Die 10 größten Startup-Exits in Deutschland

Einsteiger

Erfolgsgeschichten aus der deutschen Startup-Szene

Von André Jasch
6 Minuten Lesezeit

Der Verkauf eines Startups – auch Exit genannt – bedeutet auch immer Zahltag für die Investoren. Je früher sie in die Startups investiert haben, desto höher fallen auch ihre Renditen aus. Man spricht dann von einem Exit, wenn ein Investor aus dem Unternehmen ausscheidet. Dies geschieht dann, wenn er seine Anteile am Startup an einen anderen Investor oder ein Unternehmen verkauft. Das sind die 10 größten Startup-Exits der deutschen Gründerszene.

 

Scout24 wurde 1998 von Joachim Schoss gegründet. Schoss hatte zu diesem Zeitpunkt bereits wertvolle Erfahrungen im Entrepreneurship gesammelt. Er war in der deutschen Gründerszene bereits als Mitgründer der TellSell Consulting GmbH und des Call-Centers Telcare beteiligt. Sein großer Wurf war allerdings die Gründung von ImmobilienScout24 und später der Scout24-Gruppe. Das Berliner Startup betreibt Marktplätze zu unterschiedlichen Themengebieten wie Immobilien, Finanzen, Autos und Arbeitsplätze. Die Deutsche Telekom kaufte Anfang 2004 alle Anteile der Scout24-Gruppe, zu der neben ImmobilienScout24 auch AutoScout24 und JobScout24 gehörten. Gegenwert: 180 Millionen Euro.

 

Das Startup Quandoo wurde 2012 in Berlin von ehemaligen Groupon-Managern gegründet. Es handelt sich um eine Buchungsplattform für Restaurantbesuche, die sich in 6 europäischen Ländern schnell zum Marktführer bei der Onine-Tischreservierung entwickelte. Quandoo erzielte schon im Jahr 2014 ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDa) von 9,6 Millionen Euro. Das japanische Unternehmen Recruit Holdings stieg zunächst mit sieben Prozent der Anteile bei Quandoo ein. Nur drei Jahre nach der Gründung übernahm Recruit Holdings das Berliner Startup dann komplett. Kaufpreis: 198,6 Millionen Euro.

 

Das Startup Dress-for-less startete 1999 als Online-Outlet für Designer-Mode. Mitgegründet wurde das Unternehmen von Holger Hengstler, der zuvor bei Digital Media Center (DMC) bereits erste Erfahren im Bereich Entrepreneurship und E-Commerce sammeln konnte, bevor er mit Dress-for-less ein Geschäftsmodell ins Leben rief, das später noch oft von anderen Startups kopiert werden sollte. Kunden konnten dort Markentextilien zu Outletpreisen zu kaufen und auch Designerschuhe erwerben. Vor der Übernahme verbuchte das Unternehmen einen Jahresumsatz von 64 Millionen Euro. Der spanische Shopping-Club Privalia übernahm die deutsche E-Commerce-Seite im Jahr 2011, um sich einen Zugang zum deutschen Markt zu erschließen. Kostenpunkt: 200 Millionen Euro.

 

Das Berliner Startup 6Wunderkinder galt lange Zeit als vielversprechendster Anbieter von Software-as-a-Service (SaaS) in der deutschen Hauptstadt und als Vorzeigebeispiel für digitales Entrepreneurship. Das Startup um CEO Christian Reber wurde 2010 gegründet und entwickelte eine To-Do-Liste in App-Form namens Wunderlist. Das kostenlose Management-Tool wurden zwischenzeitlich von 13 Millionen Usern genutzt. Der US-Software-Riese Microsoft übernahm 6Wunderkinder offiziell im Juni 2015 und integrierte die Wunderlist in seine Office-Pakete. Schätzpreis: Bis zu 200 Millionen Euro.

