von Cristin Liekfeldt

Wie Google, Amazon, Facebook und Apple die Weltmärkte beherrschen

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Wie Google, Amazon, Facebook und Apple die Weltmärkte beherrschen

Die Fantastischen Vier - Jeder will sein wie sie, bewundert sie, fürchtet sie - die Fantastischen Vier wachsen so stark wie nie ein Unternehmen zuvor. Auch die klassische Unternehmensgründung hat sich so stark verändert, dass man gar nicht mehr genau weiß, was Google eigentlich alles macht. Diese vier Unternehmen sind Platzhirsche, die ganz anders agieren als wir es bisher kannten. Warum und wieso.

Google, Amazon, Facebook und Apple revolutionieren die Wirtschaft und die Gesellschaft. Nimmt man alle zusammen, so kommen die vier 2015 auf eine Marktkapitalisierung (oder auch Börsenwert), der dem BIP von Kanada entspricht: etwa 1.785.000.000.000 US-Dollar, wie Scott Galloway auf der diesjährigen DLD (Digital Life Design-Konferenz) eindrücklich darlegte.

Seit Google die Alphabet Holding gegründet hat, schauen nicht nur die Europäer kritisch. Dieses Google immer mit den mysteriösen Kurswechseln und technologischen Überraschungen. Da muss doch irgendwas faul sein. Google Inc. (gegründet 1998 von Sergej Brin und Larry Page) wurde durch die Suchmaschine im Internet bekannt, heute ist sie weit mehr als das. Die Grafik soll einmal zeigen, was eigentlich alles zu Alphabet, der Google Holding gehört:

All das gehört zu Alphabet, ehemals nur unter Google organisiert
All das gehört zu Alphabet, ehemals nur unter Google organisiert


Soziales Netzwerk, selbstfahrende Autos, Virtual Reality, Smartphones, App Stores, persönlicher Assistent, Bezahldienst - Google ist bei weitem mehr in unser Leben involviert, als nur die Informationen für uns zu sortieren und zuzuteilen. Es macht noch immer 80% der Umsätze durch Online-Anzeigen, investiert aber beinahe jeden Dollar in Innovationslabore, in Bildung, eigene Universitäten und Acceleratoren. Der Begriff "Internetdienstleister" wäre noch am nähesten an der Tätigkeitsbeschreibung des Weltkonzernes, weil das Internet verbindenden Element ist, begreift aber den Konzern nicht. Allein 2014 kaufte Google Unternehmen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (Deep Mind), Satelliten-Drohnen-Technik (Titan Aerospace) und ein Raumfahrtunternehmen (Skybox imaging). Dieser Konzern ist ganz nah dran, zukünftige Bereiche unseres Lebens - sei es das autonome Auto, virtuelle Realität, (künstlich) intelligente Logistik und Karten oder Marketing - massiv zu prägen. Rein wirtschaftlich gesehen ist Google im wahrsten Sinne des Wortes ein Gigant.

Vergleicht man zum Beispiel Google's Einfluss auf die Medien-Landschaft (in Bezug auf den Marktwert der Unternehmen) kommt man auf folgende Grafik:


Marktanteil von Google in der Medienbranche
Marktanteil von Google in der Medienbranche

Aber auch im Marketingbereich sind zwei der vier "Fantastischen" beinahe ungeheuerlich weit vom Rest der Welt abgeschlagen. Die altbekannte, industrielle Werbung wird in Zukunft für wachsende Unternehmen keine relevante Rolle mehr spielen, so Scott Galloway, Professor für Marketing an der Stern Universität New York City und Inhaber der Firma L2 (Business Intelligece). "Das wird eine Art Steuer werden, die nur noch die Armen bezahlen werden." Als Beispiele dafür stehen Urban Decay, Kiehl's, Bobby Brown - Konzerne, die stark wachsen, aber eben nicht durch traditionelle Werbemaßnahmen vermarktet werden.


Zwei Unternehmen dominieren die Online-Werbung
Zwei Unternehmen dominieren die Online-Werbung


Wo wir gerade bei Facebook sind: Auch gesellschaftlich hat insbesondere Facebook, noch immer einen enormen Einfluss, als größtes Netzwerk seit Beginn der Zeit. Es ist eines der wendigsten Unternehmen der Welt, WhatsApp, semi-frisch von Facebook gekauft, zählt nach nur zwei Jahren inzwischen 900 Millionen User, Facebook selbst hat mittlerweile 1,6 Milliarden Mitglieder. Galloway: "Facebook ist erfolgreicher als Buddah, Allah und die Karadashians zusammen."

