Crowdinvesting – Die wichtigsten Begriffe

Einsteiger

Was verbirgt sich hinter der Sprache des Crowdinvesting?

Von André Jasch
7 Minuten Lesezeit

Investitionen in Startups und Immobilien waren als Vermögensanlage in der Vergangenheit nur besonders wohlhabenden Anlegern vorbehalten. Durch den technologischen Fortschritt kann nun jeder in Startups und Immobilien investieren. Doch bevor man als Anleger das erste Crowdinvestment tätigt, ist es wichtig sich mit dem Vokabular des Crowdinvesting vertraut zu machen. Was steckt hinter Begriffen wie Crowd, Startup und Pitch Deck?

 

Mit dem Siegeszug des Internets setzte sich auch eine neue Art und Weise durch, Geldbeträge für Projekte und Startups von Investoren einzusammeln – das sogenannte Crowdfunding bzw. Crowdinvesting. Statt wie bisher eine kleine Gruppe von Unterstützern zu finden, die das nötige Kapital zur Verfügung stellten, kann man sich über das Internet an eine große Menschenmenge wenden – die sogenannte Crowd.

So entstand auch die Idee des Crowdfunding (Zu Deutsch: Schwarmfinanzierung), bei dem viele Menschen jeweils einen kleinen Betrag beisteuern, um ein Projekt zu verwirklichen. Sie tun das beim Crowdfunding nicht aus finanziellen Beweggründen, sondern spenden ihr Geld einem Projekt (spendenbasiertes Crowdfunding) oder erwarten im Gegenzug ein Exemplar des Produkts (gegenleistungsbasiertes Crowdfunding).

Beim Crowdinvesting in Unternehmen kommt eine finanzielle Motivation hinzu. Es handelt sich also vielmehr um eine Vermögensanlage als um eine Spende. Die Crowdinvestoren geben jungen Unternehmen in ihrer Frühphase das benötigte Kapital und erwarten im Gegenzug auch eine finanzielle Rendite für ihre Vermögensanlage. Diese erhalten sie entweder in Form einer Exit-Beteiligung oder einer Festverzinsung. Das Crowdinvestment wird über eine sogenannte Crowdinvesting-Plattform vermittelt.

Plattformbetreiber wie Companisto stellen der Crowd dabei verschiedene Möglichkeiten vor, Investitionen in Startups oder Immobilien zu tätigen. Die Plattformbetreiber sind in der Regel nur Vermittler zwischen dem Startup oder dem Projektentwickler und den Crowdinvestoren. Darüber hinaus unterstützen sie die Startups oder Projektentwickler in der erfolgreichen Abwicklung ihrer Kampagne.

 

Auf Crowdinvesting-Plattformen wie Companisto dreht sich alles um Investitionen in Startups. Ein Startup-Unternehmen – kurz Startup (aus dem Englischen: to start up something, zu Deutsch: etwas in Gang bringen oder gründen) – ist ein junges Unternehmen, das sich vor allem durch zwei Merkmale kennzeichnet: Es hat eine innovative Geschäftsidee und es handelt sich um ein schnell wachsendes Unternehmen.

Die innovative Geschäftsidee sollte ein bestehendes Problem lösen, und zwar auf eine bisher unbekannte oder effizientere Art und Weise. Wie sich das Problem genau darstellt und wie die Lösung aussehen soll, stellt das Startup in einem Pitch Deck vor.

Der Begriff Pitch (Zu Deutsch: Aufschlag) stammt ursprünglich aus der Werbebranche. Dort ist es üblich, dass Werbeagenturen im Rahmen eines Pitchs vor einem potenziellen Kunden um einen Auftrag wetteifern. Der Pitch stellt die wichtigsten Ideen in kurzer und prägnanter Weise vor.

In der Startup-Welt gibt es verschiedene Pitches. Der kürzeste Pitch ist der sogenannte Elevator-Pitch, also die Präsentation der eigenen Geschäftsidee in der Zeit, die ein Gründer neben einem Investor im Fahrstuhl verbringt. Für Gründer liegt die Herausforderung also darin. ihre Geschäftsidee dem potenziellen Investor in kürzester Zeit (zwischen 30 Sekunden und einer Minute) darzulegen. 

Auf Crowdinvesting-Plattformen präsentieren sich die Startups den Investoren mit einem sogenannten Pitch Deck oder Pitch Video. Ein Pitchdeck ist in der Regel eine Sammlung von Präsentationsfolien, auf denen das Problem, die Lösung und die dahinter liegende Geschäftsidee vorgestellt werden.

Ein Pitchvideo erfüllt denselben Zweck wie ein Pitch Deck, kann den Investoren aber noch einen persönlicheren Eindruck der Gründer vermitteln. Neben dem Pitch gibt es beim Crowdinvesting noch weitere Punkte, auf die Investoren achten sollten.

