Investitionen in Startups: So trifft man die beste Entscheidung

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Leitfaden für eine sorgfältige Analyse der Crowdinvesting-Angebote

Von André Jasch
17 Minuten Lesezeit

Crowdinvesting ist eine Investition in die deutsche Gründerszene. Die Startups und Wachstumsunternehmen bewerben sich auf Companisto um eine Finanzierung durch die Crowd. Eine Gruppe vieler Privatanleger – die Crowdinvestoren –  investiert dann in das junge Unternehmen. Der einzelne Crowdinvestor wird dann abhängig vom eingesetzten Kapital an den Gewinnen des Unternehmens und an den Erlösen aus einem möglichen Verkauf beteiligt. Wie aber trifft man als Crowdinvestor die richtige Entscheidung? Wie beurteilt man, ob sich eine solche Vermögensanlage lohnt?

 

Um ein Crowdinvesting-Angebot richtig einschätzen zu können, sollten alle verfügbaren Daten einer sorgfältigen Analyse und Risikoprüfung unterzogen werden. Dabei hinterfragt man die Angaben des Startups kritisch und zieht aus den Antworten Rückschlüsse. Allgemein gilt, dass es dabei selten eine richtige oder falsche Interpretation gibt. Vielmehr hängt die Interpretation der Antworten vom Geschäftasmodell des Unternehmens und vom Crowdinvestor-Typ ab. Was das eine Crowdinvesting-Angebot unattraktiv für manche Crowdinvestoren macht, muss auf ein anderes Crowdinvesting-Angebot nicht unbedingt zutreffen. Und was für einen Crowdinvestor ein Ausschlusskriterium ist, um in ein Unternehmen zu investieren, muss für einen anderen noch keines sein.

Die Risikoprüfung eines Crowdinvesting-Angebots ist nicht vergleichbar mit einer klassischen Due Diligence. Viele der Startups sind noch sehr jung und können nur Daten vorweisen, die zwischen einigen Monaten bis zu wenigen Jahren zurückreichen. Der Crowdinvestor hat also nicht dasselbe Datenmaterial zur Verfügung wie bei einem börsennotierten Unternehmen. Außerdem kann er nicht auf dieselben Kapazitäten zurückgreifen wie ein professioneller Investor (ausgebildete Anwälte, Wirtschaftsprüfer und technische Sachverständige). Daher liegt der Fokus bei der Analyse eines Crowdinvstment auch auf anderen Punkten als bei einem Aktienkauf.

Pitch Video und Pitch Deck

Um sich einen ersten Überblick über das Crowdinvestment zu verschaffen, bietet sich zunächst das Profil des Startups als Einstieg an. Dort präsentiert sich das Unternehmen kurz und knapp in einem Pitch Video. Crowdinvestoren erhalten hier einen ersten Eindruck von den Unternehmen, den Geschäftsideen, den Gründern und dem Team. Das Pitch Video dient jedoch nur der Vorstellung und enthält in der Regel noch keine wichtigen Fakten zum Unternehmen.

Im zweiten Schritt sollte sich Crowdinvestoren dem Pitch Deck widmen. Bevor sich er sich alle Details des Profils durchliest und Zeit in die Kampagne steckt, sollte er durch das Pitch Deck schnell entscheiden können, ob die Thematik und das Unternehmen ihn überhaupt ansprechen. Hier gehen Startups und Wachstumsunternehmen näher auf sein Produkt oder seine Dienstleistung ein. Die Kernfragen, die ein gut strukturiertes Pitch Deck logisch beantworten sollte sind: Was ist das bestehende Problem? Wie löst das Produkt oder die Dienstleistung dieses Problem? Wie funktioniert die Lösung? Wer ist die Zielgruppe oder wie groß ist das Marktpotenzial? Gibt es Wettbewerber im Markt? Wenn ja, durch welche Alleinstellungsmerkmale hebt sich das Startup von seiner Konkurrenz ab?

Darüber hinaus sollte das Pitch Deck einen Überblick über die Vision des Startups verschaffen und die Gründer vorstellen. Auch der Finanzbedarf und die Verwendung der Crowdinvesting-Mittel sollten bereits im Pitch Deck angerissen werden. Das Startup sollte kurz und knapp erklären, wie das Geschäftsmodell funktioniert und wie in Zukunft Umsatz generiert werden soll. Erste Aussagen über die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells können bereits im Pitch Deck enthalten sein. Ein sehr gut strukturiertes Pitch Deck, welches die wichtigsten Rahmendaten behandelt, lässt in der Regel Rückschlüsse auf gut strukturierten Gründer zu. Es ist für Crowdinvestoren die erste Hürde bei der Entscheidung, ob ein Crowdinvestment in die engere Auswahl kommt.