 

Das Verbraucherportal Verivox wurde 1998 von Andrew Goodwin und Nikolaus Starzacher gegründet. Das Startup legte seinen Fokus zunächst auf den Vergleich von Telekommunikationsangeboten, erweiterte das Angebot jedoch bald auch auf Strom- und Gaspreise und stieg dort zu den führenden Vergleichsanbietern auf. Inzwischen können Kunden dort auch Handyverträge, Kreditangebote oder Autoversicherungen vergleichen. Verivox erzielte vor der Übernahme ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) in Höhe von rund 21 Millionen Euro. Der Medienkonzern ProSieben Sat.1 übernahm im Juni 2016 etwa 80 Prozent der Verivox-Anteile. Übernahmepreis: 210 Millionen Euro.

 

Das Fitness-Startup runtastic ging 2009  an den Start. Runtastic entwickelte eine Tracking-App für Jogger, Radfahrer und sonstige Fitness-Fans. Die App kann Distanzen, Höhenmeter, Kalorienverbrauch uvm. messen. Im Sommer 2015 konnte das Startup schon auf 140 Millionen Downloads und 70 Millionen registrierte Nutzer verweisen. Der deutsche Sportartikel-Hersteller addidas kaufte daraufhin alle Anteile von Mehrheitseigner Axel Springer (50,1 Prozent) sowie den Gründern und Mitgesellschaftern. Gesamtwert: 220 Millionen Euro.

 

Das Hamburger Startup BigPoint wurde 2002 von Heiko Hubertz gegründet und machte sich seitdem als Spiele-Entwickler einen Namen. Das Startup entwickelte browserbasierte Online-Spiele wie „DarkOrbit“, „Farmerama“ und „Battlestar Galactica Online“. Die Samwer-Brüder stiegen früh bei dem Hamburger Unternehmen ein. Bis 2011 hatten sich bereits 190 Millionen Nutzer bei BigPoint registriert und im selben Jahr erfolgte für die Investoren der große Zahltag: Die beiden amerikanischen Private-Equity-Investoren Summit Partners und TA Associates übernahmen die Mehrheit (67 Prozent) an der Hamburger Spieleschmiede. Preis: 350 Millionen Euro.

 

Trivago wurde 2005 von Rolf Schrömgens, Malte Siewert und Peter Vinnemeier gegründet, die zuvor alle ein Studium an der für Entrepreneurship mehrfach ausgezeichneten Business School HHL Leipzig Graduate School of Management absolviert hatten. Das Startup aus Düsseldorf startete als Vergleichsdienst für Hotels und verzeichnete 2012 schon über 600.000 Hotels und 140 Buchungsseiten. Damit erzielte Trivago einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro. Grund genug, für den amerikanischen Konkurrenten Expedia, rund 61 Prozent der Anteile des deutschen Wettbewerbers zu übernehmen. Kaufsumme: 477 Millionen Euro.

 

Das Startup 360T wurde von Ex-Banker Carlo Kölzer im Jahr 2000 gegründet, also zu einer Zeit als der derzeit so angesagte Begriff „FinTech“ in der Gründerszene noch nicht einmal existierte. Schon vier Jahre nach der Gründung war die Plattform für Devisenhandel profitabel. Mittlerweile wickeln fast alle DAX-Konzerne ihre Währungsgeschäfte über das erste FinTech-Startup ab. Seit 2012 gehörte 360T mehrheitlich der amerikanischen Beteiligungsgesellschaft Summit Partners. Im Juli 2015 griff dann die Deutsche Börse für die Übernahme des Startups tief in die Tasche. Aufschlag: 725 Millionen Euro.

 

Der bisher größte Exit unter den deutschen Startups wurde nicht in Berlin, sondern in der Nähe von Stuttgart verzeichnet. Teamviewer wurde 2005 in Göppingen gegründet. Das SaaS-Startup entwickelte Fernwartungssoftware für kleine und mittelständische Unternehmen, um aus der Distanz technische Probleme zu beheben. Nach eigenen Angaben verzeichnete das Startup 130 Millionen Nutzer aus über 100 Ländern. Im Mai 2014 veräußerte Teamviewer, das bis dahin mehrheitlich zum Software-Unternehmen GFI gehörte, seine Anteile an die britischen Private-Equity-Firma Permira. Verkaufspreis: 830 Millionen Euro.

 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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