Bitcoin – Sinnvolle Geldanlage oder riskante Spekulation?

Fortgeschrittene

Ist Bitcoin für Kleinanleger geeignet?

Von André Jasch
16 Minuten Lesezeit

Digitale Währungen sind einer der jüngsten Innovationen der Finanzbranche – und zugleich eine der am heißesten diskutierten. Häufig ist dabei auch die Rede von sogenannten Kryptowährungen. Hierbei handelt es sich um digitale Zahlungssysteme, die mithilfe von Kryptographie verschlüsselt sind.

Zudem sind sie meistens dezentral aufgebaut: Die Geldschöpfung wird durch Privatpersonen und nicht durch eine Zentralbank vorgenommen. Die bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin. Handelt es sich dabei um eine legitime Form der Geldanlage für Privatanleger oder nur um ein riskantes Spekulationsobjekt? 

 

Der Name Bitcoin leitet sich von den englischen Worten „bit“ (Zu Deutsch: Binärziffer; kleinste Speichereinheit für Daten) und „coin“ (Zu Deutsch: Münze) ab. Bitcoin (BTC) ist eine digitale Währung, die auf einem Peer-to-Peer-Netzwerk (P2P) basiert. Die Zahlungen zwischen den Mitgliedern des Netzwerks laufen komplett digital, verschlüsselt und bargeldlos ab.  

Bitcoin wurde 2008 von einem Internetnutzer unter dem Psyeudonym Satoshi Nakamoto entwickelt. Bis heute ist unklar, wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt. Bitcoin wird auf verschiedenen Online-Marktplätzen gegen klassische Währungen gehandelt. Der BTC-Kurs wird dabei zumeist in US-Dollar ($), aber auch in Euro (€) angegeben. Zum Zeitpunkt, als dieser Artikel verfasst wurde, war 1 BTC etwa 900 $ bzw. 860 € wert.

 

Bitcoins existieren ausschließlich digital. Um die Währung nutzen zu können, installiert man eine digitale Geldbörse – das sogenannte Wallet – auf seinem Smartphone oder Computer. Das Wallet sollte, genau wie eine echte Geldbörse, sicher verwahrt werden. Sobald die Installation erfolgt ist, wird eine erste Bitcoin-Adresse generiert. Diese wird für Transaktionen benötigt. Weitere Adressen können bei Bedarf erstellt werden.

Wer anschließend Geld an einen anderen Nutzer überweisen möchte, der braucht die Bitcoin-Adresse des Empfängers. Die Überweisung wird dann durch das Zahlungsnetzwerk geleitet, wodurch es für Außenstehende erheblich erschwert wird, den Absender zurückzuverfolgen. Eine verschlüsselte Signatur verhindert dabei, dass die Transaktion nachträglich verändert werden kann. Um die Sicherheit einer Transaktion zu erhöhen, sollten die Bitcoin-Adressen nur einmal verwendet werden.

Ein Nachteil dieses Verfahrens ist, dass eine Bitcoin-Zahlung nicht umkehrbar ist. Ein Nutzer kann eine einmal getätigte Transaktion nicht einfach zurückrufen. Nur der Empfänger selbst kann das erhaltene Geld zurück überweisen. Bitcoin-Nutzer sollten daher nur mit Personen und Unternehmen handeln, denen sie vertrauen.

 

Eine Währung bezieht ihren Wert vom Vertrauen ihrer Nutzer. Das Vertrauen in Bitcoins basiert auf seiner Flexibilität, (relativen) Anonymität und innovativen Technologie. Doch nur wenn das Geld auch für den Austausch von Waren und Dienstleistungen benutzt wird, hat es einen hohen Wert. Der US-Dollar ist unter anderem deshalb die wertvollste Währung der Welt, weil alle wichtigen Rohstoffgeschäfte – von Gold bis zu Rohöl – in Dollar abgewickelt werden. Doch wie sieht es mit Bitcoin aus?

Anfangs hatte das Zahlungsmittel Bitcoin noch große Probleme, neue Akzeptanzstellen im Handel zu schaffen, doch das ändert sich mit der Zeit. Inzwischen akzeptieren große Unternehmen wie Software-Riese Microsoft, Computer-Hersteller Dell, Spiele-Entwickler Valve, Onlinehändler Overstock, Webbrowser-Entwickler Mozilla und Wikipedia die Internetwährung als Zahlungsmittel.