 

Crowdinvesting ist eine Vermögensanlage aus dem Bereich Venture Capital (zu Deutsch: Wagniskapital oder Risikokapital) und zählt damit zu den risikoreichen Vermögensanlagen, die aber zugleich auch ein sehr hohes Renditepotenzial aufweisen. Da Vermögensanlagen im Bereich Crowdinvesting über Darlehen mit qualifiziertem Rangrücktritt erfolgen, können Anleger hier im schlimmsten Fall ihr eingesetztes Kapital komplett verlieren. Im besten Fall können bei Venture Capital Investitionen aber auch dreistellige Renditen beim Verkauf eines Startups erzielt werden.

In der Vergangenheit wurden Investitionen im Bereich Venture Capital ausschließlich von professionellen Venture Capital Gebern (VCs) vollzogen. Diese bündelten die Gelder mehrerer wohlhabender Investoren zu einem Venture Capital Fonds und investierten dann in Startups und Wachstumsunternehmen. Bevor Venture-Capital-Geber in ein Startup investieren, führen sie eine aufwendige Risikoprüfung durch. Im Gegenzug zu ihrem Investment gewähren sie den Gründern dann Zugriff auf ihr Netzwerk an Experten und Zugang zu großen Konzernen für potenzielle Übernahmen.

Venture Capital Geber verfolgen Strategien zur Risikostreuung, in dem sie in eine große Bandbreite von Startups investieren. Sie gehen das kalkulierte Risiko ein, das ein Großteil dieser Unternehmen scheitert, setzen jedoch darauf, dass die wenigen Startups, die den großen Exit schaffen, die Verluste der anderen überkompensieren. Bei der Risikostreuung (auch Diversifikation genannt) versuchen Investoren, ihre Vermögensanlagen über möglichst viele Wirtschaftsbereich und Startup-Phasen zu streuen – und damit das Risiko eines Totalausfalls deutlich zu senken.

Business Angels sind wohlhabende Privatpersonen, die junge Unternehmen in einer Frühphase mit Startkapital versorgen. Ihre Investitionen bewegen sich in der Regel zwischen hohen fünfstelligen Beträgen bis hin zu mittleren sechsstelligen Beträgen. Auch sie stellen Business Angels den Gründern ihr Netzwerk zur Verfügung. Im Gegenzug für ihr frühes Engagement erhalten sie Anteile des Unternehmens und profitieren im Verkaufsfall des Startups.

 

Egal ob Crowdinvestment in Immobilien oder in Startups, die Beteiligungen erfolgen in Deutschland immer über ein partiarisches Darlehen. Ein partiarisches Darlehen (auch Beteiligungsdarlehen genannt) ist ein Darlehen, das zur Finanzierung eines Projekts oder Unternehmens genutzt wird. Der Darlehensgeber erhält im Gegenzug eine gewinnabhängige (= partiarische) Beteiligung am Erfolg. Dazu sind partiarische Nachrangdarlehen mit einer Verzinsung verbunden, wobei die Tilgung endfällig ist.

Partiarische Darlehen sind nachrangig (sogenannte Nachrangdarlehen). Ein Nachrangdarlehen wird erst dann bedient, wenn andere, vorrangige Forderungen vollständig bedient wurden. Die Nachrangdarlehen sind also mit qualifiziertem Rangrücktritt gegenüber anderen Gläubigern verbunden. Durch den Rangrücktritt verzichtet der Gläubiger vorläufig auf die Erfüllung seiner Forderung, um andere (potenzielle) Gläubiger besser zu stellen oder eine Überschuldung eines Unternehmens im Sinne der Insolvenzordnung zu verhindern.

Partiarische Nachrangdarlehen sind je nach Ausgestaltung mit bestimmten Informationsrechten verbunden (auch Reporting oder Updates genannt). Während sich diese Informationsrechte bei Eigenkapital-Beteiligungen teilweise aus dem Gesetz ergeben, werden sie bei partiarischen Nachrangdarlehen im Darlehensvertrag selbst festgeschrieben. Wie sich Eigenkapital und partiarische Darlehen sonst noch unterscheiden, können Sie in einem gesonderten Artikel lesen.

Auf Companisto gibt es zwei verschiedene Beteiligungsmodelle: Gewinnbeteiligung und Festverzinsung. Investitionen in Startups sind Vermögensanlagen, die ihre Rendite über Exit- und Gewinnbeteiligungen erzielen. Wenn das Startup Umsätze erwirtschaftet oder verkauft wird, erhält der Investor anteilig zur Höhe seiner Vermögensanlage eine Beteiligung an den Erlösen. Hinzu kommt eine Verzinsung von 1 Prozent, wobei die Tilgung des Darlehens endfällig ist.

Investitionen in Wachstumsunternehmen – also Unternehmen, die bereits Umsätze erwirtschaften – verfügen zwar weder über Exit- noch über Gewinnbeteiligung, sind dafür aber mit einer Festverzinsung verknüpft. Auch hier erfolgt die Beteiligung über ein Nachrangdarlehen, bei dem die Tilgung endfällig ist. Hinzu kommt eine halbjährliche Zinszahlung, wobei die Verzinsung je nach Angebot zwischen 4 und 8 Prozent variiert.

 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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