von Roland Christoph Panter

Das haben wir von der re:publica 2018 mitgenommen

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Das haben wir von der re:publica 2018 mitgenommen

Am Nachmittag des Maifeiertags beginnt in Berlin die re:publica. Ein Klassentreffen der „Netzgemeinde“ auf dem Hof der Station 1, mit einem kritisch-optimistischen Blick auf die digitale Gesellschaft. Tatsächlich ist die re:publica den Gründungsturnschuhen der Bloggerkonferenz längst entwachsen. Heute sind beinahe so viele Menschen als ehrenamtliche Helfer für die Konferenz tätig, wie anfangs als Gäste kamen. Heute sind über 10.000 Besucher auf der Konferenz. Entsprechend ungeeignet erscheint einem heute noch der Begriff der Netzgemeinde.

Standen bei den ersten re:publicas häufig technische Fragestellungen im Zentrum, sind es heute eher die gesellschaftlichen Fragen an der Schnittstelle zwischen Technologie, Menschen, Wissenschaft und Politik. Nie war eine re:publica dabei so politisch wie die aktuelle. Sascha Lobo, einer der bedeutenden Impulsgeber im Umfeld der Konferenz, fand dazu passende Worte – und die Forderung nach einem Offensiven Sozial-Liberalismus. Da ging es sehr tiefgründig um Demokratie, Macht, Staat, Toleranz und irgendwie auch die Frage, wie Wirtschaft und Technologie daran mitwirken.

Wo kluge Köpfe aus Gesellschaft und Technologie sich begegnen, entstehen zwangsläufig Innovationen

Ein Schmelzpunkt guter Gedanken ist immer ein Ort, an dem Neues entsteht. So ist die re:publica immer auch eine Schau neuer Ideen und Ansätze. Das findet sich auch im Programm der Konferenz, die zwar inhaltlich etwas unter dem Einfluss der Sponsoren leidet, aber dennoch relevante Themen aufs Tableau holt. So haben die Macher der re:publica in diesem Jahr vier spannende Fachkonferenzen als Side-Tracks gestartet, in denen es um Digital Food, Women in Fintech, Experience Marketing und Digital Retail ging.

Daneben gab es viele spannende Slots, die sich mit Zukunftsthemen beschäftigt haben. Hier eine kleine Auswahl an Themen, die wir uns angesehen haben:

Kryptopia – oder altes Geld mit neuen Mitteln?

Als Bitcoin geboren wurde, entfachte es bei vielen die Hoffnung auf ein alternatives Finanzsystem: dezentral, unabhängig von staatlicher Macht und Manipulation, kontrolliert von den Menschen selbst, schnell und günstig. Heute geht es gar nicht mehr um Währungen, sondern um Tokens, ICOs und Marktkapitalisierung. Das Ziel: Mehr altes Geld mit neuen Mitteln machen. Ist die Idee hinter Bitcoin gestorben? Bauen wir noch ein alternatives Finanzsystem – oder passen wir das alte nur an? Und was muss passieren, damit der Traum hinter Bitcoin doch noch wahr wird?

Podium mit Shermin Voshmgir und Ricardo Ferrer Rivero


The Web Women Want - How does tech fuel the feminist discourse worldwide?

Digitale Technologien haben das Potenzial, ein starker Katalysator für die Stärkung von Frauen und Mädchen und die Förderung der Geschlechtergleichstellung zu sein. Das Internet hilft, die Stimmen von Frauen und Mädchen weltweit zu verbreiten. Die digitale Revolution bietet neue Kanäle für den gleichberechtigten Zugang zu Rechten, Bildung und wirtschaftlichen Chancen. Tech-Unternehmerinnen, Forscherinnen und Aktivistinnen auf der ganzen Welt schaffen innovative Plattformen, die es Frauen ermöglichen, gleiche Rechte zu erlangen und Mädchen und junge Frauen darin zu unterrichten, digitale Fähigkeiten zu erlernen.

Podium mit Dorothy Gordon, Robert Franken, Japleen Pasricha


Tech-Firmen machen Stadt Was heißt das für Berlin?

In der Digitalbranche ist aktuell ein „urban turn“ zu beobachten. Tech-Firmen verstehen Städte nicht nur als Markt für technologische Innovationen, sondern gestalten diese aktiv mit. Sie bauen Firmenzentralen, Forschungscampusse, Stadtviertel und Wohnareale. Manches Quartier droht hierdurch überfordert zu werden. Es stellt sich die Frage nach der urbanen Verantwortung der Firmen. Wie lassen sich wirtschaftliche und räumliche Bedürfnisse in Einklang bringen? Ein Blick auf das Silicon Valley und Berlin eröffnet Perspektiven für Handlungsansätze.

Podium mit Hans Albers, Katalin Gennburg, Cordelia Polinna


Der Innovationsfonds der Berliner Kulturverwaltung

Kurzbeschreibung: Kick-off und Vorstellung des Berliner Innovationsfonds als Förderinstrument zur digitalen Entwicklung im Kulturbereich durch den Senator für Kultur und Europa Dr. Klaus Lederer. Der Einfluss des Digitalen lässt auch den Kulturbereich nicht unberührt. Daher sollten die Kultureinrichtungen auf Bezirks- und Landesebene sowie die Freie Szene die Chancen und das Potenzial des Digitalen nutzen und von seinen Mitteln aktiv Gebrauch machen.

Die Antwort des Berliner Senats auf diese Herausforderungen ist ein Innovationsfonds zur digitalen Entwicklung im Kulturbereich, für dessen Ausgestaltung die Senatsverwaltung für Kultur und Europa in den vergangenen Monaten einen „Fahrplan“ erarbeitet hat. Gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren des Kulturbereichs soll in den kommenden 18 Monaten auch praktisch erprobt werden, auf welchen Feldern der Fonds finanzielle Mittel zur Verfügung stellen soll, wo der größte Mehrwert zu erzielen ist und welche Kooperationen sinnvollerweise zu pflegen sind.

Klaus Lederer, Julian Kamphausen, Thorsten Koch, Elena Kountidou, Nicolas Zimmer


Manuella Cunha Brito: The New Frontiers of Technology and Impact

Wie kann Technologie globale, soziale Probleme und Herausforderungen lösen? Brito stellt mehrere Start-ups und Ideen vor: Urban Farming, Animal products without animals und Biotechnologie, Mode, synthetische Biologie, Neue Materialien um Plastikverbrauch zu reduzieren, Healthcare. Brito referiert unter anderem über die Wichtigkeit von Unterstützung für solche Start-ups in der Gründungsphase und bei der Finanzierung.

Mit Manuella Cunha Brito


Finally

Insgesamt hinterlässt uns die re:publica inspiriert, verstört, erleuchtet, ernüchtert, aber optimistisch. Wir haben viele Kräfte in unserer Gesellschaft, die „Digitalisierungsfolgen“ positiv gestalten wollen, die wachsam sind, sich mit Algorithmen und deren Nebenwirkungen beschäftigen. Welche, die schauen, wie sehr unsere Daten eventuell gegen uns verwendet werden können. Besonders beeindrucken uns dabei immer wieder jene, die es schaffen aus dieser Gemengelage heraus wunderbare Unternehmen zu gründen und zu wirtschaftlichen Erfolgen zu führen. 


 

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