Auch kleinere Läden in ganz Deutschland beginnen damit, Bitcoin zu akzeptieren. In Berlin kann man zum Beipiel in einer Bar, in einem Restaurant, bei einem Schlüsseldienst, einer Musikschule und einem Museum mit Bitcoin bezahlen. Durch den Anstieg an Akzeptanzstellen nahm in den letzten Jahren auch das weltweite Transaktionsvolumen deutlich zu. Vor sieben Jahren wurden jährlich gerade einmal 2.000 Transaktionen gezählt, im letzten Jahr waren es dagegen schon acht Millionen.

 

Blockchain-Technologie

Die Blockchain-Technologie, auf der die Digitalwährung basiert, hat die Transaktionskosten enorm gesenkt und macht grenzübergreifende Zahlungen in Sekundenschnelle möglich. Außerdem sorgt sie für Nachvollziehbarkeit und Transparenz. Bitcoins bestehen aus verschlüsselten Datenblöcken. Die sogenannte Blockchain erfasst alle bisherigen Bitcoin-Transaktionen in einer Kette aus diesen Datenblöcken.

Es handelt sich bei der Blockchain um eine dezentrale Datenbank, die nicht von einem einzigen Unternehmen oder einer einzigen Institution kontrolliert wird, sondern über viele Computer verteilt ist. Sie ist eine Art „Kassenbuch“ und dient als Nachweis, das die Transaktionen tatsächlich durchgeführt wurden. Die Blockchain wird auch dazu genutzt, um zu verhindern, dass Bitcoins, die bereits für eine Zweck ausgegeben wurden, nicht noch einmal ausgegeben werden können.

 

Mining

Neue Bitcoins werden durch einen Prozess namens „Mining“ (zu Deutsch: „Schürfen“) erstellt. Das Mining dient der Verarbeitung von Transaktionen im Bitcoinnetzwerk. Durch das Mining werden die getätigten Transaktionen verifiziert. Die „Miner“ (zu Deutsch: „Schürfer“) sind also so etwas wie die Buchhalter der Bitcoin-Welt. Beim Mining lösen Computern, vereinfacht gesagt, um die Wette ein sehr schwieriges mathemathisches Rätsel.

Genauer gesagt werden dabei die einzelnen Blöcke, aus denen eine Bitcoin-Transaktion besteht, „geschürft“, also verifiziert und versiegelt. Wenn ein Block erst einmal verifiziert ist, dann ist die darin enthaltene Information für immer, unveränderlich und für jeden sichtbar in der Blockchain gespeichert. Der Informationsgehalt der Blöcke ist dabei nebensächlich. Die Blöcke können dabei verschiedenste Informationen enthalten: Vom Kaufvertrag einer Immobilie oder einer Aktie, über Finanztransaktionen bis hin zum Testament.

Da ein einzelner Computer für die Berechnung eines Blocks jedoch mehrere Monate bräuchte, agieren die „Schürfer“ häufig im Verbund. Der Computer, der den Block als erster verifiziert hat, darf ihn dann in die Blockchain eingetragen und wird dafür mit Bitcoin belohnt. Die Belohnung für das „Schürfen“ neuer Blöcke sinkt jedoch mit der Zeit. Alle 210.000 Blöcke wird die Belohnung halbiert, zuletzt von 25 auf 12,5 Bitcoin pro „geschürftem“ Block. Die nächste Halbierung wird im Sommer 2020 erwartet.

Die im Umlauf befindliche Menge an Bitcoins auf 21 Millionen begrenzt. Die Schöpfung neuer Bitcoins findet deshalb voraussichtlich im Jahr 2100 ein Ende. Außerdem wird der Schwierigkeitsgrad des Mining nach einer festlegten Zeit angehoben. Dadurch wird es immer energie- und zeitintensiver, neue Bitcoins zu schöpfen. Die Anforderungen an die Computerleistung und der Stromverbrauch nehmen stetig zu. Aktuell fließen etwa 90 Prozent der „geschaffenen“ Bitcoins allein in Stromkosten.

 

Verschlüsselung

Bitcoins sind (fast) anonyme Zahlungsmittel. Zwar erfasst die Blockchain alle jemals getätigten Bitcoin-Transaktionen sowie alle Kontostände und macht diese dauerhaft für die Öffentlichkeit sichtbar. Doch die dort gelisteten Informationen können nicht einfach einer Person zugeordnet werden: Jedes Bitcoin-Konto ist mit einem zufällig generierten Code verschlüsselt. Das macht es fast unmöglich, die Person hinter einem Bitcoin-Konto zu ermitteln.