Gründer und Team

Da weder Pitch Video noch Pitch Deck alle relevanten Punkte abdecken können, sollte sich ein Crowdinvestor anschließend intensiver mit dem Profil des Startups auseinandersetzen. Im Rubrikpunkt „Übersicht“ findet sich direkt unter dem Pitch Deck der Punkt „Einleitung und Hintergrund“. Hier präsentieren die Gründer noch einmal kurz und knapp die wichtigsten Punkte des Crowdinvestment. Sie legen eventuell Wert darauf, dass das Unternehmen in der jüngeren Vergangenheit stark gewachsen ist, ein überzeugendes und marktreifes Produkt vorweisen kann, bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen für seine Idee erhalten hat oder professionelle Venture-Capital-Geber oder Business Angels mit an Bord hat.

Anschließend lohnt sich ein genauerer Blick auf das Teamprofil. Hierfür klickt man im oberen Reiter auf den Rubrikpunkt „Team“. Der Crowdinvestor bekommt dort ein Gefühl für die Personen hinter dem Projekt, inklusive ihres Werdegangs und ihrer Erfahrungen. Dabei sollten sie auf folgende Punkte achten: Verfügen die Gründer über die nötigen Qualifikationen und Erfahrungen in ihrem Bereich? Welche Mitarbeiter besetzen sonst noch Schlüsselfunktionen im Unternehmen? Können sie auf entsprechende Qualifikationen und Erfahrungen zurückgreifen, um die Gründer zu unterstützen? Gibt es darüber hinaus eventuell ein Experten-Netzwerk, beispielsweise im Beirat des Startups?

Aus dem Teamprofil können Investoren auch wichtige Rückschlüsse ziehen. Grundsätzlich ist natürlich das Engagement der Gründer ein wichtiger Einflussfaktor. Junge Gründer besitzen in der Regel eine schier unendliche Energie und einen gesunden Grad an Unbedarftheit, um auch schwierige Projekte anzugehen. Erfahrene Gründer bringen dagegen neben Wissen und Erfahrung auch oft den Zugang zu einem weit verzweigten Netzwerk mit. Zusammen mit der Einleitung sollten Kleinanleger nun ein gutes Gefühl für die die Idee und die Motivation der Gründer haben.

Produkt, Kundennutzen und USP

Wenn Crowdinvestoren sich einen Eindruck der Gründer und des Teams verschafft haben, sollten sie das Produkt genauer unter die Lupe nehmen. Dafür begeben sie sich im oberen Reiter wieder in die Übersicht. Dort finden sie unter der Einleitung die Rubrik Produkt und Kundennutzen, in der das Produkt oder die Dienstleistung inklusive dem Mehrwert für den Endnutzer erklärt werden. Hier sollten die Punkte, die eventuell schon im Pitch Deck angesprochen wurden, vertieft werden. Die Gründer nutzen diese Rubrik außerdem als Gelegenheit, die Funktionsweise ihres Produkts oder ihrer Dienstleistung einfach und verständlich zu erklären – was gerade bei technologischen Lösungen von besonderer Wichtigkeit ist.

Relevante Fragen lauten zum Beispiel: Welches Problem besteht für den Kunden? Welche Lösung bietet das Startup dem Kunden an? Welchen Mehrwert bietet das Produkt oder die Dienstleistung dem Kunden? Zudem können Crowdinvestoren hier schon mögliches Wachstumspotenzial erkennen. Lässt sich das Produkt beispielsweise um einige Funktionen erweitern? Oder ist etwa eine neue Produktreihe denkbar? In diesem Zusammenhang ist auch die Frage des Wettbewerbs entscheidend. Gibt es schon ähnliche Produkte auf dem Markt? Wenn ja, welche Alleinstellungsmerkmale besitzt das Produkt? Dazu finden Investoren unter der Rubrik Alleinstellungsmerkmal weitere Informationen. Das Alleinstellungsmerkmal (Englisch: unique selling point, USP) sollte sofort ersichtlich machen, was das Startup einfacher, schneller oder günstiger macht als die Konkurrenz und wie es sich von seinen Mitbewerbern abgrenzt.

Als Daumenregel gilt: Wirklich gute Ideen lassen sich meist einfach und verständlich erklären. Crowdinvestoren sollten deshalb einen Ratschlag von Investoren-Legende Warren Buffet befolgen: Kaufe nur, was du verstehst! Sie sollten also die Funktionsweise des Produkts oder der Dienstleistung nachvollziehen können, bevor sie ihr Geld darin anlegen. Natürlich ist es dafür nicht nötig, das Produkt in seiner kompletten Zusammensetzung zu kennen oder jedes technische Detail zu verstehen. Aber dem Crowdinvestor sollte sich sofort erschließen, warum das Produkt eine sinnvolle Erfindung ist und warum es vom Kunden nachgefragt wird.

