Crowdinvesting – 6 Punkte, auf die Investoren achten sollten

Einsteiger

Checkliste für neue Crowdinvestoren

Von André Jasch
5 Minuten Lesezeit

Die Digitalisierung hat längst auch den Finanzbereich erreicht. Startups aus dem Bereich Finanztechnologie (kurz: FinTech) wie N26, Savedo oder OptioPay mischen die Branche mit innovativen Ideen auf. Diese Entwicklung hat auch den Bereich Wagniskapital erfasst: Seit einigen Jahren gibt es in Deutschland die Möglichkeit für jedermann, über Online-Plattformen in Startups und Wachstumsunternehmen zu investieren.

Das nennt man Crowdinvesting oder Equity-based Crowdfunding. Die Finanzierung über die Crowd erfreut sich sichtlich zunehmender Beliebtheit. Der Markt für Crowdinvesting umfasst aktuell mehr als 144 Millionen Euro. Allein über Companisto wurden schon über 43 Millionen Euro Kapital von mehr als 74.000 Investoren in Startups und Wachstumsunternehmen investiert.

 

Crowdinvesting eröffnet neue Investitionsmöglichkeiten

Die Idee von Crowdinvesting ist, dass sich Anleger mit einem Betrag ihrer Wahl an jungen Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial beteiligen können. Die Unternehmen können so neue innovative Ideen entwickeln und Anleger haben die Chance, davon wirtschaftlich zu profitieren.

Im Crowdinvesting können Privatanleger also ab einer frühen Unternehmensphase dabei sein. In der Vergangenheit konnten sie sich nur indirekt über Fonds oder Venture-Capital-Gesellschaften an nicht-börsennotierten Unternehmen beteiligen. Crowdinvesting schafft hier neue Investmentchancen. Zudem erhöht es die Entscheidungsfreiheit für Anleger, die nun selbst bestimmen können, in welche Unternehmen ihr Geld fließen soll.

Da es sich bei Crowdinvesting um Wagniskapital handelt, gehen Investoren immer auch ein unternehmerisches Risiko ein – umgekehrt sind aber auch die Renditechancen sehr hoch, wenn ein Startup beispielsweise durch einen Großkonzern übernommen wird oder einen Börsengang unternimmt.

 

Crowdinvesting – Worauf Investoren achten sollten

Wie läuft der Crowdinvesting-Prozess ab? Und worauf sollten Privatanleger achten? Die folgenden sechs Punkte sollen Investoren als Orientierung dienen.

 

1.Rahmenbedingungen – Wie läuft der Investmentprozess ab?

Der Investmentprozess beim Crowdinvesting läuft vollständig digital ab. Die Transaktionen sind verschlüsselt und entsprechen in der Regel den wichtigsten IT-Sicherheitsanforderungen. Prüfsiegel (z.B.  TÜV) dokumentieren Datenschutz. Die Eröffnung eines Portfolios ist auf Plattformen wie Companisto kostenfrei. Auch bei der Zeichnung von Unternehmensanteilen fallen in der Regel keine Transaktions- oder Verwaltungsgebühren an. Lediglich bei ausgeschütteten Gewinnen werden die Plattform-Betreiber prozentual beteiligt.

 

2.Unternehmensidee  -  Wie plant das Startup zu wachsen?

Ein wichtiger Punkt: Die Unternehmensidee. Vor jeder Investition sollten sich Anleger mit der Geschäftsidee des Startups vertraut machen. Beim Crowdinvesting können sich die Investoren untereinander über die Geschäftsidee austauschen. Zudem können sie so auch vom Wissensaustausch mit anderen Crowdinvestoren profitieren. Investoren sind beim Crowdinvesting also nie allein, auch wenn das Investment natürlich indivduell ist. Weiterhin können aufkommende Fragen auch direkt mit den Gründern besprochen werden. Diese Möglichkeit finden Anleger weder beim Aktienkauf noch beim Erwerb von Fondsbeteiligungen. Wenn Investoren also unsicher sind und noch offene Fragen zu Geschäftsidee, Mittelverwendung oder Wachstumspotenzial haben, sollten sie diese Möglichkeit wahrnehmen.

 

3.Portfolio – Warum macht es Sinn, die Investments zu streuen?

Beim Crowdinvesting ist es wichtig zu verstehen, dass es sich um eine Form von Wagniskapital handelt, die mit Chancen und Risiken verbunden ist. Privatanleger sollten deshalb nur den Teil ihres Kapitals in Startups und Wachstumsunternehmen investieren, den sie gegebenenfalls entbehren können, falls sich die Geschäftsidee am Markt nicht durchsetzt. Darüber hinaus sollten sie ihr Kapital nicht auf ein einziges Startup setzen, sondern das Risiko in ihrem Portfolio möglichst breit streuen. So können erfolgreiche Startups einen möglichen Verlust gescheiterter Unternehmen ausgleichen. Privatanleger können hierbei auf die Strategien zur Risikostreuung profesioneller Venture-Capital-Geber zurückgreifen.

 

4.Beteiligungsmodell – Wie soll die Rendite erzielt werden?

Eine Investition in Startups und Wachstumsunternehmen findet in Form eines partiarischen Darlehens statt. Der Investor gewährt dem Startup ein befristetes Darlehen, damit dieses seine Geschäftsidee umsetzen kann. Anleger haben beim Crowdinvesting zwei Möglichkeiten, Rendite zu erzielen: Entweder über eine jährliche Festverzinsung (bei Wachstumsunternehmen) oder über eine Gewinn- und Exit-Beteiligung (bei Startups). Sie profitieren also, wenn das Startup Gewinne erwirtschaftet oder sie werden anteilig am Erlös eines möglichen Verkaufs – Exit genannt – beteiligt. 

 

5.Beteiligungsform – Wie lange dauert die Beteiligung?

Auch die Frage der Beteiligungsform bei Investitionen in Startups ist entscheidend. Wie lange ist man als Anleger in die Unternehmen investiert? Wie lange kann man von Gewinnen und Verkaufserlösen profitieren? Früher liefen die meisten Beteiligungen nach sieben bis acht Jahren aus. Companisto bietet z. B. mit der Lifetime-Beteiligung eine lebenslange Beteilung für Investoren. Sie können dadurch ein Leben lang von späteren Gewinnen oder einem Verkauf des Startups profitieren, wenn sie dies wollen.

 

6.Bedingungen für Startups – Sind Anschlussfinanzierungen möglich?

Crowdinvesting stellt die Anschubfinanzierung für innovative Geschäftsideen bereit. Um ein kontinuierliches Wachstum zu erzielen, suchen Startups auch in der Folge nach Anschlussfinanzierungen durch Business Angels oder Venture-Capital-Geber. Um eine einfache Anschlussfinanzierung zu ermöglichen, wurde das Beteiligungsmodell von Companisto durch spezialisierte Rechtsanwälte in enger Abstimmung mit der Venture-Capital-Branche entwickelt. Daraus resultiert, dass 87% aller Finanzierungsrunden auf Companisto als Co- oder Anschlussfinanzierungen gemeinsam mit Venture Capital-Gesellschaften und Business Angels durchgeführt wurden. Ein kleiner Auszug aus einer langen Liste: z.B. Christoph Maire, Martin Sinner, Frank Thelen, Jan Henric Buettner, Earlybird, HTGF, IBB Bet. uvm.). So haben Startups die Chance, weiter wachsen zu können.

 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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