Das Wallet, also die Zugangssoftware für das Bitcoinnetzwerk, ist doppelt verschlüsselt. Zum einen mit einem öffentlichen Schlüssel, der für alle Teilnehmer einsehbar ist, und zum anderen mit einem privaten Schlüssel, der wie ein privates Passwort nur dem jeweiligen Nutzer bekannt ist. Bei dem privaten Schlüssel handelt es sich um die Bitcoin-Adresse. Sie wird als Signatur für alle Transaktionen im Zahlungsnetzwerk genutzt.

 

 

Starke Wertsteigerung

Bitcoin ist bereits das zweite Jahr in Folge die Währung mit der besten Perfomance. 2015 verzeichnete die Digitalwährung schon einen Wertzuwachs von 35 Prozent. 2016 erzielte Bitcoin sogar einen Zuwachs von 126 Prozent und lag damit deutlich vor dem brasilianischen Real (+21,9 Prozent), russischen Rubel (+17,8 Prozent), kanadischen Dollar (+3,0 Prozent) und japanischen Yen (2,8 Prozent). Auch 2013 – im Jahr des Durchbruchs – konnte sich Bitcoin mit einem Wertzuwachs von 5.429 Prozent die Krone der besten Währungsperformance aufsetzen. Dafür erhielt die Kryptowährung im Jahr 2014 auch die Auszeichnung der Währung mit der schlechtesten Performance mit einem Wertverlust von 56 Prozent.

 

Innovative Technologie

Eine Anlage in Bitcoin ist zugleich eine Wette darauf, dass sich die dahinter liegende Technologie langfristig am Markt etablieren wird. Und tatsächlich beschäftigen sich inzwischen auch viele Banken mit der Blockchain-Technologie, da sie weltweite Transaktionen schneller und kostengünstiger macht. Die Deutsche Bank sieht in der Blockchain-Technologie einen „Paradigmenwechsel im vorherrschenden Finanzsystem“, wie aus einem Bericht des manager magazin hervorgeht. Für das größte deutsche Finanzinstitut ist die hinter Bitcoin liegende Technologie „eine der ersten wirklich disruptiven Ideen aus dem Fintech-Bereich.“ Die spanische Großbank Santander erhofft sich durch die zahlreichen Anwendungsbereiche der Technologie jährliche Einsparungen von bis zu 20 Milliarden Dollar. Neben zahlreichen weiteren Großbanken beschäftigen sich auch das Kreditkartenunternehmen Visa und die Technologiebörse Nasdaq mit der Blockchain.

Die Technologie lässt sich auf zahlreiche Bereiche ausdehnen, nämlich überall dort, wo Transparenz und Nachprüfbarkeit von hoher Bedeutung sind. Darunter sind etwa Transaktionen zwischen internationalen Großbanken oder internationale Wertpapierkäufe, aber auch Anwendungen im Rechnungswesen, Steuerwesen und der Verwaltung von Urheberrechten sind denkbar. Außerdem kann die Technologie auch auf andere Internetwährungen übertragen werden.

Doch hat Bitcoin noch einen zusätzlichen Vorteil: Proof of work. Dieses Konzept beschreibt eine Software, die kosten- und zeitintensiv in ihrer Herstellung, aber einfach in der Überprüfung ihrer Funktionsweise ist. Bitcoin ist von allen Kryptowährungen am längsten am Markt, erfüllt grundlegende Anforderungen und ist am weitesten verbreitet. Das heißt nicht, dass die Technologie nicht weiterentwickelt und verbessert werden kann. Doch die Funktionsweise von Bitcoin ist bereits bewiesen, was das Vertrauen von Investoren erhöht.

 

Wette gegen Notenbanken

Ähnlich wie Gold ist Bitcoin eine Wette gegen die Geldpolitik der Notenbanken. Die Währung ist also bei pessimistischen Anlegern beliebt, die glauben, dass die aktuelle Niedrigzinspolitik der Zentralbanken scheitern wird. Diese Art von Anlegern ist außerdem davon überzeugt, dass die Fiat-Währungen der Notenbanken eine entscheidende Schwäche gegenüber Bitcoin haben: Inflation.

Da ihre Geldmenge nicht nach oben begrenzt ist, verlieren sie auf lange Sicht stetig an Wert. Bitcoin dagegen wird nicht von zentralen Institutionen kontrolliert. Die Geldmenge kann nicht beliebig ausgedehnt werden und der Kurs der Währung kann nicht durch feste Bindungen beeinflusst werden. Die Währung verfügt damit immer über einen freien Wechselkurs – etwa zum Gegensatz zum chinesischen Renminbi.