Die nachfolgende Grafik zeigt, in welchen Bereichen Facebook aktiv ist und aktiv werden wird. Da wird schnell sichtbar, dass Facebook's Zeit als Campus-Netzwerk längst vorbei ist:

Facebook und seine Kinder
Facebook und seine Kinder

Nachrichtendienst, Videoplattform, Internethandel, Virtual Reality und -etwas nebulös- neu aufkommende Märkte gehören zu den Bereichen, in denen Facebook mittlerweile agiert.

Galloway spricht davon, dass Magazine "gefacebooked" werden - 2010 machte Facebook noch 2 Millionen US-Dollar Umsatz durch Werbung (US- Konsumenten-Magazine dagegen 15.3), heute, 2015, verdient Facebook 15,9 (Us-Magazine 10.8) Mark Zuckerberg's Facebook wächst schneller als jede andere Firma dieser Größe:

Wachstum der großen Firmen 
Wachstum der großen Firmen 

Bleiben wir bei den Superlativen und wechseln in den E-Commerce: Amazon ist der größte Laden der ganzen Welt. Wie die Grafik zeigt, macht Amazon beinahe die Hälfte der Umsätze des US-amerikanischen Online-Handels. Die Umsätze wachsen jährlich um 14,5 Milliarden US-Dollar!

Amazon und der Online-Handel
Amazon und der Online-Handel

Amazon ist immer genau am break-even-Punkt - es macht keine Gewinne und hat sich ganz bewusst dazu entschieden. Ich zitiere einmal mehr Online-Guru Galloway: "Profite sind wie Heroin für Investoren - sie lieben sie und werden davon anhängig. Und wenn sie dann wegen eines Kurswechsels (wie Walmart ihn zum Beispiel gewagt hat) keine Profite mehr machen, stürzt der Aktienkurs in den Keller. Märkte mögen keine Aufs und Abs." Inzwischen sind 24% des gesamten US-amerikanischen Einzelhandel von Amazon abgewickelt. "Dieses Unternehmen hat den Einzelhandel neu definiert." meint Galloway. Mit dem Amazon Kindle, Amazon Prime, Amazon Web Services und der Forschungen zur Lieferdrohne im Kopf wird auch bei diesem Unternehmen klar: Amazon ist längst kein einfacher E-Commerce-Shop mehr.

Kommen wir zu der vierten Partei der Weltkonzerne: Apple. Im Gegensatz zu den vorangegangenen drei Konzernen braucht Apple (gegründet 1976 von Steve Jobs) nicht mal einen richtigen Slogan: wir mögen einfach die Produkte ("Think different" ist ziemlich abstrakt, das passt zu den Firmenunternehmungen). So kommt es, dass ein "Flop" für Apple - die Apple Watch - seit ihrem Launch satte 74% des Smartwatch-Marktes für sich beansprucht. Damit im Bereich "Wearables" (tragbare Geräte) angekommen, verzeichnet Apple ein Wachstum der Aktie um 67 Prozent.

Riskiert man einen Blick auf den Smartphone-Markt sieht es dort ganz ähnlich aus. 92% der Profite gehen auf das Apple-Konto,

Der Smartphone Markt und Apple´s Anteile
Der Smartphone Markt und Apple´s Anteile

Während der Verkauf von PCs zurückgeht, macht Apple übrigens immer noch etwa 3 % Umsatzwachstum. Ebenso wie Google soll Apple an einem Auto arbeiten, oder zumindest an irgendetwas im Bereich Automobilität. Außerdem übernimmt der Konzern ebenso Firmen im Bereich Virtual Reality (Faceshift), Künstlicher Intelligenz (Emotient) oder hat mit Apple Music, Apple Pay und dem Betriebssystem iOS einiges mehr im Portfolio als ein Smarphone und PC-Händler.

Gemeinsam haben die Fantastischen Vier vor allem ihre Flexibilität, ihren Drang nach Innovationen, die unerschütterliche Neugier auf neu aufkommende Märkte und ihre Nachdrücklichkeit, auf diese zu drängen. Wundert es da, dass sie die Märkte der Welt unter sich aufteilen?



Alle Grafiken: ©Scott Galloway, 2016



 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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