Geschäftsmodell, Partner und Kunden

Der nächste Fokus liegt auf der Rubrik Geschäftsmodell. Die Kernfrage bei der Prüfung des Geschäftsmodells lautet: Womit will das Startup in Zukunft seine Umsätze generieren? Wie ist das Geschäftsmodell aufgebaut? An welchem Punkt in der Wertschöpfungskette setzt das Startup an? An dieser Stelle geben viele Startups erste Einblicke in ihre Preispolitik. Was soll das Produkt oder die Dienstleistung den Kunden kosten? Wird es nur an Privatkunden vertrieben (Business-to-Customer, B2C) oder ist es auch für Geschäftskunden interessant (Business-to-Business, B2B)? Außerdem finden sich hier Aussagen über die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells. In welchen Ländern soll das Produkt verkauft werden? Gibt es bereits Pläne, den Vertieb kostengünstig in andere Länder auszudehnen?

Unter der Rubrik Geschäftspartner und Kunden erhalten Crowdinvestoren weitere Informationen zum Unternehmensumfeld. Das Startup macht hierbei Angaben zu Geschäftsbeziehungen, die es sich bisher aufbauen konnte. Mit welchen Händlern, Lieferanten und Logistikpartnern arbeitet das Startup zusammen? Gibt es Kooperationen mit Verbänden, Forschungseinrichtungen oder öffentlichen Einrichtungen?  Für Investoren ist dies eine gute Gelegenheit, um zu erfahren, wie gut vernetzt die Gründer sind und wie viel Aufwand sie im Sales- und Netzwerk-Bereich betreiben. Sind sie etwa schon mit namhaften Konzernen und Mittelständlern in Partnerbeziehungen?

Je mehr Partner ein Startup vorweisen kann, desto besser. Die Partner finden das Produkt ansprechend und wollen mit dem Unternehmen zusammenarbeiten. Das gilt als eine Art „proof of concept“ (Deutsch: konzeptioneller Beweis), also positives Feedback von außen in Bezug auf die Durchführbarkeit der Geschäftsideen. Die Anzahl der Kunden ist ebenso ein wichtiger Anhaltspunkt für einen „proof of concept“. Wie groß ist der Kundenstamm bisher? Liegt eine Marketing-Strategie vor, um den Kundenstamm zu erweitern? Wie sehen die Bewertungen des Produkts im Internet aus? Gibt eventuell sogar Testberichte zufriedener Kunden, die den Mehrwert des Produkts unterstreichen?

Marktvolumen, Zielgruppe und SWOT-Analyse

Unter Marktvolumen versteht man einen Überblick über die Anzahl potenzieller Kunden in einem bestimmten Segment. Jedes Startup sollte seinen Markt genau kennen. Anhand von Studien zu Kaufverhalten und Meinungen können Zahlen festgehalten werden, die das Potenzial eines Produktes aufzeigen. Hier sollte schnell ersichtlich werden, ob die Geschäftsideen auf eine stabile Nachfrage trifft und Wachstumspotenzial hat. Außerdem lässt sich die Skalierbarkeit besser einschätzen, wenn ersichtlich ist, ob es auch im Ausland ein Interesse und einen Markt für das Produkt gibt.

Ein Beispiel: Für Kumpan ist der Markt Elektromobilität im Allgemein und im Besonderen elektrisch fahrende Roller. Die Größenordnung des Marktpotenzials wird durch Studien von Verkäufen und Zulassungen von Rollern und Elektrorollern, sowie des Vergleichs mit anderen Märkten sichtbar. Im Jahr 2014 wurden 1,2 Millionen motorisierte Zweiräder in Europa verkauft. Bei einer steigenden Akzeptanz von E-Mobilität (Studie) und dem Vergleich mit dem Markt China (2013: 9,4 Millionen verkaufte Elektroroller) sieht Kumpan einen wachsenden Markt.

Auch die Beschreibung der Zielgruppe ist essentiell für den Erfolg der Geschäftsidee. Hier sollte das Startup seine potenziellen Kunden nach Alter, Beruf, Gewohnheiten und Kaufkraft aufschlüsseln. So können Sie sich als Crowdinvestor einen Blick darüber verschaffen, ob die Maßnahmen des Unternehmens (Logo, Internetauftritt, Werbung, etc.) zu den Zielgruppen passen. Wenn Sie zum Beispiel selbst in der Zielgruppe liegen, können Sie überlegen, ob Sie das Produkt kaufen würden. Außerdem können Sie sich in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis umhören und sich so eine Meinung bilden.