 

 

Hohe Volatilität

Bitcoins größtes Problem ist seine hohe Volatilität. Die Digitalwährung ist extrem anfällig für Kursschwankungen. Die Tatsache, dass die Währung durch keine Notenbank beeinflusst werden kann, hat hierbei auch Nachteile. Denn Notenbanken können den Preis einer Währung im Krisenfall auch stabilisieren. Bitcoins hohe Volatilität hat zum einen mit dem relativ jungen Alter zu tun. Die digitale Währung existiert erst seit vier Jahren. Es handelt sich dabei immer noch um eine experimentelle Erfindung ohne entsprechende Vergleichswerte. Der „faire“ Marktpreis muss daher erst noch ermittelt werden.

Zum anderen kämpft die Cryptowährung mit Spekulation und der daraus resultierender Blasenbildung. Ein Beispiel ist die Preisblase von 2013, als der Kurs der Kryptowährung innerhalb weniger Wochen von etwa 120 auf über 940 Dollar für 1 BTC anstieg. In den folgenden Wochen folgte ein ebenso rabiater Absturz auf rund 210 Dollar für 1 BTC. Gründe für den Kurseinbruch waren unter anderem technische Probleme und ein Betrugsskandal bei der damals führenden Bitcoin-Börse Mt. Gox. Das Vertrauen der Investoren in die Kyrptowährung wurde durch diesen Skandal schwer erschüttert.

Eine ähnliche Entwicklung ließ sich Ende 2016 beobachten. Der Kurs kletterte ab September von etwa 600 auf über 1.100 Dollar für 1 BTC, um in der Folge wieder auf unter 900 Dollar abzufallen. Ausgelöst wurde diese Spekulationsblase von einer starker Nachfrage in China – dem Haupthandelsort der Internetwährung. Gerüchte über erneute Kapitalverkehrskontrollen der Landeswährung Renminbi führten dazu, dass viele wohlhabende Chinesen in die digitale Währung flüchteten. Als dann Gerüchte kursierten, nach denen die Regierung in Peking Bitcoin strenger kontrollieren wollte, stürzte der Kurs wieder ab.

Kursverlauf von Bitcoin zwischen Mitte 2013 und Anfang 2017

 

Mangelnde Rechtssicherheit

Ein der Stärken von Bitcoin, seine Dezentralität, ist zugleich eine Schwäche. Denn es handelt sich um ein Produkt ohne einen starken Marktmacher. Keine Notenbank oder Regierung steht hinter der Digitalwährung, weshalb es in vielen Ländern auch nicht als offizielle Währung anerkannt und teilweise sogar aktiv bekämpft wird. Gleichzeitig konkurriert Bitcoin mit staatlichen Währungen, die von Notenbanken kontrolliert und gedeckt werden.

Der Digitalwährung fehlen dadurch mächtige Fürsprecher in der Politik, die für einen gesetzlichen Rahmen sorgen könnten. In Deutschland hat das Finanzministerium die digitale Währung 2013 immerhin als eine Art „privates Geld“ anerkannt, wie aus einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen hervorgeht. Die Herstellung von Bitcoins sei demnach eine Form der „privaten Geldschöpfung“. Damit wurde die digitale Währung hierzulande rechtlich und steuerlich gebilligt. Seitdem fallen Anlagen in Bitcoin auch unter die Steuerpflicht.

Anders als beim Erwerb einer Aktie wird keine Abgeltungssteuer von 25 Prozent fällig. Stattdessen werden alle Veräußerungen von Bitcoins, also der Verkauf gegen Euro und der Erwerb von Waren oder Dienstleistungen gegen Bitcoin, besteuert. Bei Bitcoin-Veräußerungen muss die Differenz von Einkaufs- und Verkaufswert als Gewinn in der Steuererklärung angegeben werden und unterliegt der Einkommenssteuer. Wenn Bitcoins jedoch für mehr als ein Jahr gehalten werden, sind Veräußerungen steuerfrei. Zudem gilt ein Freibetrag für Veräußerungsgeschäfte von 600 Euro.

 

Häufung von Betrugsfällen

In der jüngeren Vergangenheit kam es immer wieder zu Betrugsfällen bei verschiedenen Bitcoin-Börsen. Der größte Betrugsfall war der bereits erwähnte Skandal aus dem Jahr 2014 um die japanische Bitcoin-Börse Mt.Gox. Bei dem Unternehmen mit Sitz in Tokio verschwanden unter dubiosen Umständen 740.000 Bitcoins im Gesamtwert von über 300 Millionen Dollar.

