von Christos Pazaras

Undercover unter Experten und Expertinnen

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Undercover unter Experten und Expertinnen

"Will the story end with an exit or an exitus?"

Inmitten des Tages teilte die Keynote-Präsentation von Carsten Maschmeyer, einem der prominentesten Redner dieses Freitages, das Programm in zwei Hälften.

Auch in seiner Präsentation wurden Investitionen in Wachstumsunternehmen als Chance, Risiko und Prozess betrachtet. Dank der sehr prägnanten, klar formulierten Art der Keynote blieb der Ballsaal geräuschlos und aufmerksam. Maschmeyer stellt den Startups die relevanten Fragen: Gibt es eine Lücke im Markt, einen Markt in der Lücke? Bist du schneller, besser, einfacher oder günstiger? Wie sehr hängen die Gründer an ihrem Projekt? Wollen sie es langfristig behalten oder geht es ihnen nur um einen schnellen Verkauf?

Er lässt sogar etwas Einblick in seine Strategie zu: Er nimmt eine spezielle Sales - Due-Diligence vor. Er nimmt sich die Zeit, mit den Mitarbeitern im Vertrieb zu sprechen, ihre Soft Skills zu erforschen um wirklich das Produkt zu verstehen und dessen Zukunftspotential erkennen zu können. Ein weiterer einleuchtender Tip an Gründer:

"Wenn du glaubst, gute Verkäufer sind teuer, dann versuche es mit Schlechten!"

Manche Startups sind für die Maschmeyer Group noch zu klein, zu jung, um als Investition interessant zu sein (natürlich, für Early Stage Startups eignet sich zum Beispiel Crowdinvesting!) trotzdem empfiehlt er, sie nicht aus den Augen zu lassen, denn die heute abgewiesenen Startups können morgen eine spannende Investition sein.


Panel mit Andreas Holtschneider, Timm Schipporeit und Frank Böhnke (v.l.n.r)
Panel mit Andreas Holtschneider, Timm Schipporeit und Frank Böhnke (v.l.n.r)

Auf dem Panel zum Thema "Growth Investments", moderiert von Dr. Sándor Erdei wurde gleich zu Beginn klargestellt: Wachstumsunternehmen sind immer die Menschen in ihnen. Daher sollte die Beziehung zwischen Investor und Geschäftsführern beziehungsweise Gründern partnerschaftlich sein. Wir sitzen schließlich alle im selben Boot, sagt Andreas Holtschneider (Cathay Capital Private Equity). Mit Timm Schipporeit (Index Ventures) und Frank Böhnke (Wellington Partners) diskutierten gleich vier Private Equity Experten über Risikomanagement, das Großziehen von Startups, Unterschiede in den Investments bei B2B und B2C- Modellen und Personalfindungsproblemen.

Wie wird sich die Private Equity-Landschaft in 2016 und naher Zukunft verändern?

Frank Böhnke erwartet einen stärkeren Anteil der Finanzierung von B2B-Startups, ein Prozess, der momentan vor allem in den USA bereits im Gange ist. In Deutschland fällt es den Menschen momentan noch leichter, B2C-Konzepte nachzuempfinden. Generell erwarten alle, dass das Volumen der Finanzierungen weiter wachsen wird, denn der Bedarf ist immer noch hoch.

Auch die Teilnehmer des Eröffnungspanels, Hafiz Lalani, (Canada Pension Plan Investment Board) Dr. Daniel Pindur (CVC Capital Partners), Steve Roberts (pwc AG), Frank Ehmer (APAX Partners) und Britta Lindhorst (HQ Capital, auf dem unten stehenden Foto v.l.n.r.) sehen gespannt auf die Entwicklungen im neuen Jahr. Rückblickend auf 2015 beschreiben sie das Jahr als geschäftig, arbeitsreich und teilweise frustrierend, da jederzeit damit gerechnet werden muss, von fernöstlichen Investoren überboten zu werden. Flexibilität, Disziplin und Schnelligkeit spielen eine immer größer werdende Rolle im wettbewerbsintensiven Private Equity Bereich. Die Bewertungen werden vorraussichtlich auch im nächsten Jahr hoch und Investoren wählerisch bleiben. Besonders die Startups südeuropäischer Länder werden wegen etwas bescheideneren Bewertungen scharf beobachtet werden. Ein guten Zeitpunkt für Italiener, Portugiesen oder Spanier also, Wachstumskapital einzusammeln!

Digitalisierung, Einhörner und schwere Deals
Digitalisierung, Einhörner und schwere Deals


Unicorn-Club, Disruption und schwierige Deals

Der Club der Einhörner - wie man Listen der jungen Unternehmen mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar nennt - wächst weiter schnell. Daniel Flaig (Capvis Private Equity AG) spricht auf dem Panel "Small und Mid Cap" von einer regelrechten Überinflation von Assets. 24 Monate keine Investitionen tätigen und man ist als Investor förmlich raus aus dem Geschäft. Dabei zählt die Selbstdisziplin, klug und bedacht zu investieren. Die Disruption und der rasante Wandel von Technologien, Materialien oder Software haben auch auf Investoren Auswirkungen. Rogier Engelsma (Gilde Buy Out Partners) und Guido May (Silverfleet Capital) können das bestätigen: Noch in der Minute, in der man ein Startup kauft, ist das Businessmodell veraltet und falsch. Deshalb empfiehlt auch Holger Kleingarn (H.I.G. European Capital Partners GmbH), in den bekannten Branchen zu bleiben, in denen man sich auskennt, Einfluss nehmen kann. Kai Romberg (HgCapital) bleibt das Schlusswort des Panels: Fundraising ist momentan leicht, Deals dagegen sind schwierig.

Sind wir auf dem Gipfel der Bewertungen oder werden sie weiter steigen? Wird die Blase platzen?

"Du weißt erst, dass du auf dem Gipfel warst, wenn du dich wieder auf dem Abstieg befindest", meint Rogier Engelsma. Und davon ist momentan noch nichts zu spüren. In diesem Sinne: Danke an die Teilnehmer der Panels und den wertvollen Einblicken. Die German Private Equity Conference wird auch in Zukunft auf der To-Go-Liste stehen. Private Equity Insights Ltd. hat durch die verschiedenen Ausrichtungen der Panel-Diskussionen einen echten Mehrwert für die Beteiligten geschaffen. Vielen Dank dafür!



 

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Quelle: Eigene Recherchen. Hierbei wurde u.a. auf Daten des Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) zurückgegriffen.
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