilen.

Alleine der Wissenschafts- und Technologiepark umfasst 523 Unternehmen mit 6.868 Mitarbeitern. Im letzten Jahr erzielte der Park Umsätze von circa 904 Millionen Euro. Hinzu kommen auf dem Areal noch universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen und Institute, ein Medienpark und vieles mehr. Insgesamt sind hier fast 18.000 Beschäftigte bei über 1.000 Unternehmen in Arbeit. Mit seiner Größe gehört Adlershof zu den fünfzehn größten „Science Parks“ der Welt.

In Berlin ist Adlershof einer von zehn Technologieparks. Dieser Park ist somit einer von vielen „Zukunftsorten“ in Berlin, aber der wohl größte und der bekannteste in der Technologiebranche. Unternehmen, die mit ihren Ideen in ihrer Art „alleine in der Welt“ sind und sich gänzlich dem Fortschritt verschrieben haben, arbeiten hier an Entwicklung und Forschung dicht beieinander auf einem Fleck.

Adlershof inszeniert sich als zukunftsgewandter Ort, der sich aber auch auf eine lange Tradition berufen kann. „Adlershof blickt auf eine mehr als 250-jährige Geschichte – davon über 100 Jahre als Ort der Wissenschaft“, heißt es auf der Webseite des Technologieparks. So ist zum Beispiel die Luft- und Raumfahrtforschung seit über 100 Jahren vor Ort. Der Mythos Adlershof ist demnach schon länger ein wertvoller Bestandteil von Berlin.


Einrichtungen im Science Park

Technologiezentren, die in unterschiedlichen Feldern wie Photonik und Optik, Photovoltaik und Erneuerbare Energien, Mikrosysteme und Materialien, Informationstechnik (IT) und Medien, Biotechnologie und Umwelt tätig sind, sind in Adlershof ansässig. Diese gestalten und setzen die Hochtechnologie, viele auch aus dem Deep Tech-Bereich, von morgen um.

Mit neuen Technologien und Innovationen wird von dort aus der Weltmarkt dominiert. Laut eigener Aussage identifizieren sich mehr als 40 Unternehmen als Marktführer in ihren Fachgebieten, wie z.B. Trumpf Lasertechnik oder LLA Instruments im Bereich Messtechnik. Mehrere Unternehmen sind als Nischenanbieter, also hochspezialisierte Betriebe, anzusehen. Die Technologieführerschaft zu übernehmen ist für viele das angestrebte Ziel.

Die weite Bandbreite der Fachgebiete, die sich im Park wiederfindet, wird deutlich bei einem kurzen Blick auf das Firmenverzeichnis. Hier wirken Unternehmen wie das weltweit einzigartige JenLab, das mithilfe von Laserlicht die menschliche Haut unter anderem zur Erkennung von Hautkrebs untersucht oder auch Boreal Light, welches solarbetriebene Wasserentsalzungsanlagen für sauberes Trinkwasser in Afrika geschaffen hat. Außergewöhnliche Ideen entfalten sich hier zu realisierbaren Produkten.

Die Ansiedelung von innovativen Startups ist dafür ebenfalls willkommen. Gründerzentren und spezielle Programme, wie das A² Adlershof Accelerator-Programm, fördern diese und lassen sie in dem ortsansässigen Netzwerk von Wissenschaft und Wirtschaft wachsen. Die Berliner Zeitung beschreibt Adlershof sogar als „DIE deutsche Start-up-Schmiede.“

Gefördert werden auch Begegnungen und Vernetzung im Sinne des „gelebten Austausches“ zwischen den Unternehmen und Instituten. Deren unmittelbare räumliche Nähe macht es möglich. Networking ist dabei durchaus auch gewünscht, zum Beispiel durch gemeinsame Veranstaltungen. Die Gewinnung von ergiebigen Kooperationen steht dabei im Vordergrund und verdeutlicht das Konzept solcher Science Parks.


Ein Beispiel – Genetek Biopharma GmbH

Bei der Vielzahl von niedergelassenen beachtenswerten Unternehmen ist es eine Herausforderung eine spezielle Firma hervorzuheben, welche beispielhaft für den Park als „Zukunftsort“ stehen kann. Neu in Adlershof ist die Genetek Biopharma GmbH, ein Startup mit einem vielseitig nützlichen und neuartigen Produkt. Es vereint entsprechend viele Elemente, die diesen Park der Technologien und Innovationen ausmacht.

Das im März 2017 gegründete Startup stellt Sets zum Testen von DNA her. Im Bereich der Gesundheit ist es damit möglich Erbkrankheiten und Gendefekte zu erkennen. Mithilfe dieser Sets können diese aber auch zur forensischen und kriminaltechnischen Nutzung, wie zur Täterermittlung durch DNA am Tatort, zum Einsatz kommen. Damit ist das Unternehmen eines der wenigen, die solche Sets für zwei verschiedene Anwendungsbereiche anbietet.

Nach einer Testphase soll es im Sommer 2018 in die Produktion übergehen. Aber hier endet es nicht mit der innovativen Entwicklung des Unternehmens. Die Idee der Sets soll noch weiter gehen und dazu genutzt werden den Alltag der Menschen zu erleichtern. Genetisch lassen sich dann selbst Hinweise zur Fitness und Gesundheit eines Einzelnen ermitteln, zum Beispiel könnte der Stoffwechseltyp eines Menschen bestimmt werden.

Genetek Biopharma ist zugleich ein international aufgestelltes Startup. Dies ist auch ein Beweis für die Richtung, die der „Zukunftsort“ weiterhin einschlägt. Globalisierung und Vernetzung untereinander führen zu solchen fruchtbaren Verbindungen und Unternehmensgründungen, von denen nicht nur die Wirtschaft profitieren kann.


Adlershof und seine Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Berlin

Eine Steigerung des Umsatzes wird von den meisten Unternehmen im Technologiepark auch für das laufende Jahr erwartet. 2017 war bereits ein insgesamt überdurchschnittliches Wachstum zu verzeichnen, begünstigt durch die zuletzt gut laufende Konjunktur in Berlin. Dies kann sich weiterhin positiv auf die Berliner Wirtschaft auswirken und den Ruf von Berlin als wichtiger Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort steigern und festigen.

Innovationen kommen aus Berlin und mit denen muss gerechnet werden, scheint die ausgegebene Devise des Parks zu sein. Dieser solle in der Welt der Technologieentwicklung in Europa und darüber hinaus bekannter werden. Die Förderung der Zukunftsorte ist eine Aufgabe, der sich vor allen Dingen das Land Berlin aus diesem Anlass besonders annimmt. Daher wird auch für eine verstärkte Ansiedlung von Unternehmen geworben. Freie Flächen und vielversprechende Nachbarn sind vorhanden. Das Potential für eine weitere Entwicklung des Science Parks ist somit gegeben und lässt sich durch die günstig gewerteten Standortbedingungen festigen.

Derart ist es möglich den „Mythos Adlershof“, eines vielleicht doch einzigartigen Zukunftsortes im Hochtechnologiebereich, weiter zu fördern und ihn dementsprechend weiter zu spinnen. Den Ort in der Öffentlichkeit mitsamt seiner zukunftsgerichteten Bedeutung und förderlichen Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft bekannter zu machen ist daher im Interesse von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und technologiebegeisterter Menschen. 


Foto: © WISTA-MANAGEMENT GMBH – www.adlershof.de


 

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