Wie das Handelsblatt unter Berufung auf japanische Ermittlern berichtet, soll sich Mt.Gox-Chef Mark Karpelès mittels Kontomanipulationen über Jahre hinweg am Vermögen seiner Kunden bereichert haben. Die damals weltgrößte Bitcoin-Börse – immerhin 60 Prozent des Handels wurden über Mt.Gox abgewickelt – musste darafhin Insolvenz anmelden. Der Bitcoin-Kurs brach daraufhin um mehr als 50 Prozent ein.

Ein anderer Fall ereignete sich Anfang August 2016. Die Bitcoin-Börse Bitfinex aus Hongkong meldete den virtuellen Diebstahl von 120.000 Bitcoins im Wert von 58 Millionen Euro. Die Hintergründe des Diebstahls sind nicht geklärt. Der Handel auf der Plattform wurde vorübergehend eingestellt. Als die Börse wieder eröffnete, sollten die Kunden den Verlust tragen, wie die Frankfurter Allgemeine berichtet. Sie verloren rund 36 Prozent ihrer Einlagen.

Der zweitgrößte Bitcoin-Diebstahl führte zu einem Preiseinbruch der Kryptowährung von rund 20 Prozent. Beide Vorfälle lösten Debatten über den Schutz vor Hackerangriffen und Veruntreuungen aus. Doch bisher haben sich die Sicherheitsvorkehrungen auf Bitcoin-Handelsplätzen kaum verbessert. Cyberattacken und virtuelle Diebstähle sind daher weiterhin eine reale Gefahr für Bitcoin-Börsen - und damit auch für Anleger.

 

Finanz-Analysten sind sich uneinig über die künftige Entwicklung der digitalen Währung. Bloomberg-Analyst Stephen Carter etwa denkt, dass der BTC-Preis 2017 aufgrund enttäuschter Erwartungen fallen wird, wenn auch nicht so tief wie im Jahr 2015. Ryan Rabaglia, Analyst bei Octagon Strategy, hält dagegen eine Fortsetzung des Preisanstiegs auf 1.400 Dollar im Jahr 2017 für möglich. Vinny Lingham, vom Bitcoin-Startup Civic, sieht sogar einen Anstieg auf bis zu 3.000 Dollar noch im Jahr 2017 für realistisch an, wenn die amerikanische Zentralbank die Zinsen anheben oder ihr Anleihekaufprogramm ausweiten sollte.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Investition in Bitcoins nur für risikoaffine Investoren eignet, die auf lange Sicht investieren und auch bei kurzfristigen Kurseinbrüchen nicht die Nerven verlieren. Die langfristige Entwicklung von Bitcoins ist durchaus positiv: Seit der Markteinführung hat die Digitalwährung massiv an Wert gewonnen, wie Wirtschaftswissenschaftler Ingo Fiedler gegenüber Spiegel Online bestätigt. „Wenn man den Betrugsfall bei Mt. Gox herausrechnet, dann ist die Währung auf lange Sicht stetig gestiegen.“, so Fiedler.

Doch den Chancen auf eine hohe Rendite stehen auch hohe Risiken gegenüber. Außerdem ist es für Kleinanleger nicht immer einfach, die erheblichen Kursschwankungen nachzuvollziehen. Konservativen Investoren rät Fiedler deshalb von einer Anlage ab. Wer in Bitcoin investiere, müsse eine gewisse Gelassenheit an den Tag legen. Er warnt Investoren vor einem kurzfristigen und spekulativen Engagement und rät zur Diversifikation. „Wer schnelles Geld machen will, ist bei Bitcoin an der falschen Adresse. In keinem Fall sollten Anleger den Großteil ihres Vermögens in Bitcoin investieren“, rät der Experte für Digitalwährungen.


 


Kommentare

Das Kommentieren ist nur für registrierte Companisten möglich. Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können.

Mehr Artikel

André Jasch
Hinweis
Der Erwerb dieser Vermögensanlage ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

Folgen Sie uns

Kontakt
Ihr Ansprechpartner bei Fragen rund ums Investieren auf Companisto:
Andreas Riedel
Investor Relations

Kostenlose Rufnummer für Investoren

0800 - 100 26 70 (DE)
0800 - 10 02 67 (AT)
0800 - 10 02 67 (CH)

Servicezeiten von Mo-Fr 9-19 Uhr.

Companisto GmbH
Köpenicker Str. 154
10997 Berlin
TÜV geprüftes Online-Portal | Companisto
Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
Investoren-Support