von Cristin Liekfeldt

In der Zukunft wohnen

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In der Zukunft wohnen

Wohnraum wird immer knapper, die Weltbevölkerung dagegen wächst und wächst. Die Folge: Jeder Quadratmeter wird teurer, in europäischen Großstädten wie Rom oder Paris gibt es so viel Smog, dass an manchen Tag nur die Hälfte aller Autos fahren darf. Dieses Phänomen gibt es in asiatischen Mega-Cities schon seit langem, wer in Hongkong einmal vom Victoria Peak auf die Stadt sehen möchte, sieht oft nichts als grauen Himmel. 

Bangalore, eines der drei bedeutendsten Startup-Hubs der Welt, kämpft mit dem Wohnraum-Problem wie so viele Metropolen in Indien und dem Rest der Welt. Aber auch die Straßen halten den vielen Menschen kaum noch stand. Abgase, Menschenmassen, Müll und fehlende Anbauflächen sind die Faktoren, die unsere weltweite Wohnsituation zum Problem macht. Die gute Nachricht: Architekten sitzen bereits an der Lösung. 


Ökosiedlung der Superlative: Indien (Delhi)

Problem: Delhi ist eine der am stärksten verschmutzen Städte der Erde

Lösung: Solarstrom, Abfallverwertung und integrierter Anbau von Lebensmitteln

Ökosiedlung in Delhi

Vincent Callebaut ist belgischer Architekt. Eines seiner aktuellen Projekte ist eine Ökosiedling für Delhi, deren komplette Stromversorgung durch Solarenergie und Abfallverwertung (aus Müll wird Methangas hergestellt) gesichert wird. Obst und Gemüse wird direkt im Inneren durch integrierte Landwirtschaftsbetriebe angebaut. In 128 Metern sollen 36 Stockwerke entstehen, in jedem der sechs miteinander verbundenen Türme. Außerdem gibt es Restaurants und ein Fitness-Studio. 


Im Inneren der Ökosiedlung 

Callebaut beschäftigt sich seit Jahren mit dem Klimawandeln und neuartigem Wohnen: In Paris sollen bis 2050 15 Mountain Tower entstehen, hydroynamische und solarbetriebene Hochhäuser, die aussehen wie ein vertikaler Dschungel. Auch in New York gibt es mit dem Projekt "Dragonfly" ähnliche Ansätze.


Ecocapsule: Selbsterhaltung in der slowakischen Wildnis

Problem: Teurer Wohnraum in der Stadt und Müll in der Natur

Lösung: Völlig selbstversorgende Öko-Kapsel mit Windrad und Regenwasserauffang

Ecocapsule in der Slowakei


Für derzeit 79.000€ kann man bei dem slowakischen Startup Ecocapsule eine sich selbst versorgende Kapsel bestellen, Versand inklusive. Damit lässt sich die Entscheidung, aus der Stadt auf die nächste gelegene Wiese vielleicht leichter treffen. Die Kapsel ist knapp 4,5m lang und 2,5m hoch, im leeren Zustand wiegt sie etwa 1200kg. Die Energieversorgung funktioniert durch Solarzellen auf dem Dach und eine Windturbine. Neben einer Fußbodenheizung findet sich außerdem ein obligatorisches Smart-Home-System und ein Datenversorgungssystem. Am Internet fehlt es auch in der selbstversorgenden Ökokapsel nicht. 


Urban Skyfarm: Wohnen in Südkorea (Seoul)

Problem: Übervölkerung, Anbauflächen fehlen, die Natur wird verdrängt

Lösung: Vertikale Landwirtschaft mit integriertem Wohnraum


Urban Skyfarm in Südkorea


Das Aprili Design Studio entwickelt gerade ein Konzept, dass Wohnraum mit Landwirtschaft zusammenbringt. Zwischen den Hochhäusern der Metropolen soll ein solarbetriebener Baum ragen, der ebenso hoch ist wie die Gebäude um ihn herum. Der achtästige Gigant mit je 70 Decks sind terrassenartig angeordnet und bieten so Sonnenflächen zum Anbau von Obst und Gemüse. Auch hier wird Regenwasser und Grauwasser aufgefangen und für die Bewässerung eingesetzt. Etwa 150.000 Quadratmeter Fläche werden so nutzbar. Die Säuberung der umliegenden Luft durch die Pflanzen auf den Terrassen kommt als Bonus hinzu - Nachhaltigkeit in Perfektion. 


Water Houses in Wilhelmsburg

Problem: Die globale Erwärmung lässt die Meeresspiegel steigen - und bedroht damit 60% aller Metropolen durch Hochwasser

Lösung: Häuser auf Stelzen

Water Houses in Wilhelmsburg

Die Wasserhäuser wurden 2009 im Rahmen der Internatonalen Bauausstellung präsentiert, heute sehen sie etwas anders aus. Nichtsdestotrotz stehen auf den Elbinseln in Hamburg bereits fünf Gebäude, die das Wohnen im Einklang mit Wasser demonstrieren. Es handelt sich dabei um 3- beziehungsweise 9-geschossige Gebäude, deren Wärmebedarf minimal und über regenerative Energie gedeckt ist. Eine sogenannte "Geothermie-Wärmepumpenanlage" nimmt das umliegende Wasser, um die Häuser zu beheizen und zu kühlen.  Außerdem sind Solar-Einheiten in der Fassade enthalten, die die Wasserversorgung sicherstellen. 


Erstaunlicherweise wurde schon viel vom Reißbrett ins reale Leben übertragen. Mein Favorit ist auf jeden Fall die Kapsel im Wald. Mit einer Sommer-Winter-Lösung (den Sommer in der Kapsel, den Winter im Delhi-Tower) könnte ich mich allerdings auch anfreunden. Vor allem Hamburg scheint mit dem Water Houses und dem komplett vernetzten Apartimentum von Lars Hinrichs Vorreiter in Sachen modernes Wohnen zu sein. 

Habt ihr solche futuristischen Gebäude in der Nähe? Ich würde mir das gerne einmal genauer ansehen!



 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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