Da SWOT-Analyse (englische Abkürzung für Strengths, Weaknesses, Opportunities and Threats) kommt aus der amerikanischen Wirtschaft und beinhaltet eine Gegenüberstellung von Stärken und Schwächen, sowie Chancen und Risiken. Mithilfe dieser vier Felder bestimmt das Unternehmen seine aktuelle Position auf dem Markt. Die Fragen, die Sie als Investor hier stellen können, sind zum Beispiel: Ist die Analyse ausgewogen und realistisch? Oder wurden Schwächen und Risiken heruntergespielt? Welche Schwächen können bekämpft werden, welche nicht? Welche Risiken sehen Sie als Investor auf das Unternehmen zu kommen?

Verwendung der Mittel und weitere Schritte

Unter der Rubrik „Wie sollen die Crowdinvesting-Mittel verwendet werden?“ erklärt das Startup oder Wachstumsunternehmen, wieviel Geld es für welchen Zweck benötigt. Dafür listet es die einzelnen Investmenthürden auf. Die Finanzierung bei Companisto gilt ab einer eingesammelten Summe von 100.000 Euro als erfolgreich. Die Startups setzen ihre Ziele jedoch oft höher an und erklären deshalb, was mit dem Crowdinvestment der Companisten ab 100.000 Euro passieren soll. So können die Crowdinvestoren später überprüfen, ob diese Ziele umgesetzt worden sind. Diese Ziele und Maßnahmen sollten realistisch sein. Unter der Frage „Wie ist der aktuelle Stand, was kommt als nächstes?“ erklären die Unternehmen ihre nächsten Schritte im Detail. So kann der Investor nachvollziehen, was das Startup als nächstes plant und was es mit diesen Maßnahmen erreichen kann. Sie als Investor entscheiden dann, für wie sinnvoll und zielführend Sie dies halten.

 

Um zu beantworten, ob sie in ein Startup oder Wachstumsunternehmen investieren wollen, sollten Investoren auch die Kapitalstruktur und Vermögensanlagen des Unternehmens unter die Lupe nehmen und die Finanzdaten genauer überprüfen. Es handelt sich bei der folgenden Betrachtung jedoch nur um eine oberflächliche Übersicht der gängigsten Kennzahlen.

Gesellschafter- und Kapitalstruktur

Dafür lohnt zunächst ein Blick in die Rubrik „Investoren und Business Angels“. Weitere Informationen finden sich unter „Finanzdaten“ in der Kategorie „Unternehmensdaten und Gesellschafterstruktur“. Wer hält Anteile am Unternehmen und in welcher Höhe? Sind die Gründer selbst investiert und haben damit eine höhere Motivation? Ist eine Bank, ein VC (Wagniskapitalgeber) oder ein Business Angel beteiligt? Die Antworten darauf lassen unterschiedliche Interpretationen zu und hängen wieder vom Investoren-Typ und vom Startup ab.

Ein Beispiel: Verfügt das Startup über ein Bankdarlehen, kann dies als ein Plus gewertet werden, da die Bank in der Regel eine sehr eingehende Prüfung durchführt und Sicherheiten verlangt, bevor sie Darlehen gewährt. Auf der anderen Seite erhöht es den Verschuldungsgrad und die finanzielle Belastung des Unternehmens, welches das Darlehen regelmäßig bedienen muss. Außerdem stellt es mitunter die Investoren im Ernstfall schlechter, da die Bank sich im Normalfall auch vorrangige Zugriffsrechte auf Vermögensanlagen sichert.

Finanzdaten und wichtige Kennzahlen

Die Finanzdaten geben Aufschluss über die Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Hierbei sollten Crowdinvestoren zunächst einen Blick auf die Annahmen des Startups werfen. Auf welche Zahlen stützen sich die Prognosen? Sind die Annahmen realistisch? Dafür lohnt ein Blick in Vergleichszahlen von Wettbewerbern. Darüber hinaus ist für Investoren das Wachstum eines Startups interessant. Als Wagniskapitalgeber erwartet sich ein Investor in der Regel ein rasantes Wachstum. Doch auch hier sollten die Prognosen realistisch und nachvollziehbar sein. Ein Crowdinvestor sollte sich also fragen, wie realistisch die Prognosen im Vergleich zum Marktumfeld sind. Auch hier kann ein Blick auf Vergleichszahlen von Wettbewerben helfen.

