von Cristin Liekfeldt

Der Crowd-Effekt

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Der Crowd-Effekt

Der Begriff der Schwarmintelligenz ist in der Regel positiv geprägt, einige interpretieren ihn manchmal auch negativ in Richtung Gleichschaltung und wenig Entfaltungsspielraum. Die mochten es schon damals nicht, die Faulenzer im Team mitzuziehen, schließlich ist jeder seines Glückes Schmied. Jetzt bewegen wir uns auch noch in der Finanzwelt und schon Uropa wusste, beim Geld hört die Freundschaft auf. Ist Crowdinvesting bloß eine Idee von jungen Wilden mit Idealen?

Ich halte dagegen: Guter Rat ist in der Regel teuer. Nicht mit der Crowd!

Die Evolution der Crowd

Was aus dem Crowdsourcing geworden ist, könnte Mann und Maus zum Staunen bringen. Die Organisation und das Teilen von Wissen vieler Menschen wurde ursprünglich durch diesen Ausdruck beschrieben, mittlerweile sind wir hier jedoch schon viel weiter. Ein Schwarm von Menschen, wenn man das so umschreiben darf, hat gegenüber dem Einzelnen viel mehr Vorteile als nur das teilbare Wissen. Darwin würde sich zwar darüber wundern, dass heute mehrere Formen nebeneinander existieren können, für uns als Crowdfunder, -investoren oder –sourcer macht das aber Sinn. Denn wir organisieren uns je nachdem, was wir miteinander teilen wollen. Was also bringt die Crowd beim Crowdinvesting?

Die Crowd bietet Unterstützung, Ideen und aktive Mithilfe für Gründer

Die Crowd ist ein mehr oder weniger festes Bündnis von Menschen, die gleichgesinnt und gemeinsam an einem Projekt arbeiten, daran glauben und es ermöglichen wollen. Und Glaube versetzt Berge. Ich stelle mir das gerne am Beispiel des Baus einer Gartenhütte vor: Der eine hat einen Hammer, der andere Nägel, dann kennt einer jemanden, der einen kennt, der einen Baumarkt betreibt, ein anderer wiederum hat irgendwo noch etwas auf der hohen Kante und vielleicht findet sich noch eine Freundin und backt Kuchen. Ein paar Beispiele von unseren Startups: Naturbursche konnte zum Beispiel durch einen überzeugten Companisten mit Verbindungen den Eistee in einem Luxushotel, der Villa Kennedy platzieren. Auch andere Startups können durch Beiträge der Companisten über neue Wege und Sichtweisen nachdenken, denen sie sonst gar nicht begegnet wären. Über den Tellerrand gucken. Simon und Jochen (Companisten) schlugen Qian und Björn von Panono beispielsweise Marketingmaßnahmen vor, die dankend angenommen wurden. Und auch bei Meine Spielzeugkiste beteiligten sich ihre Companisten neben der finanziellen Unterstützung außerdem am Werbetrommelrühren, Flyer verteilen und gaben Hinweise zur Optimierung der Website. Und da sind wir wieder beim stetig tropfenden Wasser, das den Stein höhlt. Der Erfolg hat viele Väter.

Dass es Co-Working-Spaces gibt, liegt übrigens nicht nur daran, dass Gründer und Gründerinnen anfangs wenig bis sehr wenig Geld für Büroräume haben. Auch hier gibt es eine Art Crowd. Der da auftretende Effekt des Austausches und kreativen Inputs von fachfremden Freidenkern ist absolut erwünscht; die besten Ideen entstehen schließlich oft durch Zufall. Es folgt der altbekannte Verweis auf Isaac Newton, der die Gravitation durch das Zu-Boden-Fallen eines Apfels entdeckte.


Der Crowd-Effekt
Der Crowd-Effekt


Die Crowd aus Investorensicht – warum Wissen immer noch Macht ist

Erfahrung ist erwiesenermaßen der beste Lehrmeister. Nun handelt sich ja hier um Startups, ganz junge Unternehmen, die ihre Erfahrung über Jahre, statt Jahrzehnte sammeln konnten. Zusätzliche Hinweise von langjährigen Experten können da nicht schaden. Und wieder liegen hier die Vorteile der Crowd – fragen kostet nichts. Und viele der Investoren haben spezielles Wissen und sind gerne bereit, dieses zu teilen. Sie selbst genießen ebenfalls die Vorteile der Crowd, zum einen können sie das Risiko minimieren und das Geld breiter anlegen. Säen muss, wer ernten will.

Des Weiteren definiert man hier Schwarmintelligenz positiv: Die Entscheidung eines Investments muss nicht allein getroffen werden, in den Investorenforen wird fleißig diskutiert und sich ausgetauscht. So kommen weniger erfahrene Kleinanleger zu Fachwissen und fundierten, quasi hieb- und stichfesten Entscheidungsgrundlagen. Vielleicht kann die Crowd so eine cleverere Entscheidung treffen als der Einzelne. Und nicht zuletzt hat der Investitionswillige im Crowdinvesting ganz klar die Möglichkeit, selbst zu bestimmen, in welches Startup er investieren möchte. Bei professionellen VC-Gesellschaften hat der Einzelne keinerlei Einfluss darauf, wohin sein Geld fließt, da VCGs die eingesammelten Gelder auf ein Portfolio an Startups verteilen. Et voilà, eine klassische Win-Win-Situation.

Bleibt zu sagen: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Es fehlt Geld am Anfang eines Projektes? Nun gut, wenn der Berg nicht zum Propheten kommt, muss der Prophet eben zum Berg kommen. Warum nicht auch noch dabei all die Vorteile von erfahrenen Menschen an seiner Seite mitnehmen? 

Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und sage, das, liebe Leute, ist der Crowd-Effekt.


Foto: ©Ralph Arvesen/ flickr


 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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