Ein Blick auf die Umsatzrendite (ROS) verrät mehr über die Geschäftstätigkeit des Unternehmens. Sie stellt Gewinn und Umsatz des Unternehmens in Beziehung zueinander. Eine Umsatzrendite von 10 Prozent bedeutet beispielsweise, dass das Unternehmen einen Gewinn von 10 Cent auf jeden 1 Euro Umsatz macht. Anfangs kann die Umsatzrendite durchaus negativ sein, da das Unternehmen sich seinen Platz im Markt erst über Investitionen erkämpfen muss. Später sollte die Umsatzrendite jedoch positiv sein, da das Unternehmen sonst permament Geld verliert.

Eine weitere Kennzahl von hoher Bedeutung ist die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV). Sie gibt Aufschluss über Erträge und Aufwendungen in einem Geschäftsjahr. Unter Aufwendungen werden die festen und variablen Kosten aufgelistet. Wenn die Erträge die Aufwendungen überwiegen, spricht man von einem Gewinn, andernfalls von einem Verlust. Fragen, die sich hier für Crowdinvestoren stellen, sind beispielsweise: Ist das Geschäftsmodell kostenintensiv? Gibt es beispielsweise hohe Marketingkosten, um neue Kunden zu gewinnen? Was kostet die Neukundengewinnung im Vergleich zum durchschnittlichen Umsatz pro Kunde (z.B. durchschn. Warenkorbwert bei E-Commerce)? Ist die benötigte Infrastruktur kapitalintensiv (z.B. Aufbau eines Logistikzentrums)? Herrscht im Markt so starker Wettbewerb, dass die Eintrittsbarrieren hoch und der Marktanteil erst teuer erkauft werden muss?

Beim EBIT (kurz für: Earning Before Interest and Tax, zu Deutsch: Gewinne vor Steuern und Zinsen) handelt es sich um das Betriebsergebnis vor der Zahlung von Steuern oder Zinsen. Der Cashflow zeigt den Kapitalfluss des Unternehmens an. Die Unternehmensbewertung wird durch das jeweilige Startup festgelegt. Die Bewertung basiert auf den künftigen Erwartungen des Startups zur wirtschaftlichen Entwicklung und zu den Ertragsaussichten. Dagegen fließen vorhandene Sach- oder Substanzwerte nicht mit in die Bewertung ein. Es handelt sich also um eine reine Marktchancenbewertung mit hohen Ermessensspielräumen. Von der Höhe der Unternehmensbewertung lässt sich in keiner Weise auf eine Rentabilität des Startups oder auf eine Investitionssicherheit schließen.

Die Probability of Default (PD) ist eine Bonitätskennzahl und gibt die Wahrscheinlichkeit an, das ein Kreditnehmer innerhalb eines Jahres nach Basel-II-Kriterien ausfällt. Mit anderen Worten: Die Zahl zeigt die Wahrscheinlichkeit an, dass das Startup im ersten Jahr zahlungsunfähig wird und das Darlehen nicht zurückzahlen kann. Die PD wird vom unabhängigen Dienstleister Credit Reform errechnet. Credit Reform ist eine Wirtschaftsauskunftei und kann auf eine 135-jährige Unternehmensgeschichte zurückblicken. Das Unternehmen hat es sich zur Aufgabe gemacht, Zahlungsausfälle entweder zu verhindern oder die Auswirkungen zu minimieren. Eine niedrige PD lässt keinen direkten Rückschluss auf eine hohe eine Investitionssicherheit zu.

 

Als Crowdinvestor auf Companisto erfahren Sie hautnah, was es bedeutet, ein Bestandteil der deutschen Gründerszene zu sein. Sie sind beim Crowdinvestment über Unklarheiten oder Schwierigkeiten gestolpert? Dann schreiben Sie den Gründern und fragen Sie nach. Das ist der Vorteil beim Crowdinvesting: Sie haben während einer Kampagne die Möglichkeit, direkt mit den Gründern in Kontakt zu treten und so einen Blick hinter die Kulissen der Gründerszene zu erhaschen. Die Antworten sind in der Regel öffentlich und für alle Companisten einsehbar. Auch andere Crowdinvestoren stellen auf Companisto im Forum wichtige Fragen. Interessieren Sie sich für ein Investment, nehmen Sie sich Zeit für dieses und werten Sie die Antwort des Startups aus. Auch unter den Crowdinvestoren ist der Austausch möglich. Mitunter sind Experten im Bereich Recht, Wirtschaftsprüfung oder technische Sachverständige unter den Investoren, die Ihnen Detailfragen beantworten können.

 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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